So geht das gute Leben! Kurzurlaub im Gräflichen Park Bad Driburg

P1150692Viele Menschen fragen sich angesichts immer stressigerer Jobs, wie das eigentlich geht, ein gutes Leben zu leben. Ich habe viele Freunde, die sich gerne mal zwischendurch eine Auszeit gönnen und ein oder zwei Tage wegfahren. Aber warum eigentlich immer so weit weg? Da sitzt man einen halben Tag im Zug oder steht Stunden im Stau, flitzt hektisch über die Kö oder hetzt über den Kudamm und hakt am Ende des Tages noch drei Ausstellungen ab. Mit Erfüllung oder Sinnhaftigkeit hat das oft wenig zu tun. Letzte Woche fuhr ich aufs Land. In den Gräflichen Park nach Bad Driburg. Und fand es toll!

Freie Zeit ist das Kostbarste, was es gibt. Es ist zu schade, sie in einer uninspirierten oder unangenehmen Umgebung zu verbringen. Der Gräfliche Park wirkt immer ein wenig wie aus der Zeit gefallen. Ein englischer Landschaftspark, 64 ha groß, mit Irrgarten, Rasentennisplätzen, Konzertmuschel, Brunnenarkaden, historischen Badehäusern und sechs Logierhäusern, die die Jahrhunderte alte Geschichte der Familie der Grafen von Oeynhausen-Sierstorpff widerspiegeln, aber auch die Annehmlichkeiten eines modernen Luxushotels bieten. Ich wohnte im Sierstorpff-Logierhaus. Es ist 232 Jahre alt, wurde 1783 von Caspar Heinrich von Sierstorpff errichtet und jetzt von Helen Prinzessin zu Oettingen-Wallerstein mit Hilfe von ortsansässigen Handwerksbetrieben komplett neu gestaltet. Die Gästezimmer: eine Mischung aus edlem Aristo-Chic und fröhlich-buntem Boho-Style mit Blumentapeten, Seidengardinen, großzügig bemessenen Bädern und Schrankzimmern, herrlichen Betten – und – wann hat es das je gegeben? Kunst an den Wänden, auf der das Auge verweilen möchte.

Und was ich sonst so machte? Nichts Spektakuläres. Ich stellte mir einen Liegestuhl ans Fenster des Garten-Spa und genoss den Anblick der blau blühenden Schmucklilien, schwamm in der warmen Abendsonne, aß und schlief königlich. Am nächsten Tag ging ich durch den duftenden Liliengarten und den Rosengarten. Ich sah den Hirschen und Rehen bei der Wildfütterung zu. Ich ließ mich vom Sommerregen nass regnen. Und vergaß Zeit und Raum in Piet Oudolfs Staudengarten. Alles war gut. Wenig Aufwand, ganz großes Vergnügen.
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