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Schuhgeschichten

IMG_4933„Give a girl the correct footwear and she can conquer the world.“ So die Meinung von Bette Midler. Was man unter „korrekt“ versteht ist aber wohl eine andere Frage. Bette dachte vermutlich an High Heels, aber die sind so eine Sache – und eine, ueber die man durchaus streiten kann. Zumindest ein wenig. Aber bei Schuhen geht es sowieso nicht immer nur um ihre Schoenheit und die Hoehe des Absatzes. Fuer die meisten Menschen sind sie wohl vor allem eines: ein Gebrauchsgegenstand. Und so haben sie ein lange Geschichte – und genau dieser Geschichte widmet sich das Bata Shoe Museum in Toronto.

Das Museum feiert Stil und Funktion von Schuhen aller Art in vier Ausstellungen. Man beginnt am besten in der „Footwear through the Ages“ Galerie. Hier wird die Geschichte des Schuhs auf informative Weise dargestellt – vom Oetzi-Schuh mit Gras-Isolierung bis hin zu einer Kollektion winziger Barbie-Schuhe. Man lernt ueber Chopines, die Plateau-Schuhe aus der Renaissance. Und die ersten High Heels, die in der Barockzeit ein Zeichen von Reichtum waren – arbeiten liess sich in ihnen kaum. Beleuchtet wird auch die schreckliche Tradition der Fussbindung, die bis Anfang des 20. Jahrhunderts in China zu finden war. Die ideale Groesse des Lotusfusses: weniger als 8 cm! Die Qualen der Maedchen und Frauen, deren Knochen gebrochen wurden, und die auf ihren gebundenen und deformierten Fuessen kaum laufen konnten, moechte man sich gar nicht erst vorstellen.

Neben diesen nachdenklich stimmenden Ausstellungsstuecken findet sich eine Galerie mit Schuhen beruehmter Menschen. Marilyn Monroe’s herrliche rote Pumps. Die vermutlich weit gereisten Flip Flops des Dalei Lama. Und die schlichten flachen Schuhe der jungen Queen Victoria. Auch in diesem Teil der Asstellung geht die geschichtliche Dimension also nicht verloren. Unglaublich interessant ist auch die Galerie mit Schuhen aus aller Welt. Dort findet sich zum Beispiel in Paar wunderschoener Stiefel aus der Mongolei. Es wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Dondoghulam getragen, der ersten Gemahlin von Bogd Javzandamba, dem letzten Herrscher der Mongolei. Und die aufwenidgen Stickereien auf den moccasins vieler Indianerstaemme – unglaublich. Wolle, Seide und Pailletten wurden verwendet. Dagegen wirken die Sneakers „Out of the Box“ – die Austellung,  die meine Tour abschloss – noch unattraktiver, als sie es zumeist sowieso schon sind.

Ueber 12,000 Schuhe befinden sich ingesamt in der Kollektion des Museums. Ihren Ursprung hat sie in der Passion einer Frau fuer Schuhwerk und seine Geschichte: Sonja Bata. Sie begann in den 1940er Jahren die Welt zu bereisen, und Schuhe zu sammeln. Im Jahr 1979, als die privaten Raeume der Bata Familie aus den sprichwoertliche Naeten platzten, gruendete sie die Bata Foundation, die sich um die Kollektion kuemmerte, und auf die Gruendung eines Museums hinwirkte. Es wurde 1995 eroeffnet. Eine wunderbare Kulmination einer wunderbaren Passion fuer Schuhe. Und dem Museum sei Dank werden sie nun von vielen Menschen gehoert: die Schuhgeschichten.

Die Austellungen in den verschiedenen Galerien wechseln.

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