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Wie Tag und Nacht (#Kunstpilgern)

PicMonkey Collage 4Das Museum Insel Hombroich ist ein scheuer, zurückgezogener Ort. Er liegt zwischen Köln und Düsseldorf und gehört zu den ungewöhnlichsten Museen der Welt. Der Bildhauer Erwin Heerich entwarf für den außergewöhnlichen Landschaftspark 10 Gebäude, die eher wie begehbare Skulpturen erscheinen. Für die Bauten verwandte er gebrauchte, rote Ziegelbacksteine. Gezeigt wird die Kunstsammlung des Museumsgründers, Stifters und Mäzens Karl-Heinrich Müller (1936-2007).  Die Insel kommt ganz ohne Museumswärter aus, es gibt keine Überwachungskameras und keine Alarmanlagen. Der Besucher findet keine vorgegebenen Wege vor, keine Hinweisschilder, keine Richtungspfeiler. Auch Angaben zu den Künstlern, die die Exponate geschaffen haben, fehlen. Auf diese Weise soll sich jeder Gast seinen eigenen Zugang zu den Kunstwerken erarbeiten. Hier geht es um Kunst, Architektur und Natur – und zwar exklusiv. Nichts soll den Besucher in seiner Konzentration stören und so ist selbst das gastronomische Angebot in der Insel-Cafeteria klösterlich karg. Alles in Hombroich ist schön, kompromisslos, von reduzierter Ästhetik  und steht im krassen Gegensatz zum Industriepark Duisburg-Nord, den wir am gleichen Tag besuchten.

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Die 180 ha große Industriebrache, das frühere Hüttenwerk von Thyssen Krupp, das für die Männer, die früher dort am Hochofen gearbeitet haben, eine Art Hölle gewesen sein muss, trägt nach seiner Stilllegung und Restrukturierung im Rahmen der IBA Emscher Park heute durchaus paradiesische Züge. Sie ist ein lebendiger, durchaus auch schöner Ort. Im Zentrum steht das stillgelegte Hüttenwerk. Dessen Gasometer ist heute Europas größtes künstliches Tauchsportzentrum, die Erzlagerbunker wurden zu einem Klettergarten, ein Hochofen wurde zum Aussichtsturm. Doch das Highlight ist die Lichtinstallation des britischen Künstlers Jonathan Park, die dem Gelände nach Einbruch der Dämmerung einen ganz eigenen ästhetischen Reiz verleiht.

Fotos aus dem Landschaftspark Duisburg-Nord: Thomas Berns.

Herzlichen Dank an Claudia Kalinowski für die Führung.

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