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T.C. Boyle: Hart auf hart

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Seine Bücher machen mich aggressiv, selten kommt mal eines auf den Markt, das ich in einem Rutsch durchlesen kann. Dennoch besuche ich jede seiner Lesungen. Thomas John Boyle, besser bekannt als T.C. Boyle, mit 17 Jahren gab er sich selbst den zweiten Vornamen Coraghessan, ist witzig und eloquent. Einer der wenigen Autoren, der es schafft, sein Werk auch im besten Sinne des Wortes vorzutragen, beim Lesen mit Leben zu füllen. “There’s nothing like a good story to transport you to a different place outside of yourself,” sagt er und für den Moment, in dem er seine Geschichte vorliest, hängt der ganze Opernsaal an seinen Lippen.

Das Buch ist im amerikanischen Original noch gar nicht erschienen, was die Lesetour schon zu etwas Besonderem macht. August Diehl, der auch das Hörbuch eingelesen hat, liest bei der LitCologne Lesung aus der deutschen Ausgabe, die bereits am 2. Februar 2015 erschienen ist. T.C. Boyle hat sein Werk in einem Aktenordner mitgebracht.
Im Interview gibt er Anekdoten aus seinem Leben frei, positioniert sich zur amerikanischen Außenpolitik vor, während und nach der George Bush Era und wird auf eine gewisse Art nahbar. Wir erfahren, warum er eine Schrotflinte besitzt: ein mit Boyle befreundeter Drogendealer wurde einmal überfallen. Daraufhin fand ein mit beiden befreundeter Waffendealer, dass besagter Drogendealer eine Schrotflinte bräuchte, zum Schutz sozusagen. Nach seinem Tod gab der Waffenhändler sie an Boyle weiter, der den Schutz jetzt dringender bräuchte, fand der Waffendealer. So sieht es also aus, wenn Boyle aus dem Nähkästchen plaudert.

Selbstironisch und wortgewandt spricht er auch über seine Arbeit “I brood, suffer, dress in rags, shiver and try to get my art out, but then again I’m a singer in a Rock’n’Roll band so I guess I’m schizophrenic, too.” und das Leben mit seiner Frau, die er liebevoll “Frau Boyle” nennt “I write in the mornings and in the afternoon I’m free to walk the woods and serve the needs of Frau Boyle.”

Gefragt, ob das Altern seine Art Kunst zu produzieren verändert habe, sagt er, das können wohl nur Literaturkritiker beantworten. “I just engage in my work, see it through and make sure it’s as perfect as it can be.”

The Harder They Come von T.C. Boyle erscheint Ende März 2015.

[flagallery gid=95 w=670 h=500] Fotos: Stephan Burghoff für Iknmlo

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