Ausflug zur Kirche: Mario Botta, Mogno

Foto 1Italien im Spätsommer ist immer eine Reise wert! Von Ascona kommend lohnt sich der 1 1/2 std. Ausflug in die Berge allemal, denn das kleine Kirchlein, entworfen von dem berühmten Tessiner Architekten Mario Botta, macht auf den Besucher einen gewaltigen Eindruck! Gebaut aus sich abwechselnden Schichten des hier zu findenden Peccia-Marmors und Vallemaggia- Granits ist schon das Äußere der Kapelle etwas ganz Besonderes. Hierhin verlaufen sich nicht allzu viele Touristen und man kann das Glück haben, im Innern des Baus ganz allein die eindrucksvolle Stille zu genießen und die wechselnden Lichtverhältnisse auf sich wirken zu lassen. Die Kirche hat keine Fenster; das Licht fällt durch ein Glasdach. Da ganz auf ausschmückendes Beiwerk verzichtet wurde, trifft einen die pure Raumwirkung umso nachdrücklicher. Sich einfach in eine der steinernen Nischen zurück ziehen und still das Dasein empfinden…

Auch die Atmosphäre im überschaubaren Ort Mogno (1180m) im Maggiatal selbst scheint zeitweilig von kontemplativer Ruhe geprägt. Anscheinend gibt es hier nur noch wenig ständige Bewohner; viele Häuser sind Ferienhäuser, gewagt modern, aber architektonisch zur Gegend passend, gestaltet und nicht ganzjährig bewohnt. Einige stehen seit Jahren zum Verkauf. Sicher zieht es hierhin zwar viele Wanderer, womöglich aber nur wenige, die eine lange, kurvige und steile Anfahrt zum Ferienhaus im kühleren Bergklima dauerhaft dem Haus am Lago Maggiore vorziehen.

Umso bewundernswerter finde ich, dass es gelang, auf dem Baugrund der ehemaligen Kirche des hl. Johannes des Täufers aus dem 17. Jahrhundert, zerstört durch eine Lawine im Jahr 1986, die neue Kirche aufzubauen! 1987 wurde das Wiederaufbauprojekt vom Architekten Bott vorgestellt, 1992 begannen die Arbeiten und die Kirchweihe fand am 25. Juni 1996 statt.

Das Baudenkmal aus Gneis, Marmor, Eisen und Glas hat die selbe Ausrichtung wie die ehemalige Kirche, besitzt eine ellipsenförmige Grundfläche auf des Außenseite und ist rechteckig auf der Innenseite. Das Dach ist kreisförmig und schräg. Die beiden Glocken aus dem Jahr 1748 sind die einzigen Relikte, die aus der alten Kirche gerettet werden konnten.

Die aufregende Geschichte dieses kleinen Weilers in den Schweizer Bergen ist so interessant, dass ich gern der Bitte des Vereins für den Wiederaufbau und die Erhaltung dieses außergewöhnlichen Bauwerks nachkomme und meinen Obulus hinterlasse. Auf jeden Fall aber sollte der Besucher auf der Rückfahrt gen Lago Maggiore noch an der kleinen Straßenverkaufsstation unten im Tal anhalten! Die steinernen Kunstwerke für die “Verzierung” des heimischen Gartens, dürfen getrost liegen bleiben, aber mit dem herrlich duftenden Maggia-Pfeffer im Glas, der angeblich nur hier erhältlich ist, sollte man sich reichlich eindecken!

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