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NYET! A Brexit UK Border Farce – und mein Camden Geheimnis ist gelüftet

Wie geht man eigentlich mit dunklen Zeiten um? Brexit ist auf jeden Fall genau das – sehr dunkel. Aber auch jetzt muß man doch manchmal lachen. Sonst wird ja alles noch viel schlimmer. Charlie Chaplin hat uns ja auch 1940 schon gezeigt, wie wichtig es ist auch in solchen dunklen Zeiten den Humor nicht ganz zu verlieren. Denn Der Große Diktator macht schliesslich genau das: mit Humor den Hitler fertig. So ist es auch mit NYET! Nur eben für den Brexit.

NYET! A UK Brexit Border Farce

Der Kurzfilm NYET! von Alex Helfrecht und Jörg Tittel spielt in der Zeit nach dem Brexit. In Dover an der Grenze. Die Kontrollen sind strikt. Die Wartezeiten lang – über 7 Stunden. Zwei junge Menschen warten im Auto. Ihre Blicke sind ängstlich. Der Grenzkontrolleur kommt. Wird es gut gehen? Kommen sie rein? Wird ihre Ladung untersucht? Sie bangen. ….

Für uns EU Bürger in Großbritannien ist es nicht viel anders; diese bangen, die Angst – sie ist vielen sehr bekannt. Vielleicht ist der Film NYET! auch deshalb sehr emotional für uns; und auch obwohl er mit EU Bürgern eigentlich gar nichts zu tun hat. Aber es geht eben um die Grenze. Und die wird durch den Brexit nun nicht nur sprichwörtlich sozusagen hermetisch abgeriegelt.

Nyet Brexit UK Border Farce Tittel Helfrecht Oiffy Kurzfilm IKNMLO

Diskussion im Regen Street Cinema nach der Premiere von NYET!

Premiere in London

NYET! hatte am 8. März im Regent Street Cinema in London Premiere und ich konnte mit dabei sein, denn die Filmemacher Alex und Jörg sind Freunde von mir und brachten mich sozusagen mit an Bord. Treffen mit ihnen – sie waren mein kleines Camden Geheimnis. Zumindest der erste Teil davon. Die beiden wollten mich dabei haben, weil es eben nicht wirklich nur um den Humor geht. Hinter NYET! steht letztendlich doch der  Ernst der Lage, insbesondere für uns EU Bürger in Großritannien und Briten in der EU. Für uns ist es nicht nur eine ‚border farce‘ im lustigen Sinne. Und genau darauf wollten wir in der Diskussion nach der Filmpremiere auch ein wenig aufmerksam machen.

Mit dabei war auch der Schauspieler, Regisseur und Autor David Schneider – sein letzter Film für den er das Drehbuch schrieb war The Death of Stalin, eine politische Satire, und so war David wie gemacht für die Podiumsdiskussion. Dazu noch Jolyon Maugham, Anwalt und Gründer von Just Make It Stop, einer Kampagne gegen den Brexit; und natürlich Alex und Jörg, um über ihren Film zu sprechen.

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Mit Alex Helfrecht, Jörg Tittel, David Schneider, Gabriella Moran und Axel Antoni.

Girl Power!

Die Brexit-Befürworter hätten vermutlich den sprichwörtlichen Vogel bekommen, wären auch sie im Publikum gewesen. Nicht nur aufgrund des Films selbst, sondern auch durch die anwesenden Gäste. Mit David und Jolyon können sie jedenfalls sicher nichts anfangen. Und beim geballten Girl Power von Anwältin Jessica Simor – sie war zuletzt für eine direkte Klage gegen Theresa May engagiert – und mir würde ihnen vermutlich erst recht ganz anders werden. Aber am 8. Mai, dem Internationalen Frauentag, fand ich es wunderbar: Girl Power … anti-Brexit Style.

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Mit Jessica Simor, QC – eine Frau die auch, wie ich, schon seit Jahren gegen den Brexit kämpft; Girl Power Ohrringe von Tatty Devine.

Und so war es auf jeden Fall ein toller Abend – mit ganz besonderer musikalischer Abrundung mit Musik von Simon Wallfisch, dem Enkel der Auschwitz-Überlebenden Anita Lasker-Wallfisch. Und für uns EU Bürger gab es noch eine kleine emotionale Überraschung … aber dafür müsst ihr selbst schauen – und zwar bis zum Ende das Abspanns.

Der Kurzfilm

Interesse geweckt? Dann könnt ihr NYET! jetzt online umsonst ansehen.

Mit einem ganz großen Dankeschön an Alex & Jörg. I look forward to our next adventure already.

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1 Comment

  1. Susa Berg
    21/03/2019 / 12:19

    Danke Tanja für Deine informativen und unterhaltsamen Blogbeiträge aus UK und speziell jetzt für diesen mit dem Film zum kostenlosen Anschauen. Irgendwie… kommt mir hier das Brexittheater wirklich wie ein Schauspiel, besser gesagt ein Drama, vor. Nur können wir nach dem letzten Vorhang nicht einfach das Theater verlassen und so tun, als hätte sich nichts verändert. Eigentlich wollte ich schon lange einmal nach England reisen, nach London, nach Cornwall, nach Wales, in den Lake District. Aber ich glaube, das wird dann nichts mehr und es geht dann doch wieder in die Bretagne und nach Portugal. Schade (eigentlich).
    Herzliche Grüße, Susa

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