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Platzhirsch

Liebe Ute,
käme ein Mann für Dich in Frage, der Männer-Modemagazine liest? Macht der Mann sich in einer karierten Hose zum Clown? Sieht er im Tropenprint aus, als wäre er auf dem Weg zur Mottoparty? Soll er im Winter zum eleganten Hut greifen oder lieber zur sportlichen, kleinen Wollmütze? Hältst Du es eher mit Klaus Biesenbach, dem MoMa-Kurator, und seinem 20 identischen, minimalistischen Anzügen oder mit dem Verleger Hendrik TeNeues, der sich jedes Knopfloch am Hemd in unterschiedlichen Farben besticken lässt? Welcher modische Trend geht für den Mann und welcher auf keinen Fall?  Für mich steht die Weste mit den tausend Taschen ziemlich weit oben auf der Liste der männlichen Kleider – No Gos. In ihr glaubt der Mann sich als das darzustellen, was er seit Jahrtausenden nicht mehr ist: Jäger und Sammler.  Auf den weiteren Plätzen meiner Negativ-Liste stehen so illustre Modeerscheinungen wie die Pfeifenhandtasche mit dem kleinen Lederband am männlichen Handgelenk, der gelbe Strickpullunder zum dunkelblauen Jackett, jede Art von Jackett mit ledernen Ellenbogenschonern oder das über der Hose getragene Hemd.
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Ursel

Liebe Ursel,
bedenke: Von der Natur vernachlässigt, geschlagen mit der Neigung zur Glatzenbildung oder gar eklatantem Haarwuchs an Stellen, von denen auch nur Männer meinen können, hier seien Haare ein Zeichen besonderer Männlichkeit, innerlich getrieben von hormonell bedingter Sammler- und Jagdlust, ständigem Konkurrenzdenken unterworfen, soll sich der Mann zu all dem noch mit modischen Fragen auseinandersetzen und womöglich zu einem eigenständigen Geschmacksurteil gelangen!
Wo kämen wir denn dahin?
Eben!!!
Das weibliche Geschlecht leidet mit und toleriert großzügig den vermeintlich supermodischen Griff des Mannes zur farblich delikaten roten Hose, schlägt nur leicht die Augen himmelwärts beim Anblick älterer Semester in Spielhosen („Shorts“), wünscht sich jedoch inbrünstig, hin und wieder auch mal auf ein Exemplar männlicher Eleganz zu treffen, welches (unter unbedingtem Verzicht auf alles, wo „Jack Wolfskin“ drauf steht) mit gewandter Sicherheit das Altbekannte salopp zu tragen oder gar neu zu kombinieren weiß!
Die bewährte BlueJeans (Achtung: bitte keine sog. Schinkenbeutel!) mit weißem Hemd und leicht gebräunten, muskulösen Unterarmen geht bei uns doch immer! Und, nicht vergessen: Ein Hemd mit Pullover gefällt , Pullover ohne Hemd sieht eher erbärmlich aus!
Natürlich wollen wir uns lieber an die Männerbrust im hundertprozentigen, mindestens drei-fädigen Kaschmirpullover kuscheln, als dem kratzigen Wollpullover in Lodengrün zu nahe zu kommen!
Ein gut sitzender, edler Anzug (Ermenegildo ZegnaIMG_1059!), getragen, ohne den Mann im grauen Heer der Anzugträger unsichtbar werden zu lassen, könnte uns beeindrucken! Vielleicht mag dieses Kunststück ja sogar gelingen, ohne den Griff zu „lustigen“ Mottokravatten, die den Anwesenden unübersehbare Hinweise auf Hobby oder weitere Professionen des Trägers signalisieren! Deutlich wird hier allerdings, wie beschränkt die Wahrnehmung der Männer einer modischen Tummelfläche insgesamt ist! Scheint es doch, als sei der Mann von Welt verurteilt, die Restbestände seiner modischen Phantasie mit der Auswahl des passenden Schlipses zu verschwenden! Da werden die 20 identischen minimalistischen Anzüge des modemüden MoMa-Kurators einfach zur Uniform. Geht auch.
Welcher Mann ist sich seiner Persönlichkeit bewusst, bewährt sich schon bewundernswert sicher in der Königsdisziplin des individuellen Geschmacksurteils und fragt nicht andere danach, ob er nun endlich seinen Schlips abnehmen dürfe, solle, wolle…
Wie schwierig ist es in der Männerwelt unangepasst zu sein, sich wenig oder gar nicht um Do´s and Don´t´s zu kümmern, zu tragen, was gefällt und sich vielleicht sogar selbstbewusst zu inszenieren! Und, liebe Bauchträger, die deutlich dargestellte Auffassung, dass die inneren Werte mehr zählten, als das Äußere, hat wohl eindeutig mit eurem Essverhalten zu tun! Dass wahre Schönheit von innen kommt, hat auch uns Frauen noch nie wirklich überzeugt!

Da geht noch was!!!

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