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Was ich diesen Sommer von den Frauen in Andalusien gelernt habe…

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Die Frauen in Andalusien, egal welchen Alters, pilgern im Sommer am Vormittag zum Strand. Sie tun dies in einem leichten Strandkleid oder einem Pareo, auf jeden Fall aber mit passenden Flipflops und Sonnenhut.
Dabei haben sie alles, was man so braucht: Sonnenschirm, Sonnenliege, Kühlbox mit zwei bis zwölf Kaltgetränken, und genug zu essen für die ganze, sie begleitende Groß- oder (wie bei der Dame oben ganz links) Kleinfamilie.
Am Strand tragen sie einen möglichst auffälligen Bikini. Sie würden nicht auf die Idee kommen ihre mehr oder weniger (meist mehr) üppigen Rundungen in einem womöglich auch noch schwarzen Badeanzug zu verstecken. Dieses Strandleben im Bikini ist so selbstverständlich, dass es schon die kleinen Mädchen lernen. Sie sehen es bei ihren Großmüttern und Müttern, Schwestern und Tanten.
Das Strandkleid mit passendem Sonnenhut und Flipflops ist natürlich keine Herausforderung für mich. Der knallorangefarbene Bikini hingegen schon. Nach 3 Stunden höre ich auf, den Bauch einzuziehen. Geht. Cool genug für ein Bikinifoto im Blog bin ich aber doch noch nicht.

Haben sie genug Sonne getankt, brezeln sich die Andalusierinnen dann so richtig auf. Die Kleider sind kurz, die Ausschnitte tief, die Lippen rot. Schmuck muss Gold sein und auch nicht notwendigerweise echt. Die Schuhe sind hoch, am besten gold oder silber oder glitzernd, möglichst (wie bei der Dame oben, drittes Bild von links) alles zusammen. Und natürlich stecken sie ihre Beine weder in Hosen noch in Strumpfhosen oder Leggings. Weiblichkeit wird zelebriert, egal ob sie dem Ideal einschlägiger Frauenzeitschriften entspricht oder nicht. Vom Teenager bis zur Hundertjährigen tragen die Damen ihre Beine zur Schau, dafür wurden sie schließlich gemacht. Besenreiser, Cellulite, zu dick, zu dünn, braungebrannt oder vornehme Blässe – das alles kümmert sie nicht, denn es ist normal… es gehört dazu.

Todesmutig lasse ich die Leggings im Koffer und wage ich mich mit nackten Beinen aus dem Hotelzimmer in die Bar.
Es passiert: nichts.
Kein Wunder, ist ja schließlich auch normal.

Fotos Stephan Burghoff für iknmlo

1 Comment

  1. Cerstin
    Autor
    11/09/2016 / 15:12

    Ganz lieben Dank für die Rückmeldung!

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