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Wie bekocht man eigentlich einen Starkoch?

P1150941Bernhard Grubmüller, ausgezeichnet vom Gault Millau mit 2 Kochmützen und 16 Punkten, ist Chef de Cuisine im Bielefelder „Tomatissimo“, Durch ihn wurde das Restaurant, in dem sich vortrefflich dinieren lässt, zu einer der besten Adressen in Nordrhein-Westfalen. Klare Sache also: Bernhard Grubmüller ist ein Meister seines Fachs. So einer würde selbst an einem Campingkocher noch ein perfektes Saltimbocca vom Seeteufel hinzaubern. Wenn er sich aber an den Herd seines Restaurants stellt, ist das Ergebnis noch viel ausgefeilter: Ein köstlicher Klecks Spargelrisotto, in Butter gebratene Jakobsmuscheln, das saftigste Dry Aged Beef aller Zeiten vom Holzkohlegrill, eine Panna Cotta zum Niederknien. Also der Mann ist, da kann keiner widersprechen, ein ganz Großer.

Am Ende eines genussvollen Abends, in einem Zustand, in dem der Mensch Dinge sagt, die er im nüchternen Zustand niemals zu sagen wagte, lud ich ihn zu uns nach Hause ein. Ich würde ihn bekochen, versprach ich.

Eijeijei!

“Und jetzt?”, fragte ich meine Freundin, die kluge B. Sie antwortete: “Manch einer bindet sich die Rute eben selbst hinten vor.” Der Satz traf das Thema nicht so ganz, war aber eindeutig. Ich leitete daraus ab, dass die Grenze zwischen Hausmannskost-Köchin mit Einbauküche und Hochstaplerin verflixt schmal ist.

“Rate mir!”, bat ich die kluge Ute. “Übertreffen kannst Du ihn sowieso nicht”, sagte sie. “Also geh es doch einfach ganz lässig an.”

Diesen Rat möchte ich weitergeben. Dazu meine Tipps, wie man einen Abend als Gastgeberin eines Spitzenkochs gut übersteht:

1. Keep it simple, in jeder Hinsicht.
2. Auf keinen Fall ein kompliziertes Menu oder etwas, was Du zum ersten Mal kochst. Sonst ist die Gefahr groß, dass Du Dich schon vor dem Essen fühlst wie danach.
3. Koche Gerichte, die Du gut kannst und selbst gerne isst. Ich kann gut Kartoffel-Gerichte, also gibt es bei mir für Gäste Pellkartoffeln mit Kräuterquark, Kartoffelsalate oder Bratkartoffeln mit Zwiebeln und Speck, zu denen ich Beilagen reiche, die das Ganze ein bisschen aufpeppen.
4. Kein Bohei um die Tischdeko. Ich nehme gern Blumen aus dem Garten, dazu viele Kerzen und Windlichter, im Sommer immer alles kunterbunt. Gegessen wird an einem schönen, langen Holztisch, daher verzichte ich auf Tischdecken. Ich decke den Tisch vorab ein, aber Teller und Bestecke werden während des Essens möglichst nicht gewechselt. Und bloß kein Tamtam um die Weingläser. Rot, weiß, Wasser und fertig.
5. Bereite so viel wie möglich am Vortag vor. Wenn ich Gäste zum Essen einlade, will ich keinen Stress haben und nicht noch schwitzend 20 Minuten das Risotto rühren, während mein Besuch sich selbst überlassen durchs Haus irrt.
6. Serviere einen Aperitif. Hier habe ich die französische Etiquette übernommen. Bei mir wird das erste Getränk vor dem Essen serviert. Die Gäste stehen oder sitzen dabei ungezwungen herum, sodass die Unterhaltung ganz locker beginnen kann.
7. Greife zu Tricks. Serviere als Hauptgericht z.B. ein Confit de Canard aus der Konserve, das Du nur noch kurz anbraten musst. Vielleicht hast Du Glück und Deine Gäste kennen dieses tolle Gericht (mein allerliebstes Fleischgericht) noch nicht.

Welches Menu ich mir für meinen Gast, den Starkoch, ausgedacht und wie ich es zubereitet habe, dazu mehr beim nächsten Mal.

Danke für Deinen Besuch, lieber Bernhard. Du warst ein toller Gast! Du hast es mir ganz leicht gemacht.

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