Packliste … Apulien

P1020456Wir sind im Mezzogiorno, in Apulien. Ein Dorf auf steil abfallendem Kalkfelsen hoch über dem Meer. Mit liebevoll geweißelten, schmalen Treppen, die zu den erhöht liegenden Wohnräumen führen. Hausfassaden, die durch kleine Loggien und Balkone belebt werden. Barocke Tür- und Fenstereinfassungen. Der Dachaufbau, den Trulli verwandt, ist ein Tonnengewölbe. Entlang der Hauswände sind Leinen gespannt, an denen Wäsche trocknet. Neben den Hauseingängen hängen weiß gestrichene Konservendosen, die als Blumentopf dienen.

Am Meer. Pinien- und Orangenhaine, Oliven und Steineichen reichen bis ans Wasser. Eine Bucht, ein kleiner Sandstrand, ein Hotel, nur 10 Zimmer. Komfortabel, aber nüchtern, es gibt keinerlei Luxus. Hier lässt sich Freiheit zu einem niedrigen Preis erfahren und wir können uns einem in Vergessenheit geratenen Zeitvertreib widmen: dem Müßiggang. Ein Dresscode wäre absurd. Dementsprechend einfach ist meine Packliste: Bücher und Zeitschriften, Schwimmflossen, Sunblocker und After-Sun Produkt (La Roche-Posay), schwarzer Neckholder-Badeanzug, Sonnenbrille (Strenesse), Panama-Hut, rote Strandsandalen (Melissa), fürs Dinner ein langes, schwarzes One-Shoulder–Strandkleid (Annette Görtz), dazu eine schöne, schwarze Halskette.

Mein wichtigstes Accessoire: ein Moleskine-Notizbuch und ein Stift. Sobald man die typische Ungeduld überwunden hat, die einen überkommt, wenn man gezwungen ist, die Hektik des Alltags hinter sich zu lassen, erkennt man Dinge über sich selbst, von denen man nicht einmal wusste, dass man sie herausfinden wollte. Meine erste Erkenntnis habe ich allerdings bei Bruce Chatwin geklaut: Tourismus ist eine Todsünde.

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