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Paare: Dirk Bennewitz und Andrea QBI Kubasch

QBIDirk Bennewitz, raspelkurze Haare, ehemaliger Breakdance-Meister, Kampfsportler und Fallschirmspringer, „ein typischer Kerl“, wie seine Frau sagt, hat sich viel Zeit genommen. 24 Jahre und 6 Monate. „Ich fand Heiraten 24,5 Jahre nicht wichtig.“ Dabei war von Anfang an klar, dass Andrea die Frau seines Lebens ist. Schon mit 20 hatte er zu ihr gesagt, dass sie irgendwann heiraten würden, „In 25 Jahren oder so.“ Doch mit 20 ist das gleichbedeutend mit NIE. „Ich konnte mir mit 20 nicht vorstellen, jemals 45 zu sein.“

2013 bat er Andrea QBI Kubasch, seine Frau zu werden. Mehrmals setzte er zum Antrag an und griff nach dem Ring in der Hosentasche. Doch immer gerade dann schellte das Telefon oder Andrea wollte schnell noch ein kleines Alltagsproblem mit ihm klären. Bei einem Spaziergang an der Ostsee war es schließlich so weit. Da, wo sie herkommen und wo sie sich kennen gelernt haben. „Mein Antrag war nicht fernsehreif. Ich habe mich nicht am Seil aus einem Hochhaus vor ein Restaurant abgeseilt, in dem Andrea saß.“

Andrea nahm ihn trotzdem an.

Andrea QBI Kubasch ist als Frau ein echter Hingucker. Blond, langhaarig, sehr charmant. Die heute 45Jährige ist keine Frau, die sich verzerrt und verbittert, nur weil der Antrag auf sich warten lässt. Das Leben der Diplom-Betriebswirtin und ehemaligen Marketingdirektorin von Warner Music, die ihren Job aufgab, nachdem eine Band, die sie betreute, in einem Flugzeug ums Leben gekommen war, in dem auch sie hätte sitzen sollen, fühlte sich auch so rund und schön an. Sie war ausgestiegen aus ihrem anstrengenden Job, Yogalehrerin geworden, hatte auch Dirk Bennewitz zum Yoga gebracht und 2000 in Hamburg ein eigenes Studio gegründet. „Ich hätte mich nicht nach 25 Jahren von ihm getrennt, wenn er sein Versprechen nicht eingehalten hätte.“ Sie gibt zu: Von sich aus hätte sie ihn nie gefragt. „Weil das bei Dirk von innen heraus kommen muss. Ich kenne es von ihm, dass manche Dinge Zeit brauchen.“ Sie hatte Vertrauen – in ihn, in sich, in ihre Beziehung. „Schon als wir zusammen gekommen sind, war klar: Egal was kommt oder wer sich zwischen uns stellt – uns wird nichts auseinander bringen.“ Das sei ihr gemeinsamer Ehrenkodex gewesen, daran haben sie sich all die Jahre gehalten und keiner hat das je missbraucht.

Die spätberufenen Hochzeiter heirateten standesamtlich in Timmendorfer Strand, die Braut klassisch in Weiß. Sie feierten am Strand. „Ganz normal, keine große Hochzeitsshow, nur mit der Familie.“, wie sie sagen. Wichtig war ihnen der Ort. Am Meer sollte es sein, wo sie aufgewachsen sind und wo sie sich kennen gelernt haben.
Gefunkt hatte es bei Dirk Bennewitz 1988 auf seiner Abiturfeier am Carl-Jacob-Burckhardt-Gymnasium in Lübeck. Andrea, damals 18 und eine Jahrgangsstufe unter ihm, stand auf der Bühne und sang. Bis heute ist das für ihn ein magischer Moment. Er hatte sie schon länger auf dem Schirm gehabt. Sie war Eiskunstläuferin, machte Yoga, war ein Jahr zum Austausch in Frankreich gewesen. Ihm wurde klar, dass er bald wegziehen würde aus Lübeck und sie vielleicht nie wieder sähe. „In dem Moment habe ich sie mit ganz anderen Augen gesehen.“ Er ergriff die Initiative. „Willst Du mal mit mir Kajak fahren?“ Es sei nicht der ultimative Anmacher-Spruch gewesen, sagt er heute lachend dazu, lediglich ein Versuch, eine Gemeinsamkeit zu konstruieren.

