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Wie trägt man eigentlich…. Arbeitskleidung?

FotoGanz hinten in den Untiefen meines Schrank findet sich ein mittelgroßer Kleiderhaufen von insgesamt undefinierbarer Farbe: Er ist hier für den Fall der Fälle “zurück” gelegt worden. Im Einzelnen handelt es sich um aus der Mode gekommene Cordhosen oder T-Shirts, die viel zu breit oder zu lang sind, die mit Aufdrucken wie “Entenrennen 1989” oder “Schuleigentum! Sorgfältig behandeln!” verziert sind und ihre Wirkung längst getan haben. Trotzdem hängt das Herz am Vergangenen und tröstet sich mit ewiger Aufb(ew)ahrung. Denn “ausrangiert” ist ja nicht “in den Müll geworfen”! Ja, diese besonderen Kleidungsstücke haben ja noch eine wichtige Aufgabe, denn sie sollen bereit sein, sich jederzeit so richtig nützlich machen zu können. Die Herausforderungen liegen in anstehenden Renovierungsarbeiten, die mit viel Staub und Dreck verbunden sein können, finden sich beim Kelleraufräumen oder Wändestreichen. Hilfestellungen bei Umzügen waren in studentischen Lebenszeiten weitaus mehr gefragt und eingefordert, gleichwohl spielt noch immer das richtige Schuhwerk eine bedeutende Rolle. Die uralten, bequem ausgelatschten, orangefarbenen Sneakers dürfen hervorgeholt und ungestraft getragen werden. Damals fand man eben Sterne auch auf Schuhwerk schön… Besonders zupackend und gradezu handwerklich professionell fühle ich mich, wenn ich in den alten Blaumann mit den viel zu kurzen Hosenbeinen steige, den der kleine Heizungsbauer mir vor 16 Jahren nach Abschluss diverser, geduldig ausgeführter Montagearbeiten in meinem Haus geschenkt hat. Sofort liegt das Werkzeug besser in meiner Hand und ich bin sicher, wenn man mich nur ließe, könnte ich 24-flammige Kronleuchter aufhängen und gleichzeitig auf dem obersten Tritt der Leiter schwindelfrei die Zimmerdecke stundenlang über Kopf streichen! Jeder Farbklecks auf dem”Jumpsuit” wird zum Zeichen von ehrlich erworbenem Ruhm und fortdauernder Ehre! Die beste Nebenwirkung von allen ist jedoch, dass zufällig anwesende “echte” Handwerker mit Sicherheit schwer beeindruckt sind, wenn die Hausherrin a) zunächst nicht als solche erkannt wird und b) einen zumindest äußerlich kompetenten Eindruck vermittelt. Dann erübrigt sich vielleicht auch die Frage “Wollen Sie das nicht zuerst mit Ihrem Mann besprechen?” Sogenannte “Wegwerfanzüge”, die es im Baumarkt zu kaufen gibt, und die nach getaner Arbeit einfach entsorgt werden, sind also in meinen Augen völlig ungeeignet für ernsthafte handwerkliche Tätigkeiten und Fachgespräche! Denn Arbeitskleidung, quasi im Hegelschen Sinne “aufgehoben”, steht in meinen Augen für Tradition, Ritual und Recycling, setzt ein gesellschaftlich dringend erforderliches Statement gegen Wegwerfkultur und die Überbewertung von modischen Trends!

Und wer jetzt überzeugt ist, schaut schnell noch nach, ob der uralte löchrige Strohhut des Opas oder das von allen Familienmitgliedern verlachte (Rot) Käppchen die ganz persönliche “Arbeitskleidung” ultimativ komplettiert!

Tragen Sie sie mit Haltung! Klecksen und Klotzen erwünscht!

 

 

 

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