Schwarzwälder Kirschtorte, Kunst und eine kuriose Kopfbedeckung

TorteHut

Angeblich ist die Schwarzwälder Kirschtorte ja Rheinländerin. Was? Wie? Sie kommt gar nicht aus dem Schwarzwald? Nein, der Konditormeister Josef Keller behauptete, die Torte 1915 in Bonn-Bad Godesberg erfunden zu haben. Andere Quellen weisen darauf hin, dass sie im schwäbischen Tübingen zum ersten Mal kreiert wurde. Wie dem auch sei: Mittlerweile ist die Torte Teil der Corporate Identity des Schwarzwaldes wie die Kuckucksuhr oder der Bollenhut – und Hauptsache ist doch, dass sie schmeckt.

Natürlich verspeise ich nicht jedes Mal, wenn ich im Schwarzwald bin, ein Stück Torte. Genauso wenig übrigens, wie ich mir, kaum aus dem Zug gestiegen, den Bollenhut auf den Kopf stülpe! (Mut zum Hut hin oder her …) Erstens entstand das Bild, wie man dem gequälten Gesichtsausdruck entnehmen kann, nicht ganz freiwillig, und zweitens trägt man den Hut in „meiner“ Ecke des Schwarzwaldes gar nicht …

Die Torte dagegen gibt es überall. Aber wenn ich ein Stückchen „Schwarzwälder“ esse, dann nur dort, wo sie hausgemacht ist und die Umgebung dazu passt. Zum Beispiel im dreihundert Jahre alten Gasthof Spielweg im Südschwarzwald. Die wunderschöne Sonnenterrasse, der Blick auf den Hang mit den alten Schwarzwaldhöfen – es stimmt alles. Und wem nach all der Natur nach etwas Kultur ist, der spaziert einfach wenige Schritte in eine der alten Stuben hinein. Sie ist dem elsässischen Illustratoren und Autoren Tomi Ungerer gewidmet, der für seine Kinderbücher („Die drei Räuber“) sowie für seine frech-frivolen Zeichnungen für Erwachsene bekannt ist. Er ist hier Stammgast, und sofern man nach der Torte noch aufnahmefähig ist, kann man in der Stube Originale seiner Zeichnungen bewundern. Vielleicht sollte man das aber besser vor dem Kuchen tun …

Hang10

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