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Meran – Glamour, Gletscher, gute Schuhe

MeranIn den letzten Jahren war ich sieben Mal in Meran. Zum Frühstück trank ich in einer Bar Espresso mit Schokolade. Ich schwamm durchs Blüten-Bad in der Therme. Ich aß ein Knödel-Menü. 5 Gänge, 5 Knödel, selbst das Dessert war ein Knödel. Ich kaufte rote Schuhe und fühlte mich verwegen, glamourös, am Leben. Und immer überlegte ich, warum dieser kleine Ort eigentlich so wahnsinnig erfrischend ist.

 

Meran ist reinste Lichttherapie.

Wir deutsche Touristen lieben Meran, wir sehnen uns nach Meran. Wir schätzen das milde und sonnige Klima. Wenn wir aus dem grauen Norden nach Meran kommen, sind wir fassungslos über so viel Helligkeit. Als gäbe es hier mehr als eine Sonne, als hätte der Himmel Scheinwerfer auf diese Stadt geworfen, als wären die Berge, die sie umgeben, mit nichts anderem beschäftigt, als diesen Glanz zu verdoppeln.

Meran ist auch deshalb so attraktiv für uns, weil es das Hochalpine des Nordens mit den Palmen und Weinbergen des Südens verbindet. Hier treffen sich zwei Temperamente. Deutsch-österreichische Effizienz und Pünktlichkeit sowie italienische Sinnesfreude mit Gespür für Design und Stil. Die Stadt ist wie ganz Südtirol zweisprachig. Die Straßen heißen Feldweg und Via dei Campi, Sandplatz und Piazza della Rena.

 

Meran im Winter.

Die Touristenströme nehmen im Winter ein wenig ab, obwohl sich gerade dann Südtirol von einer besonders zauberhaften Seite zeigt. Verschneit und ruhig ist es dann, in den Gassen der Stadt flanieren weniger Touristen, und in den Restaurants warten deftige Gerichte, die einen auch bei ungemütlichen Minustemperaturen wieder aufwärmen. Für jede sportliche Betätigung wird man kulinarisch belohnt. Egal, wo man einkehrt, überall gibt es eine anständige Vesperplatte mit Speck, dazu Schüttelbrot (knuspriges Fladenbrot aus Roggenmehl), Käse, einen Weißwein oder ein frisches Bier.

Weil Sie und ich, also wir alle den grauen und ungemütlichen deutschen Winter leid sind und uns nach Sonne sehnen, hier ein paar wärmende Tipps zu Meran. Wer bis ganz nach unten scrollt, findet zusätzlich Fotos.

 

Meine Tipps für Meran:

