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Potsdamer Straße – unterwegs auf der Westberliner Szenemeile

picmonkey-collageDie Potsdamer Straße vibriert und staubt. „Schön ist dit nich.“, sagt der Berliner. Täglich rollen eine Viertelmillion Autos vorbei. Der Straßenstrich an der Ecke Kurfürstenstraße floriert, tiefer gelegte Autos mit schwarzen Scheiben wummern Richtung Kanal. Die Schmuddelecke ist immer noch da. Wettbüros, Imbissbuden, Nagelstudios und dubiose Händler. Doch zwischen Lützow- und Pohlstraße ist auf derselben Straße Hipster-Alarm. Überall an den Hausfassaden wird gezimmert und gebohrt, in den prächtig restaurierten Hinterhöfen parken jetzt Ferraris. Gerade mal 300 Meter ist dieser Abschnitt lang, und er hat es in sich. Das Gallery Weekend hat schon seit ein paar Jahren seine Marschroute in den ehemals blinden Fleck der Kunst gelegt. Als Erster zog der Galerist Martin Klosterfelde hierher, in einen ehemaligen Schreibwarenladen. Zum Glück, denn die alte Ladeneinrichtung blieb erhalten. Andere kamen und blieben, sodass eine Vielfalt von Galerien entstanden ist.

Alle Fäden laufen rund um einen Hinterhof zusammen, in dem das ehemalige Gebäude des „Tagesspiegels“ steht. Andreas Murkudis eröffnete hier 2009 seinen Concept Store. In der Nachbarschaft hat kürzlich das skandinavische Modelabel Acne eröffnet. Hutmacherin Fiona Bennett steht wenige Häuser weiter am Tresen und verkauft ihre wunderschönen Kreationen. Schräg gegenüber einer der wenigen Dinosaurier: das Varieté Wintergarten. Die Küche an der „Potze“ ist breit gefächert. Von koreanisch über russisch bis zu amerikanisch. Mittags sind die Tische bei „Maiden Mother & Crown so voll besetzt, dass es an manchen Tagen schon ab 15 Uhr nichts mehr zu essen gibt. Ich mag die bodenständige Atmosphäre in der Joseph-Roth-Diele. Kleine Tische mit rot-weiß-karierten Tischdecken, an den Wänden Fotos und Regale mit Büchern von Joseph Roth. Auf der Speisekarte Gerichte wie früher Sonntags zu Hause. Wiener Schnitzel und Kässpätzle sind superlecker, das Bierchen dazu zischt nur so rein. Am Abend darf es gerne wieder eleganter sein. Da sollte man sich die Victoria Bar im Haus schräg gegenüber vormerken.

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