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Warum man einen Morgenmantel braucht

Frühstück und Nachtisch sind meine liebsten Mahlzeiten.

Für mich gibt es nichts Schöneres als morgens endlos lange zu schlafen und dann so gegen Mittag in Nachthemd und Morgenmantel an der reichlichst gedeckten Tafel Platz zu nehmen.

Dort möchte ich dann gerne Steinofenkürbiskernbrötchen vorfinden, Mini-Ciabatta und Croissants. Hart gekochte Eier, Männer-Rührei (mit viel Speck und Zwiebeln) und Frauen-Rührei (ohne alles, als kleines Omelett serviert, mit einem Hauch rosa Pfeffer). Lachs mit Meerrettich. Rashers aus dem Backofen (so heißen die gerösteten Speckscheiben, die man in Großbritannien und Irland zum Frühstück serviert bekommt). Warmen Porridge mit Himbeeren. Rosécremant aus dem Elsaß. Grapefruitsaft. Latte Macchiato. Milky Oolong Tee. Assam Tee mit einem Hauch warmer Milch. Quark, Honig und Marmeladen: Erdbeer-Vanille-Samt von Schwartau, die Apfel-Zimt-Weihnachtsmarmelade von meiner Mutter und die Traubenmarmelade und das Quittengelee meiner Schwiegermutter, die Reine Fruchtkonfitüre Heidelbeere nur mit Apfelsaft gesüßt von Staud’s aus Wien. Frische Paprika. Fleischwurst mit scharfem Senf. Hirschsalami aus der Provence. Ribeaupierre Ziegenkäse.
Jeder kann aufstehen, wann er mag, und sich dazu setzen und mitlachen und erzählen und den Tag planen, wenn er möchte.

Ich übertreibe nicht: so sieht es bei uns fast jeden Sonntag aus und es versteht sich von selbst, dass dieses Frühstücksritual im Bett schon allein aus Platzgründen nicht möglich ist.
Und das Highlight kommt zum Schluss: dann geht es nämlich noch mal ins Bett. Für mich der Inbegriff von Wochenend-Gemütlichkeit.

Frühstück, finde ich, will inszeniert werden. Aber nicht im Bett, sondern danach und davor.

Und  genau dafür benötigt man einen Morgenmantel.

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