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F**ck the Terrorists: Neulich in Sydney

IMG_0881Die aufregendste Reise aller Zeiten führte mich kürzlich nach Sydney. Nicht ohne Grund erwähne ich das gerade heute, einen Tag nach einem terroristischen Anschlag, dessen Ziel u.a. auch darin besteht, uns zu verunsichern und uns die Reiselust zu nehmen. Sydney ist meine absolute Lieblingsstadt. Raus aus dem grauen und nasskalten deutschen Winter, rein in den schönsten Sonnenschein in eine Stadt mit traumhaften Buchten am Pazifischen Ozean. Noch nie habe ich so viele zufriedene Menschen gesehen wie in Sydney, besonders unter Älteren. Woran das liegt? Das gute Wetter und der hohe Lebensstandard mögen eine Rolle spielen und sicher auch die Tatsache, dass für Australier das Glas immer halbvoll und nie halbleer ist.

Das Highlight in Sydney war für mich eine Führung durch die Oper. Ihr Architekt, der Däne Jörn Utzon, hatte die Idee zu diesem spektakulären Bauwerk beim Schälen einer Apfelsine. Er fetzte sie mit groben Kohlestrichen auf ein Stück Papier und schickte es als seinen Wettbewerbsbeitrag nach Sydney. Mit der Skizze gewann er den 1. Preis, und damit nahm der Ärger seinen Lauf. Als die Oper in Sydney 1973 feierlich mit Beethovens Neunter eröffnet wurde, hatte Jörn Utzon Australien längst im Zorn verlassen. Aufgrund des kühnen Entwurfs des Gebäudes war die Oper weder frist- noch kostengerecht fertig geworden. Statt der urprünglich geplanten 3,5 Million Pfund kostete das Projekt 50 Millionen Pfund, Geld, das nur mit Hilfe einer extra dafür ins Leben gerufenen Lotterie aufgebracht werden konnte. Die Bauzeit wurde um 8 Jahre überzogen.

Der Grund war, dass Utzon mit den Bauarbeiten beginnen musste, ehe ihm selbst klar war, wie sein Entwurf funktionieren sollte. Während bereits das Fundament gegossen wurde, grübelten er und sein Team noch darüber nach, wie es die gigantischen Dachschalen konstruieren sollte, ohne dass sie vom Wind weggeblasen würden.

Nachdem Utzon die Geldmittel gestrichen worden waren, verließ er die Baustelle und das Land. Ein Dreier-Team australischer Architekten wurde mit der Fortsetzung des Baus betraut. „Das ist, als würde man drei Anstreicher mit der Fertigstellung eines Rembrandt-Bildes beauftragen.“, klagte ein Unterstützer Utzons.

Heute ist das Operngebäude zum Herzen Australiens geworden. Seit 2007 steht es auf der Welterbeliste der Unesco. Jörn Utzon wurde für das Bauwerk mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet. Er hat das fertige Gebäude nie gesehen. Er setzte nie wieder einen Fuß auf australischen Boden.

Ich hoffentlich bald wieder!

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