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Mein Leben mit Bryan Ferry

PicMonkey CollageLetzte Woche in Düsseldorf im Bryan Ferry Konzert. Natürlich war ich dabei. Block E, 3. Reihe, ganz wunderbar. Auf dem Stuhl hinter mir eine mollige Frau mit tätowierten Armen, die während der ersten Songs vor lauter Begeisterung lauthals schluchzte. Man könnte auch sagen: wie ein Schlosshund heulte. Während der Troubadour sanft groovte und mit melancholisch umflortem Blick davon sang, wie er zu Boden blickt, während seine Angebetete den Raum verlässt, zurückkehrt zu ihrem Mann, verbreitete sich samtener Schmerz in der Konzerthalle. Mit halb geschlossenen Augen hauchte er ins Mikrofon, dass er sich nie wieder verlieben könne und sein Herz nun erkalte. Da weinte auch ich eine kleine Träne. Ja, was soll ich sagen? Er kann es noch! Er ist immer noch fantastisch, fabelhaft, ausgesprochen umwerfend, sozusagen perfekt, wenn nicht genial. Er wird bald siebzig, doch man schaut ihn wirklich immer noch sehr gerne an. Ein Gesicht, das gut zu Smokings aussieht, jede Falte am richtigen Fleck, perfekter Haaransatz, leicht ergraute Schläfen und eine tennisspielerhafte Figur.

Doch emotional ist der schöne Mann in den letzten Jahren immer schlechter durch den Winter gekommen. In Interviews spricht er offen darüber, dass seine zweite Scheidung, in diesem Fall von einer 36 Jahre jüngeren Frau nach dreijähriger Ehe, ihm zugesetzt habe. Ich möchte betonen, dass ihm so ein Schlamassel mit mir nicht passiert wäre. Frauen meiner Dekade wissen, wie sensible Künstlernaturen zu behandeln sind. Zwangsevakuation aus London. Schluss mit den Lolitas in Nachtclubs und Parties am Pool. Ohnehin finde ich, dass man von einem einfachen Leben auf dem Land am meisten hat. An den Rosen riechen, Gemüse ziehen, mit dem Feldstecher und den Border Terriern durch die Botanik spazieren, am Abend auf dem Chesterfield-Sofa ein paar Lieder von Schubert und zwei/drei Seiten aus dem „Grünen Heinrich“. Selbstverständlich hätte ich ihm auch das Geld beisammen gehalten. Dann hätte er die Rente zusammen und müsste nicht noch tingeln gehen auf die alten Tage wie jetzt in Düsseldorf in dieser hässlichen Halle mit diesem schrecklichen Namen. Mitsubishi Electic Halle, nicht zu fassen!

Im Publikum etliche Frauen, die aussahen wie Barbies Mütter. Mit glänzenden Augen, in Leo-Prints und mit waffenscheinpflichtigen Killer-Heels, als wollten sie dem Performer nach dem Konzert ein unsittliches Angebot machen. Erstaunlicherweise keine einzige im Dirndl. Strategisch unklug, hatte doch Mr. Ferry kürzlich in einem Interview kundgetan, er schätze Dirndl und Lederhosen. Der Sänger trug ein dunkelblaues Sakko mit bordeauxroten Streifen über einem dunkelblauen Hemd. Dazu phantastische Schuhe. Sehr britisch und absolut großartig. Und – falls es Sie interessiert: Ich trug Jeans, Sneakers und eine gemütliche Strickjacke.

 

 

2 Comments

  1. Susa Berg
    07/09/2018 / 14:50

    Jetzt erst den Post entdeckt! Ach… Bryan Ferry…. für immer bei mir in der Kopfkiste “eleganter, smarter Typ”.
    Vielleicht kommt er noch einmal nach NRW? Gehe ich hin. Bestimmt.

    Schöne Grüße, Susa

  2. Ursel
    Autor
    08/09/2018 / 08:20

    Hoffentlich …

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