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So wie wir und doch ganz anders

1975

1975

Auch vier Frauen, auch vier Dekaden. So wie wir vier Bloggerinnen und doch ganz anders. Die Frauen, um die es hier geht, sind Schwestern. Seit 1975 haben sie sich über einen Zeitraum von 40 Jahren einmal im Jahr fotografieren lassen. Ja und? möchte man fragen. Doch bei genauerem Betrachten entfalten die Fotos eine Magie, der man sich nicht entziehen kann. Sie geht sogar so weit, dass Besucher von Galerien und Museen, in denen die Serie gezeigt wurde, in Tränen ausgebrochen sind.

Die vier Schwestern heißen Heather, Mimi, Bebe und Laurie Brown. Und das ist auch schon alles, was wir über sie erfahren. Wie und wo leben die Frauen? Was arbeiten sie? Ist das Schicksal mild, brutal oder achtlos mit ihnen verfahren? Keine unserer Fragen wird beantwortet, es gibt nur die 40 Fotos und deshalb beginnt man, sie genauer zu betrachten.

Auf allen Aufnahmen stehen die Frauen in der gleichen Aufstellung. Linksaußen Heather (auf dem 1. Foto war sie 23), dann Mimi (15), Bebe (25) und ganz rechts Laurie (21). Die Frauen blicken direkt und unverstellt in die Kamera. Offensichtlich vertrauen sie sich dem Fotografen an. Es ist Nicholas Dixon, er ist der Ehemann von Bebe. Die Frauen sind unauffällig gekleidet, sie wirken natürlich und uneitel. Obwohl sie vor der Kamera stehen, bleiben sie ganz bei sich selbst. Beim Betrachten der Fotos bemerkt man, wie die individuellen Wesenszüge der Frauen nach und nach in den Hintergrund treten. Hervor tritt das eigentliche Thema der Bilder: das Verstreichen der Zeit. Wir sehen den Frauen beim Altern zu, direkt und ohne Photoshop. Im Verlauf der Jahre graben sich Falten in ihre Gesichter ein, die Haare werden grau und dünner. Die Konturen sacken ab. Wir sehen eine Traurigkeit, aber auch viel Selbstbewusstsein und Schönheit. Die Frauen wirken verwundbarer und verwundet, aber auch sichtbar entschlossen durchzuhalten. Die individuellen Gesten der Anfangsjahre, das Verschränken der Arme vor der Brust, das leichte Abseitsstehen, der abgewandte Blick, sind einer Verbundenheit gewichen, die den Betrachter tief berührt. Mit jeder Dekade, die vergeht, präsentieren sich die Schwestern in größerer Innigkeit. Sie stehen enger zusammen, lehnen sich aneinander, umfassen sich mit den Händen. Es ist anrührend, wie still diese Schwarz-Weiß Aufnahmen vom Alter, von Zusammenhalt und Liebe erzählen. Und es ist bemerkenswert, dass sie die Fragen aufwerfen, die wir gerne verdrängen: Wie wird das Schicksal mit mir im Alter verfahren? Mild, brutal oder achtlos? An wen werde ich mich einmal anlehnen können?

Das Fotoprojekt ist im Moment unter dem Titel „The Brown Sisters: Forty Years“ im Museum of Modern Art in New York zu sehen. Oder ganz einfach zu Hause auf der Couch in diesem schönen Buch.

1976

1976

1978

1978

1981

1981

1989

1989

1993

1993

2004

2004

2010

2010

2014

2014

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