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Was trägt eigentlich Barbie?

P1110685Die Paparazzi verfolgen sie, Interviewer stehen bei ihr Schlange, doch nur uns Bloggerinnen gewährte sie eine Audienz von 30 Minuten in ihrem pinken Plastik-Palast.

“Hätten Sie gedacht, dass ich schon fast im Rentenalter bin? Ich habe das große Glück, nicht zu altern und immer noch eine Topfigur zu haben. Ich bin ausgesprochen langgliedrig und verfüge über makellose Beine, die fast zwei Drittel meiner Körpergröße ausmachen. Immer wieder gibt es Menschen, die behaupten, meine Maße von umgerechnet 99-46-84 seien das Resultat schwerwiegender Essstörungen, aber da sprechen Neider, die nicht weiter ernst zu nehmen sind.

Angesichts meiner beruflichen Erfolge werden Sie sicher die Augenbrauen hochziehen – wenn Sie in der glücklichen Lage sind, das im Gegensatz zu mir noch zu können. Ich bin in den unterschiedlichsten Sparten tätig und habe Doktortitel in Tiermedizin, Kindermedizin, Zahnmedizin und Frauenheilkunde. Trotzdem bedeutet Kleidung mir ALLES. Pro Jahr lege ich mir circa 150 neue Outfits zu, die ich mir mit korrespondierenden Schuhen, Taschen, Brillen und Schmuck zusammenstellen lasse. Mein Lebensstil ist luxuriös. Als erfolgreiche Frau verfüge ich über die Mittel, Haute Couture tragen zu können. Außerdem stehen die großen Designer bei mir Schlange, um mich auszustatten.

Mein allererstes Outfit, in dem ich quasi geboren wurde, bestand aus einem Badeanzug aus schwarz-weiß gestreiftem Jersey, den ich zu schwarzen Killerheels, vergoldeten Kreolenohrringen, einer weißen Sonnenbrille mit blauen Gläsern und Pferdeschwanz mit Löckchen auf der Stirn trug.

Mein faltenfreies Äußeres und meine gute Figur sind neben unwesentlichen ästhetischen Eingriffen das Ergebnis meiner sportlichen Aktivitäten. Ich spiele Tennis, bin Cheerleader beim Rugby, fahre im Winter Ski und Schlittschuh und surfe und schwimme im Sommer. Zur Entspannung gehe ich gelegentlich in Jeans und rot-weiß karierter Bluse angeln. Wie Sie vielleicht wissen, besitze ich eine magische Angel, an der immer ein frischer Fisch hängt.

Zu den Kleidern, die in meinem Leben eine wichtige Rolle spielen, gehören mein silberner Raumanzug der NASA, den ich schon 20 Jahre, bevor die erste Astronautin ins All geschossen wurde, bei meinen Reisen in den Weltraum trug. An Wochenenden arbeite ich, wenn es meine Zeit erlaubt, ehrenamtlich als diplomierte Krankenschwester. Ich kann mir zu Gute halten, dass ich in meinem sexy Hemdblusenkleid mit passendem Häubchen, einem kurzen, schwarzen Cape, einer strengen Schmetterlingsbrille, weißen Sandaletten mit Pfennigabsatz, einem Fläschchen Hustensaft und einer roten Gummiwärmflasche schon in so manchem Patienten, der sich eigentlich aufgegeben hatte, neue Lebensgeister geweckt habe. .

Was in meinem Leben bisher fehlt, ist der große Auftritt ganz in Weiß. Vielleicht habe ich aus diesem Grund ein Faible für Hochzeitskleider. Ich habe mich 2005 von meinem langjährigen Verlobten Ken getrennt, jedoch nach sieben Jahren wieder das zarte Band der Liebe geknüpft und zu ihm zurück gefunden. Psychologisch aufschlussreich mag meine Vorliebe für die Farbe Pink sein. Ich wäre einfach schrecklich gerne Prinzessin. Stattdessen rackere ich mich u.a. als Feuerwehrfrau, Polizistin, Flugbegleiterin und Aerobiclehrerin ab.

Meine Looks sind in zahlreichen großen Museen gewürdigt worden. Einer der größten Erfolge war die Dokumentation meines Lebens in einer Ausstellung 2009 in Peking, für die ich 2000 Outfits zur Verfügung gestellt habe. Es herrschte riesiger Andrang, und die Medien berichteten von einer „Barbie-Manie“. So habe ich kurz darauf in Shanghai ein Kaufhaus eröffnet. In dem auch nachts in Pink beleuchteten sechs Etagen auf 3500 Quadratmetern verkaufte ich nicht nur meine Modekollektionen, Häuser und Fahrzeuge, sondern bot den Besuchern auch an, sich in meinem Barbie-Spa zu erholen und an der Barbie-Bar einen Drink zu nehmen. 2011 schloss ich das Haus kurzerhand und radierte China von meiner Landkarte. Bedauerlicherweise findet man dort an jeder Ecke Kopien. Vergebliche Mühe, denn das Original wird man nie erreichen.“

Über Barbie: Barbara Millicent Roberts (Rufname: Barbie) kam im März 1959 auf einer Spielwarenmesse in New York zur Welt. Zu ihrem Clan gehören drei Schwestern, ein Bruder und jede Menge Freundinnen. Barbie ist Single und kinderlos. Sie hat eine Piloten- und eine Rennfahrerlizenz, kandidierte mehrfach für das Amt der US-Präsidentin und hat bis jetzt 17 Filme gedreht. Sie ist Mitglied in zwei Rockbands: Mit Diva, DeeDee und Dana bildet sie das Quartett Barbie &The Rockers und mit Babsy, Belinda und Becky die Band Barbie & The Sensations. Sie ist ausgesprochen tierlieb und hat 17 Hunde, 11 Pferde, 5 Katzen, Papagei, Schimpanse, Pandabär, Löwenbaby, Giraffe, Zebra, Delphin und sogar einen Wal.

(Geschrieben auf der Basis von: Marco Tosa: Barbie – Tausend Gesichter einer Kultfigur. arsEdition, München 1998.)

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