Was trägt man eigentlich … jenseits der 50 im Hochsommer?

P1070119Im Urlaub ist es natürlich einfach! Am Meer oder in der Hängematte unterm Nussbaum ist mir die Mode egal. Ich möchte es gemütlich haben und nicht über Kleidung nachdenken. Deshalb trage ich Tag für Tag meine Urlaubsuniform. Sie besteht aus Badeanzug, weißen Röhrenjeans, Streifenshirts und einem alten Schlapphut. Aber in der Stadt? So wie gerade jetzt in Berlin bei 27 Grad, Sonnenschein und gefühlten 100% Luftfeuchtigkeit? In der Bahnhofshalle, in superschicken Galerien und auf Straßen und Plätzen sehe ich viel nacktes und schwitzendes Fleisch. Erwachsene Frauen in Hotpants, bauchfreien Tops, schulterfreien Maxikleidern und in Flipflops. Doch nicht alle Frauen der Altersgruppe 50 plus möchten aussehen wie eine Dreijährige auf dem Weg zum Sandkasten. Sie hätten es lieber nicht so nachlässig, konturlos und halbnackt, sondern ein bisschen angezogener. Sich als ältere Frau bei hohen Temperaturen bequem und trotzdem elegant zu kleiden, ist gar nicht so einfach. Die Mode hat sich verändert, von einem selbst mal ganz zu schweigen. Die Suche nach passender Kleidung wird schwieriger, gerade im Hochsommer, denn einige Körperpartien sind nicht mehr so glatt und straff wie früher. Doch das ist kein Grund, sich zu verstecken. Man muss nur Schnitte und Kombinationen finden, die dem veränderten Körper entsprechen. Hier ein paar Tipps, wie Sie jenseits der 50 stilvoll durch den Hochsommer kommen:

1. Am besten sind jetzt unkomplizierte und bequeme Teile, über die man nicht groß nachdenken muss und die mit besonderen Schuhen und einer schönen Tasche trotzdem etwas hermachen. Dazu gehören Hemdblusenkleider oder unkomplizierte Hemdkleider, also im Grunde genommen etwas längere Hemden. Je lockerer sie fallen, desto besser zirkuliert die Luft und kühlt. In diesem Sommer habe ich schöne und bezahlbare Modelle bei Topshop gefunden. Mit einer Clutch oder schönen Sandalen kann man sie schnell etwas rausputzen.

2. Bei hohen Temperaturen trägt sich all das schön, was licht und leicht ist, Raum lässt und nicht zu eng am Körper anliegt. Ich gehöre nicht zu den Frauen, die gerne Kaftane in der Stadt tragen. Sie sind mir oft zu zeltartig, da ich klein bin. Ideal sind für mich Kleider im Kimonoschnitt oder gut geschnittene Hängerchen in figurfreundlicher A-Linie. In Seide oder dünner, gechinzter Baumwolle sind sie leicht wie ein Lufthauch. Dieses hochwertige Material hat natürlich seinen Preis. Wer es günstiger mag, findet bei Cos Modelle in schön knalligen Sommerfarben.

3. Ich fühle mich in einer Kombination aus Seidenbluse und Bleistiftrock sehr wohl. Die schönsten Seidenblusen findet man immer noch bei Equipment. Ja, der Preis ist ein Wort zum Sonntag, aber es handelt sich ja auch um eine Anschaffung fürs Leben. (Ich trage meine Pünktchen-Bluse von Equipment seit 30 Jahren.)Den mit Abstand besten Bleistiftrock dieses Sommers habe ich bei Annette Görtz gefunden. Er ist federleicht, dehnbar und passt sich der Figur an. Das Geheimnis ist die Stoffmischung: 70% Leinen, 26% Polyamid, 4 % Elasthan.

4. Eigentlich ist der Sommer zu schade für Hosen, aber wenn es denn mal eine sein muss, trage ich leichte Sommerhosen aus Seide. Leinenhosen knittern zu schnell. Die bunten Flatterhosen mit großen Mustern, die man jetzt überall sieht, gehen gar nicht. Rote Pappnase auf und ab als Clown in den Zirkus.

5. Zum Schluss zu den Accessoires. Bei schwülem Wetter haben Accessoires eigentlich verloren. Bei mir zumindest. Ich trage bei Hitze nicht mal Schmuck, keinen Ring, nichts. Nur bequeme Sandalen, eine kleine Tasche, Sonnenbrille und gelegentlich einen Panamahut. Er hat sich bei Stadtgängen im Hochsommer sehr bewährt, denn er ist ein vorzüglicher Sonnenschutz und kann schnell in der Handtasche verschwinden, ohne seine Form zu verlieren.

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