In der Zeit vor Internet und Smartphones musste man noch reden, Briefe schreiben, sich treffen. Bei den Beiden passte es von Anfang an. Sie sei voller Leben, schwärmt Dirk Bennewitz von seiner Frau. Bei ihr sei immer Action, was ihm wichtig ist, denn Stillstand empfindet er als Bedrohung. Dass er sich hundertprozentig auf sie verlassen könne, gebe ihm Sicherheit. Beide reisen gern, sind tierlieb, lieben die Natur und sind sehr sportlich. Dirk lernte schon mit 8 Jahren Aikido, Andrea fing als Kind mit Yoga an. Von Anfang an hatten sie eine Herzens-Verbindung mit einer tiefen spirituellen Basis. „Die haben wir in die Wiege gelegt bekommen“, erklärt Andrea QBI Kubasch. Bevor sie in Hamburg zusammen ziehen konnten, mussten sie eine zweijährige Fernbeziehung überstehen. Danach waren sie sich sicher: Wenn es in der schwierigen und wackligen Anfangsphase klappt, geht es auch danach gut. Längst haben sie berufliche Neuanfänge und persönliche Transformationen zusammen geschweißt.

Es war in einem Möbelladen in Hamburg, in der die Beiden als junges Paar einen Mann beobachteten, der seiner Frau eine Lampe zeigte. Sie sah „um Zustimmung heischend zu uns rüber“ und wies ihn zurecht, dass die Lampe ganz schrecklich aussähe und ihr Mann absolut keinen Geschmack habe. „In diesem Moment guckten wir uns an und ich dachte: So möchte ich nie werden.“, erzählt Dirk Bennewitz. Herabsetzungen unter Paaren sind für ihn ein Spiegel dessen, was innerhalb einer Beziehung los ist, auch wenn es oberflächlich als Scherz verpackt ist. Als beziehungsförderlich betrachten sie ein gemeinsames Ziel, eine gemeinsame Mission, „das Commitment“, wie sie es ausdrücken, für das, was sie am meisten verbindet: ihre Spiritualität.

„Yoga findet ja nicht nur auf der Plastikmatte statt.“, betont Andrea QBI Kubasch. Doch wie wirkt es sich auf das Zusammenleben aus, wenn das Leben beider Partner durch Yoga bestimmt wird? Frau Kubasch sagt, ihr Mann sei „ein klassischer Macho, aber trotzdem ein friedlicher Krieger“. Ihr imponiert, dass er kein Problem damit hat, seine Spiritualität auch nach außen zu leben. „Alles ist gut, wenn man aufhört, in der Beziehung zu kämpfen.“, ist eine seiner Maximen. Man müsse nicht immer seine Meinung durchsetzen und alles ausdiskutieren. „Wir wissen beide, was wir wollen und was wir können. Da gibt es Konflikte. Reden ist wichtig, aber man sollte die Probleme nicht zu sehr zerfleddern.“ Wichtig sei, dass jeder er selbst bleibe und seinen individuellen Charakter behalte. Man müsse behutsam miteinander umgehen, dem anderen und sich selbst erlauben, sich weiter zu entwickeln und darauf achten, dass beide Partner im Gleichgewicht seien. „Die Probleme fangen immer dann an, wenn die Dinge aus dem Gleichgewicht geraten. Wenn einer sich aufopfert oder das Gefühl hat, dass die Balance in der Beziehung nicht mehr stimmt.“

Andrea QBI Kubasch betrachtet ihre Beziehung als Geschenk, für das es sich immer wieder zu bedanken gilt, auch beim Partner. Sich gut zu verstehen, sei nicht selbstverständlich und erfordere Achtsamkeit und Arbeit. „Natürlich haben wir Konflikte und natürlich denke ich manchmal, es ist mir zu anstrengend und ich habe keinen Bock mehr.“ Wichtig sei, die negativen Gefühle raus zu lassen. Man sollte nie dem anderen die Schuld zuweisen, sondern überlegen, was man selbst dazu beigetragen hat, dass es so weit kommen konnte. „Es ist unheimlich wichtig, dass man sich und dem Partner verzeihen kann.“ Auch Dirk Bennewitz betont, wie wichtig Kompromisse in einer Beziehung sind. Viele Partnerschaften scheiterten, weil die Menschen Egomanen seien, die nicht in der Lage sind, aufeinander zu zu gehen.

