Maria Callas: 13 Dinge, die Sie über sie wissen sollten

Ursel vom IKNMLO Fashionblog für Frauen ab 40 über Maria Callas1. Die Operndiva (1923-1977) wog im Alter von 30 Jahren 108 Kilo. Sie litt unter ihrer plumpen Figur, ihren dicken Brillengläsern und unförmigen Kleidern und entschloss sich zu einer erbarmungslosen und selbstzerstörerischen Diät, durch die sie es schaffte, in einem Jahr 62 Pfund abzunehmen. Doch die äußerliche Transformation hatte ihren Preis. Schon früh litt die Callas unter der Erosion ihrer Stimme.

2. Auf die Frage eines Reporters, wie es ihr gelungen sei, so viel Gewicht zu verlieren, antwortete sie: „Ich hatte einen Bandwurm. Jetzt habe ich keinen mehr.“

3. Als elegante Jetset-Dame schlenderte sie im darauf folgenden Sommer mit roten Lippen, markantem Lidstrich, hochgesteckten Haaren und in einem mit Rosen bedruckten Overall durch Portofino.

4. Ihre bevorzugte Designer für ihre Tages- und Abendgarderobe waren Dior, Saint Laurent und die Mailänderin Biki (Elvira Leonardi Bouyeure), eine Enkelin Puccinis, die den typischen Callas-Look mit schmalen, ärmellosen Abendroben und schwarzen, bodenlangen Abendcapes erfand.

5. 1957 wurde sie von der Vogue zur elegantesten Frau der Welt gekürt.

6. Die Callas überließ ihr Styling gerne Experten. Vor Reisen ließ sie sich von Biki Outfits für diverse Gelegenheiten zusammenstellen, ordentlich in Koffer verpacken und auf Listen samt Accesssoires eintragen.

7. Auf der Yacht ihrer großen Liebe Aristoteles Onassis trug sie bequeme Kaftane von Yves Saint Laurent in ihren Lieblingsfarben Türkis und Gold. Der griechische Reeder war knapp 20 Jahre älter als Maria Callas und ein notorischer Frauenheld. Als er 1968 die amerikanische Präsidentenwitwe Jackie Kennedy heiratete, erfuhr sie davon aus dem Fernsehen.

8. Über ihre Arbeit als Sängerin sagte sie: „ Die Verantwortung einer Primadonna ist enorm. Sie muss wahnsinnige Selbstdisziplin üben. Die Arbeit, die Proben, absolute Pünktlichkeit, ständige Selbstkontrolle. Anfangs hat man nichts zu verlieren. Aber wenn man erst einmal berühmt ist, müsste man verrückt sein, um keine Angst zu haben. Ich bin nicht verrückt. Ich stehe mit den Füßen immer fest auf dem Boden, aber ich kann nicht wissen, was in den Köpfen der Zuschauer vorgeht. Der Ruhm ist gefährlich, denn ich weiß genau, ich werde nicht immer jene Höchstleistungen erbringen können, die von mir erwartet werden. Ich mache meine Arbeit so gut wie möglich, aber ich bin auch nur ein Mensch. Mit dem Ruhm ist die Angst gekommen: Angst vor mir selbst. Angst vor den anderen.

9. 1966 bezog sie ein Appartement im der Avenue Goerges Mandel im 16. Pariser Arrondissement. Hinter dessen verdunkelten Fenstern verbrachte sie ihre letzten Jahre in einer Traumwelt, und hielt Zwiesprache mit Toten. In einem Brief, der in Verona wie eine Ikone ausgestellt wird, schrieb sie kurz vor ihrem Tod im September 1977 mit nur 53 Jahren: “Kein Kind, keine Familie, kein einziger Freund”.

10. Nach ihrem Tod wurde ihr Nachlass in Paris versteigert, darunter ein Chinchilla-Mantel, ein Paar langer weißer Handschuhe, unzählige Chanel-Kostüme und sogar ihre Dessous.

11. Um das Renommé der Sängerin nicht zu beschmutzen, wurde die Unterwäsche vorab von einer griechischen Stiftung erworben, die sie verbrannte und die Asche ins Meer streute.

12. Zu ihrem 40. Todestag wurden 2017 in Mailand in der Ausstellung „Private Callas“ Kleider und Erinnerungsstücke der Diva gezeigt.

13. „Nicht ihre Koloraturen sind überwältigend, nicht ihre Arien, sondern allein ihr Atemholen, ihr Aussprechen. Sie hat nicht Rollen gesungen, niemals, sondern auf der Rasierklinge gelebt.” schrieb Ingeborg Bachmann 1960 in ihrem Entwurf zu einer Hommage an Maria Callas.

Gab es vielleicht einen unter diesen 13 Punkten, der Sie besonders angesprochen hat? Über eine kleine Rückmeldung würden wir uns freuen.

4 Comments

  1. Susa Berg
    07/06/2018 / 14:40

    Danke für die interessanten Details über Maria Callas. Maria Callas – ein Name, der mich seit meiner Kindheit begleitet. Wenn man damals mal “Klatschblätter” in die Finger bekam, sah man sie mit Onassis auf der Yacht oder bei Empfängen. Die waren in den 1960er Jahren das, was Beckham, Klum & Co. in der heutigen Zeit sind. Aber mit soviel mehr Substanz, dass ich den Vergleich am liebsten direkt wieder rückgängig machen würde. Maria Callas war eine Ausnahmesängerin, unerreicht. Und eine traurige Frau.
    Na ja Onassis… Playboys gab’s schon immer, oder?

  2. Ursel
    Autor
    07/06/2018 / 14:59

    Liebe Susa, schön, mal wieder von Dir zu hören. Die Sechziger Jahre mit den schwarz-weiß Bildern vom Glamour an der Cote d`Azur haben auch mich als junges Mädchen schwer beeindruckt. Ich erinnere mich genau, als berichtet wurde, Onassis habe die Kennedy-Witwe geheiratet. Wie empört ich damals war, weil ich dachte: Das geht doch nicht! Die arme Maria Callas! Die andere traurige Frau war Soraya, die angeblich aus Teheran verjagt wurde, weil sie keine Kinder bekam. Ohje ohje.

  3. Susa Berg
    08/06/2018 / 12:56

    Liebe Ursel,
    jetzt habe ich ganz viele Bilder im Kopf… ja genau, Soraya, die traurige Kaiserin, die dann ins Pariser Exil geflüchtet ist.

    Und aaahh, die Cote d’Azur… Brigitte Bardot und Gunter Sachs, sehr spannend damals!
    Zur “Entspannung” gab es dann Samstagsabends Hans-Joachim Kulenkampff oder Peter Frankenfeld…

    Danke für die Zeitreise, liebe Grüße,
    Susa

  4. Ursel
    Autor
    08/06/2018 / 13:44

    Und am Samstagnachmittag die teutonische Variante des Glamour: den Blauen Bock mit dem Bempel-schwingenden Wirt Heinz Schenk.

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