So läuft der Laden

UBCocktailEinige Fragen wurden mir nach unserem Fotoshooting besonders häufig gestellt. Hier sind sie mitsamt meinen Antworten.

1.Warum machst Du bei einem Fotoshooting mit? Weil es mir Spaß macht. Weil ich es aufregend finde, aus meinem Alltag heraus zu treten. Weil ich andere Frauen ermutigen möchte, auch mal was Verrücktes zu tun. Weil überhaupt alles viel zu glatt ist und der Künstler Nam June Paik einfach Recht hat mit seinem Satz „When too perfect lieber Gott böse.“ Wenn Mode zu perfekt vorgeführt wird, wirkt das manchmal steril und unnatürlich. Da fehlt oft das Leben, die Patina.

2.Macht ein Fotoshooting viel Arbeit? Ja. Das Fotoshooting selbst hat von Freitagabend bis Sonntagabend gedauert, aber die Vor und Nacharbeiten waren sehr aufwändig. Die Kontakte zu unseren Kooperationspartnern haben wir schon Monate vorher hergestellt und im Vorfeld viele Gespräche geführt. Wir haben die Kleidung und einen passenden Ort für das Shooting ausgesucht, Ideen entwickelt, die Locations für jedes einzelne Foto festgelegt und in Absprache mit dem Fotografen und unseren Kooperationspartnern einen detaillierten Ablaufplan ausgearbeitet. In der Woche nach der Fotoproduktion haben wir noch mal intensiv gearbeitet, liegend, sitzend, im Zug, im Café, im Bett – und alles nebenberuflich. Wir mussten die 2000 Fotos editieren und bearbeiten, unsere Texte schreiben und aufeinander abstimmen. Auch diese Koordination erfordert Zeit, denn wir sitzen ja nicht nebeneinander in einem Büro, sondern leben weit entfernt voneinander.

3.Konntet ihr die Kleidung, die ihr auf den Fotos tragt, selbst festlegen? Ja.

4.Werdet Ihr für die Fotos und Eure Artikel bezahlt? Nein, aber wir konnten die Kleidung, die wir während der Fotoproduktion getragen haben, behalten.

5.Welches Feedback hast du zu deinen Fotos bekommen? Viele meiner Freunde denken, ich sei verrückt geworden, weil ich Fotos von mir ins Internet stelle, aber dankenswerterweise hüllen sie den Mantel des Schweigens über die Aktion. Diejenigen, die sich geäußert haben, machten mir Komplimente. Das beste kam von meiner Putzfrau. Sie kennt mich sonst nur in Jogginghosen am Schreibtisch und wenn ich sie richtig verstanden habe, murmelte sie beim Betrachten der Fotos so etwas wie „Schöne Frau.“

6.Was empfindest du, wenn du dich auf den Fotos siehst? Ich finde mich zu stark geschminkt und gepudert. Ich finde die Fotos langweilig, auf denen wir einfach so im Moor rumstehen und in die Kamera gucken. Ich mag alle Fotos sehr gern, auf denen wir etwas gewagt haben. Die Stahlbadewanne, der Grüne Salon, Füße auf dem Tisch in der Lobby und über- und untereinander liegend auf der Couch – das ist schon cool.

7.Gehört viel Mut dazu, in deinem Alter vor die Kamera zu treten? Bisher muss man mich ja noch nicht am Gehwagen vor die Kamera schieben – und selbst wenn, fände ich die Frage altersdiskriminierend. Nein, ich fand nicht, dass ich Mut brauchte. Ich war zu meiner eigenen Überraschung ganz entspannt. Das lag an unserem ruhigen, kompetenten Fotografen und der absolut kooperativen Stimmung im Blog. Da schiebt sich keine ins Bild und will besser aussehen als die anderen, sondern jede gibt jeder Tipps, wie man stehen und gucken könnte.

8.Findest du es manchmal seltsam, dich so offen im Internet zur Schau zu stellen? Ja, ich überrasche mich damit andauernd und immer wieder.

Bluse: Marc Aurel
Foto: Tanja Bültmann im Gräflichen Park für IKNMLO

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