  • Die österreichische Kaiserin Sissi hat Meran mit ihrem ersten Besuch Ende des 19. Jahrhunderts berühmt gemacht. Mit ihr kamen Kurgäste aus aller Welt und brachten Glamour hierher. Bismarck, Heinrich und Thomas Mann, Caroline von Hannover, sie alle kurten hier genüsslich. Die große Zeit spiegelt sich überall in der Stadt, in den verschnörkelten Villen, dem Kurhaus und der Wandelhalle, die die K und K Monarchie hier hinterließ. Um den Ort näher zu erkunden, bieten sich die berühmten Promenaden an, bequeme Spazierwege von 60 Kilometer Länge, die sich sanft durch die Stadt und an den Hängen der umliegenden Berge entlang ziehen.
  • Kaiserin Sissi wohnte in Schloss Trautmannsdorff. In den vergangenen Jahren wurden rund um das Schloss 80 verschiedene Gartenlandschaften angelegt. Man kann durch einen Renaissancegarten spazieren, sich im Irrgarten verlaufen oder die Düfte des Kräutergartens einatmen.
  • Klettern, Skifahren, Rodeln: Meran ist ein großer Abenteuerspielplatz. Wenn Sie sich moderat bewegen wollen, befinden Sie sich in einem Wanderparadies. Knapp100 Kilometer und 5000 Höhenmeter überwindet der Meraner Höhenweg rund um die Texelgruppe. Man geht ihn in 4 bis 6 Tagen. Am besten, man würde ein ganzes Jahr bleiben und täglich eine andere der 382 Touren rund um die Stadt wählen.
  • Mit der Gestaltung der Therme Meran wurde der Architekt Matteo Thun, ein Südtiroler mit Sitz in Mailand, beauftragt. Sie liegt in einem 5 ha großen Park und punktet mit 25 Innen- und Außenpools, die mit Thermalwasser vom Vigiljoch befüllt werden, dessen therapeutische Wirkung dem enthaltenen Radon und den vielen Mineralsalzen zu verdanken ist.
  • Das dazugehörige Hotel „Therme“ ist durch einen Tunnel angebunden. Er erlaubt den Gästen, den ganzen Tag im Bademantel zu verbringen. Auf dem Hoteldach befindet sich der „Sky Spa“, eine 3000 Quadratmeter große Spa-Landschaft mit verglastem Rundblick und Bar.
  • Wie einst Kaiserin Sissi den Adel nach Meran lockte, pilgern heute Foodies und Designliebhaber in die Stadt. Das liegt auch an Menschen wie Harry Thaler. Der 1975 in Meran geborene Produktdesigner lebte und studierte 8 Jahre lang in London. Als er zurückkam, baute er ein altes Silo zu seinem Studio um und gestaltete den Laden „Pur Südtirol“. Achtung! Hier herrscht große Gefahr, den Einkaufswagen mit Marmeladen, Wein, Latschenkieferschokolade, Bergkräuter-Teemischungen, Dörrobst und anderen Köstlichkeiten vollzupacken. Das direkt neben dem Kurhaus liegende Geschäft ist ein gelungener Mix aus Lebensmittelmarkt, Designshop und Lunch-Buffet. In Holzkisten liegen frisches Obst und Gemüse aus der Region, an der Wursttheke gibt es Speck und Rohmilchkäse kleiner Sennereien. Ganz wunderbar sind die Obstsäfte. Ich liebe sie alle, aber ganz besonders den aus der Apfelsorte Rouge. Sieht aus wie Rosé, schmeckt aber säuerlich frisch.
  • Tyler Brûlé ist ein Lifestyleguru. Dem kanadischen Publizisten gehört das Magazin «Monocle», das von Hipstern auf der ganzen Welt wie eine Bibel gelesen wird. Sein Imperium umfasst nicht nur Magazine und Bücher, sondern auch Shops. Schicke Boutiquen, in denen Design-Preziosen und hochwertige Accessoires verkauft werden. Es gibt so einen Store in New York und auch einen in London, einen in Tokio – und einen in Meran. Denn vor ein paar Jahren hat sich Tyler Brûlé auf einer Reise in Meran verliebt und sich hier ein Haus gekauft. In der Via Dante 23 betreibt er einen Concept-Store, den Monocle Store, mit ausgesucht schönen Dingen. Aber auch in den Laubengängen der Altstadt findet man viele interessante Boutiquen.
  • Im Gebäude eines ehemaligen Klosters am Kornplatz befindet sich das kleine, aber feine Meraner Frauenmuseum. Es bietet eine Dauerausstellung an, die sich auf die Rolle und das Leben von Frauen im 19. Und 20. Jahrhundert konzentriert. Gezeigt werden Kleidung und Accessoires, die die Rolle von Frauen anhand weiblicher Berufe oder den Eintritt von Frauen in die Welt des Sports in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts beleuchten. Besucher können auch eine reichhaltige Bibliothek zum Thema Frau benutzen.

 

MeranBesuch im Frauenmuseum

MeranEin Nachmittag in der Therme

Meran Eine kleine Pause

MeranIn der Altstadt

MeranWanderung auf den Waalwegen

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2 Kommentare

  1. Margret
    29/02/2020 / 15:31

    Das liest sich so inspiriend, daß man sofotz nach Meran fahren will.
    Gibt es Tipps, Empfehlungen zum Wohnen, Hotel? 3 Tage. Danke.

  2. Ursel
    Autor
    29/02/2020 / 15:40

    Freut mich sehr, liebe Margret. Einzigartig ist ein Aufenthalt in dem ehemaligen Jagdschloss Relais&Chateau Castel Fragsburg, allerdings auch sehr teuer. Erschwinglicher und gut sind die Pension Guesthouse Zum Loewen und das B&B Home sweet home.
    Ich wünsche Ihnen einen wunderschönen Aufenthalt.

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