Wedding Dresses Austellung im V&A

Heiraten. So ein Thema eben. Und eines, zu dem es sicher so einige Meinungen gibt. Gleiches gilt auch fuer die Kleiderwahl. Und da muss ich ehrlich mal gleich vorweg sagen: ich habs noch nie verstanden! Ok, man moechte wohl huebsch aussehen, aber warum will man Unmengen von Geld fuer ein Kleid ausgeben, dass man nur einmal anziehen wird? Warum ist das Hochzeitskleid von so grosser Bedeutung? Seit ein paar Jahren scheint sich die Bedeutung verzehnfacht zu haben – den vielen komplett vermarkteten Hochzeiten von Beruehmtheiten sei Dank. Bestes Beispiel aus diesem Jahr: die Hochzeit von Kim Kardshian und Kanye West. Ich denke da insbesondere an das Cover der Vogue mit den frisch vermaehlten. Es war ein kontroverses Cover, das bei vielen Lesern gar nicht gut ankam. Im Mittelpunkt, neben dem Paar, stand natuerlich das Kleid.wedding1

Nun gut.

Als ich zu Jahresbeginn den Ausstellungsplan des Victoria & Albert Museums durchforstete entdeckte ich dort einen Hinweis auf Wedding Dresses 1775-2014. Eine Ausstellung, die sich mit der Geschichte des Hochzeitskleids beschaeftigt, und seit Mai im V&A zu sehen ist. Vielleicht, so meine Hoffnung damals, wuerde ich so das ganze Tam-Tam ums Kleid endlich besser verstehen. Und so machte ich mich auf – an meinem Geburtstag in Style – die Ausstellung zu erkunden.

Und dort erfaehrt man viel ueber die Entwicklung des Hochzeitskleids vom Ende des 18. Jahrhunderts bis heute. Auf zwei Ebenen kann man unzaehlige Kleider bestaunen, und auch erfahren, wie zu verschiedenen Zeiten geheiratet wurde. Besonders fasziniert hat mich hier die Geschichte der Heirat von Margaret Whigham und Charles Sweeny. Wie der Independet (in einer Story ueber Whigham) berichtete:

She was born Ethel Margaret Whigham to a multi-millionaire Scot and his wife, and, after an upbringing largely in the US where she was relieved of her virginity at 15 by the actor David Niven, she arrived in London to be unveiled as a debutante, the most beautiful of her era, according to Barbara Cartland. A fleeting engagement to the 7th Earl of Warwick was followed by marriage to the American golfer and socialite Charles Sweeny, their combined celebrity causing a crowd of 3,000 to block streets around the church.

Das lag nicht zuletzt auch an Margarets Hochzeitskleid – jeder wollte die langen Schleppe sehen. Hier gibt es ein paar Bilder; damals hat die British Pathe auch gefilmt – Brillant Society Wedding hiess der Bericht. Kim und Kanye lassen gruessen!

Es ist genau diese Verbindung zwischen Zeit- und Modegeschichte, die die Wedding Dresses Austellung so interessant macht. Man lernt immer auch viel ueber die Zeit, in der ein bestimmtes Kleid getragen wurde. Die Kuratorin der Ausstellung, Edwina Ehrman, bringt es auf den Punkt: “A good wedding dress should reflect the period in which it’s worn”.

Und zu den Kleidern? Nun ja, natuerlich waren viele sehr huebsch. Wunderbare Schnitte. Herrliche Stoffe. Und interessante Designs. Ueberzeugt, meine Meinung ueber die Nutzlosigkeit des Hochzeitskleids zu aendern, hat mich aber keines der Modelle. Das Flower Bomb Kleid von Ian Stuart ist fuer mich der perfekte Ausdruck dieses Gefuehls (grosses Bild oben rechts): huebsch – ja; haben wollen – nein.

Schoen anzusehen waren alle Kleider aber natuerlich trotzdem.Und wenn ich denn gezwungen waere, eines zu waehlen? Oh, dann waere es auf jeden Fall das von Monica Maurice. Mehr Bilder von den ausgestellten Kleidern gibt es auf dem Wedding Dresses Pinterest Board.

Wedding Dresses 1775-2014 ist noch bis zum 15. Maerz 2015 im V&A zu sehen.

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