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Women Fashion Power, Design Museum, London

IMG_9371Frauen und Macht. Fuer leider noch immer viel zu viele Menschen eine Kombination, die sich ausschliesst. Natuerlich vollkommener Quatsch, aber es laesst sich nicht abstreiten, dass mehr Maenner in machtvollen Positionen zu finden sind. Dafuer ist der Kleidungsstil nicht unbedingt ein Grund, allerdings hat Kleidung trotzdem eine grosse Bedeutung: Frauen und ihre Kleidung werden wesentlich genauer unter die Lupe genommen, oft geradewegs mikroskopiert. Was also ist der Zusammenhang zwischen Frauen, Kleidung und Macht?

Genau darum geht es in der Ausstellung Women Fashion Power, die gerade im Design Museum in London zu sehen ist. Konzipiert wurde sie von der Architektin Zaha Hadid. Gezeigt werden sowohl Kleidungsstuecke als auch andere Dokumente, die die Verbindung von Mode und Macht beleuchten. Wie wurde ihre Kleidung fuer viele „machtvolle“ Frauen zum Teil ihrer Identitaet? Wie nutzen sie ihre Kleidung als Mittel, um sich ‚maechtig‘ zu machen, ihren Ruf zu untermauern, Autoritaet auszustrahlen?

Alles Fragen und Themen, die mich sehr interessieren: meine Erwartungen waren also gross. Erfuellt wurden sie leider nicht. Es gibt faszinierende Kleidungsstuecke in der Ausstellung, keine Frage – mein Favorit ist das ganz simple, aber zeitlose, schwarze Kleid von Joan Burstein. Dennoch: die Gesamtkonzeption der Ausstellung ist nicht stimmig.

Zum Beispiel ist es problematisch, dass die meisten Informationstafeln zu gezeigten Kleidungsstuecken zwar mit Fotos der Spenderin versehen sind, aber zumeist tragen diese auf den Fotos etwas anderes. So kann man zwar sehen, wie die Traegerin aussieht, eine Verbindung dazu, wie sie das Outfit traegt, gibt es so aber nicht. Daher ist die Ausstellung ganz klar bei den wenigen Kleidungsstuecken am effektivsten und faszinierendsten, bei denen das Foto eines ist, auf dem das in der Austellung gezeigte Outfit getragen wird.

Es gibt aber noch ein grundsaetzlicheres Problem. Sicher ist doch ein Gedanke der Ausstellung, die Besucher anzuregen, ueber Frauen und Macht etwas zu lernen, den Status Quo zu hinterfragen. Sicher sollen so doch Stereotypen ueberwunden werden. Nein, leider ist dem nicht so. Mich haben insbesondere einige der Informationstafeln irritiert. So wird auf einer „interpretiert“, dass Angela Merkel fuer sich „the security of a formal male suit“ adaptiert hat. Dem mag so sein, und ueber die Anzuege mag man streiten. In der Ausstellung ist diese Darstellung dennoch ungluecklich, denn einen Kommentar von Merkel selbst gibt es dazu gar nicht. Zudem steht die gewaehlte Interpretation doch eigentlich auch genau fuer das Stereotyp, gegen das sich die Ausstellung eigentlich wenden will: Frau muss maennlich sein, damit es klappt mit der Macht. Was mich auch sehr verwundert hat, war die Beschreibung verheirateter Frauen: sie waren immer „was married to“. Ein Passiv – sie wurden verheiratet. Ein sehr ungluecklicher sprachlicher Lapsus.

Women Fashion Power. Was kann ich schlussfolgern? Starke Frauen haben starke Kleidung. Das kann man klar in den Ausstellungsstuecken erkennen. Der rote Faden allerdings fehlt, und an vielen Stellen erreicht die Ausstellung das genaue Gegenteil von dem, was eigentlich erreicht werden soll. Vielleicht liegt es daran, dass die Austellung von Zaha Hadid mit nur minimlaer kuratorischer Beratung konzipiert wurde? Und darum muss ich einmal ganz klar sagen: Schusterin, bleib bei deinen Leisten!

Die Ausstellung laeuft noch bis zum 26. April im Design Museum in London (und ist trotz meiner kritischen Beurteilung sehenswert).

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Die Frauen, deren Kleidung in der Ausstellung gezeigt wird, sind:

  • Genevieve Bell, Vice President, Intel Labs, Director of User Experience
  • Camila Batmanghelidjh, Founder and Director of Kids Company
  • Joan Burstein, Founder of Browns
  • Shami Chakrabarti, Director of Liberty
  • Wei Sun Christianson, Co-CEO Morgan Stanley, Asia Pacific
  • Livia Firth, Creative Director of Eco Age
  • Miriam González Durántez, Partner at Dechert
  • Diane von Furstenberg, Founder and Co-chair of Diane von Furstenberg
  • Thea Green MBE, Founder and Managing Director of Nails Inc.
  • HSH Princess Charlène of Monaco
  • Dame Zaha Hadid, Founder and Director of Zaha Hadid Architects
  • Anne Hidalgo, Mayor of Paris
  • Roksanda Ilincic, Designer
  • Qiong-er Jiang, Artistic Director of Shangxia, China
  • Anna Jones, Chief Executive of Hearst Magazines UK
  • Alfiya Kuanysheva, CEO of BATT, Kazakhstan
  • Pearl Lam, Owner of Pearl Lam Galleries, Shanghai, Hong Kong and Singapore
  • Natalie Massenet MBE, Founder and Executive Chair of NET-A-PORTER, Chair of British Fashion Council
  • Megha Mittal, Chairman and Managing Director of Escada
  • Charlotte Olympia Dellal, Designer
  • Julia Peyton-Jones, Director of the Serpentine Galleries
  • Dame Zandra Rhodes, Designer
  • Skin, Musician and lead vocalist of Skunk
  • Anansie Kirsty Wark, Journalist, broadcaster and writer
  • Dame Vivienne Westwood, Designer
  • Morwenna Wilson, Senior Projects Director at Argent LLP
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