Dass sie zusammen leben UND arbeiten, betrachten Andrea und Dirk mittlerweile als Gewinn. Am Anfang sei das nicht leicht gewesen, da sie ihre unterschiedlichen Lebenswelten erst synchronisieren mussten. Doch inzwischen habe ihre Beziehung durch die gemeinsame Arbeit eine zusätzliche Ebene bekommen, die sie als Paar weiter bringe. „Yoga zu unterrichten ist keine herkömmliche Arbeit wie Buchhaltung.“, erklärt Andrea. Bei ihnen gehe alles ineinander über, Berufliches und Privates seien nicht zu trennen. Wenn sie merken, dass der andere seine Ruhe braucht, „ziehen wir uns zurück.“ Es sei hilfreich, zwei Studios und Büros zu betreiben.

Wichtig sind ihnen regelmäßige, gemeinsame Auszeiten. „Nichts Überkandideltes, nichts mit Duftkerzen und Kräuterstäbchen.“, erklärt Dirk. Wann immer es zeitlich klappt, fahren sie mit ihrem Hund ans Meer und gehen spazieren. Ein anderes Ritual ist die tägliche gemeinsame Mahlzeit.

Und dann erzählen sie von Herrn und Frau Feddersen, dem alten Ehepaar aus der Etage über ihnen. Schon jenseits der 80, zusammen durch Dick und Dünn gegangen, immer freundlich und respektvoll zueinander und Hand in Hand spazieren gehend. „Alte Schule, echt schön!“, nicht so verbittert wie in vielen anderen Beziehungen, in denen man sich nur aus Gewohnheit nicht trennt. Für Andrea ist auch die langjährige Ehe ihrer Eltern ein Vorbild. Beständigkeit ist für sie ein wichtiger Faktor. „Nicht gleich aufgeben, das wird heute ja so schnell gemacht. Die Flinte wird ins Korn geworfen, aber die Probleme bleiben die gleichen. Mit einem anderen Partner sind sie nur in einer anderen Verpackung.“

Natürlich fragt man ein Paar, das so Vieles verbindet wie Dirk und Andrea, ob es vielleicht einen Tipp hat für das Gelingen einer Beziehung. Dirk Bennewitz zögert lange, denn für ihn macht es eigentlich keinen Sinn, eigene Beziehungsmuster auf andere zu übertragen. Er betont, dass es in einer Beziehung nicht darum gehen sollte, Recht zu haben. Für ihn gibt es beim Zusammenleben keinen Gewinner. „Ich habe doch gesagt, Du sollst da lang fahren, das wäre schneller gegangen.“ Kleine Dinge, bei denen wir uns immer wieder ertappen und an denen sich ein Paar so aufreiben kann, dass nichts mehr übrig bleibt. Andrea QBI Kubasch empfiehlt, offen zu sein für die Interessen des anderen und sich für sie zu begeistern. Und: Weniger Frauen- und Männerzeitschriften zu lesen. „Wie man aussieht und welche Bauchmuskeln man hat, ist das Unwichtigste von Allem.“

Dirk Bennewitz und Andrea QBI Kubasch sind Inhaber der Power Yoga Germany Studios in Hamburg. Die renommierten Yogalehrer geben weltweit Kurse und sind Verfasser zahlreicher Publikationen und DVDs. Ihr neues Buch ist „Faszientraining mit Yin-Yoga“, Verlag Lotos/Randomhouse, 2014.

www. poweryogagermany.de
http://www.poweryogagermany.de/yoga-inhalte/was-ist-yin-yoga.html

Foto: Marco Grundt

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