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Bielefeld: Nachtansichten

Foto 1Unterwegs in Bielefeld, es schüttet wie aus Eimern, der Regenschirm ist viel zu klein und das Donnern in der Ferne verheißt auch weiterhin nichts Gutes! Draußen werden die Stehtische samt weißer Papiertischdecken klitschnass , aber die lilafarbenen Fahnen vor vielen Eingängen weisen den Platz ins Trockene. Menschen drängen neugierig voran, haben ein Ziel und werden in der 13. Bielefelder Nacht der Museen, Kirchen und Galerien zu Schaulustigen! Begegnungen der Bielefelder ART  sollen es sein.Ich trage das pinkfarbene Bändchen am Handgelenk und darf offiziell schauen und staunen.

In meinem Viertel in der Innenstadt finden sich viele Ateliers, verborgene Hinterhöfe und gesprächsbereite Künstler, die ihre Arbeiten und Ideen gern erklären und präsentieren. Der große massive Holzstammsitz mit dem ausgesägten überdimensionalen Hirschgeweih mag ein gutes Fotomotiv für den platznehmenden Menschen sein (“Platzhirsch” haha…), spricht mich aber genauso wenig an, wie die Herausforderung auf die hinter der großen Fotowand mit dem Elefanten versteckte Trittleiter zu steigen und mich als Dschungelkönigin auf’s Bild bannen zu lassen.

Es regnet und regnet, aber, über große Pfützen steigend und mit klammen Hosenbeinen stiefle ich weiter. Denn ich habe ein Ziel, lasse mich zwar noch ein wenig abhalten von interessanten Einblicken in unterschiedliche künstlerische Wirkungsstätten, aber bin froh angekommen zu sein, und den jovialen Herrn in den besten Jahren im ein wenig zu weit erscheinenden roten Jackett zu erblicken. Er ist schon mit Besuchern im Gespräch, und ich kann seine großformatigen Werke auf mich wirken lassen. Damals in der Neustädter Marienkirche waren es ganz andere, farbigere Bilder, die Farbe pastos und üppig aufgetragen. Hier in dem schmalen Raum der Galerie Blome & Grass finden sich in den neuen Arbeiten des in Bielefeld lebenden und arbeitenden Künstlers Marek  Bieganik oft schmale, langezogene, angedeutete figürliche Darstellungen in zurückhaltender aquarelliger Farbgebung. Herr Bieganik hat nichts dagegen, dass ich fotografiere, findet, das gehöre zum Geschäft und ich versuche im Widerschein des hellen Lampenlichts Bilder vom Bild aufzunehmen. In der großen aufgeschlagenen Kladde auf dem Tisch finden sich hinter durchsichtiger Plastikfolie wunderbare, mit schnellem Strich hingeworfene, zeichnerische Momentaufnahmen musizierender Menschen. Obwohl nur wenig angedeutet, ist die Aussage klar und die, in ihrer Bewegung der Musik hingegebenen Menschentypen, treten in ihrer Charakteristik deutlich hervor.

“Starker Strich”, sagt mein männlicher Begleiter .

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