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Sommerfrische. Eine Bilanz

In einem alten Haus gewohnt. Ohne Fernsehen, Internet und Telefon. Von geblümten Tellern auf geblümten Tischdecken gegessen. Im Garten in der Hängematte geschaukelt. Überhaupt der Garten. Mit alten Feigenbäumen. Dem Nussbaum. Der Zypresse. Den Blättern des Bananenbaums beim Wachsen zugesehen. Die unerschütterliche Überzeugung gewonnen, im Paradies zu sein. Die nachgeschickten Tageszeitungen schon nach wenigen Tagen links liegen gelassen. Den Luxus der Ungeplantheit und Ziellosigkeit genossen. Nachts auf der großen Empore geschlafen. Uhu und Specht gehört. Den Wind gespürt. Den Regen gehört. Vom Bett aufs Chateau und den Weinberg geblickt. Nach dem Sonnenaufgang über die knarzenden Dielen gegangen. Early morning coffee draußen im Liegestuhl getrunken. Ums Dorf gewandert. Im Fluss geschwommen. Bei der schönen Bäckerin Birnentarte gekauft. Besonders aber Apfeltarte. Und Aprikosentarte. Überhaupt die ganze Gegend eine einzige Aufforderung zum Genuss. Moules/Frites gegessen. Reneclauden. Mirabellen. Pflaumen, schwarz, blau und gelb. Merlut. Dick, saftig, fein gewürzt und auf einem pikanten Karottenpüree serviert. Eine Auster probiert. Sie wieder nicht gemocht. Einen Panamahut gekauft. Pierre und Monique von gegenüber zum Aperitif eingeladen. Im Nachbardorf das Spektakel der Tour de France erlebt. Erst eine Stunde Karneval und dann wusch! – und die Pedaleure sind vorbei gerast. Schöne Träume gehabt. Fast jeden Tag das gleiche einfache Sommerkleid getragen. Brombeeren gesammelt. Durch Landstriche gefahren, in denen ich noch nie zuvor war. Um einen Bergsee in den Pyrenäen gewandert. Steine gesammelt. Ans Meer gefahren. Dort Temperatursturz und Regen Regen Regen. Den Wettergott verflucht. Extra viele Tapas gegessen. Das Gefühl gehabt, meine Seelenlandschaft gefunden zu haben. Eine, die mich berührt. Die zu mir spricht. Die mir etwas Wichtiges zu sagen hat. So einen Ort zu haben, ob real oder nur in Gedanken, ist sehr tröstlich. Bei der nächsten Lebenskrise werde ich sofort den Koffer packen und eine Woche in das alte French farmhouse fahren. Werft mich in die Hängematte, füttert mich dreimal am Tag mit Macarons, Aprikosentarte und Moules/Frites. Und ich werde so gut wie neu sein.

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