Mahlzeit!

ZwetschgenmarmeladeLetzte Woche rief mich mein Vetter an. „Ich habe Zwetschgen, vom eigenen Baum, garantiert ökologisch. Ich könnte Dir ein paar bringen.“ Warum nicht, dachte ich. Wer konnte damit rechnen, dass der gute Vetter mit drei großen Eimern voller Zwetschgen anrücken würde? Als wir uns an ihnen satt gegessen hatten, waren immer noch 18 Kilo übrig. Ob ich mal Marmelade koche, überlegte ich. Oder werde ich jetzt spießig? Ich beschloss, es spießig zu finden, Marmelade kochen spießig zu finden, kaufte 20 Gläser mit Schraubverschluss, suchte nach Rezepten, zog mir die Schürze an, holte den großen Kupfertopf aus dem Keller und versank bis zu den Ellenbogen in Zwetschgen. Das Ergebnis war zum Niederknien köstlich, aber auch ernüchternd: 12 Kilo Früchte, 12 Zimtstangen, 1 Kilo brauner Zucker, 8 Stunden Arbeit, 10 Fingernägel wie ein Bauarbeiter, 15 kleine Gläser Pflaumenmarmelade.

In den folgenden Tagen labten wir uns weiter. Morgens, mittags und abends Zwetschgen in jeder Form. Hier meine Lieblingsrezepte:

Zwetschgenkompott: Schon allein das Wort „Kompott“. Es klingt nach Kindheit, Müttern in gemütlichen Kittelschürzen, großen Gärten mit Bänken unter Obstbäumen und endlosen Sommern.
Rezept: 500 Gramm Zwetschgen waschen, entsteinen, mit 2 Esslöffeln braunem Zucker, etwas Zitronenabrieb und einer Zimtstange vermischen und kurz aufkochen. Die Früchte sollen nur etwas weicher, aber auf keinen Fall matschig werden.Zwetschgenkompott

Zwetschgen-Pfannkuchen: Auch dieses Gericht ist was von früher, war lange vergessen, wurde in Frankreich-Urlauben als hauchdünne Crepe wieder entdeckt und als schöner, dicker Pfannkuchen in meine Küche reimportiert.
Rezept: 2 Eier trennen, 120 Gramm Mehl mit 200 ml Milch, 1 Esslöffel Zucker, den Eigelben und einer Prise Salz verrühren und 5 Minuten quellen lassen. In der Zwischenzeit 500 Gramm Zwetschgen waschen, entsteinen, in 2 Hälften schneiden und mit Zitronensaft und Zitronenabrieb beträufeln. 2 Teelöffel Butter in 2 kleinen Pfannen verteilen und aufschäumen. Zwetschgen darin in 2 Minuten bei mittlerer Hitze braten. Je 1 Teelöffel Zucker darauf streuen und kurz karamellisieren lassen. Teig darauf verteilen und 1-2 Minuten anbraten. Pfannkuchen im vorgeheizten Backofen auf der 2. Schiene von unten bei 180 Grad 8-10 Minuten backen. Danach Pfannkuchen umgekehrt auf Teller stürzen und mit Zimt bestäuben.

Blattsalate mit Fenchel, Avocado, Birne, Nektarine und Zwetschgen: Nichts geht über Blattsalate mit Früchten! Bitte probieren Sie das unbedingt aus, denn es ist super-köstlich. Das Geheimnis ist eine simple Salatsoße mit ein paar Tropfen Süßstoff.
Rezept: Zutaten, für zwei Personen: gemischter grüner Salat, etwas Fenchel , sehr fein gehobelt, 1 Avocado, 1 Birne, 1 Nektarine, 8 Pflaumen. Für die Sauce: 1,5 Esslöffel weißer Balsamico, 3 Esslöffel Olivenöl, ein paar Tröpfchen Süßstoff, Hibiskussalz, Pfeffer.Salat mit Zwetschgen

Zwetschgen-Chutney: Wenn ich Heißhunger auf Pikantes habe, esse ich Chutneys zu fast allem: zum Spiegelei, zum Käse, zu Fleisch und zum Wurstbutterbrot. Bisher habe ich Chutneys immer gekauft, weil ich dachte, ihre Herstellung sei kompliziert. Bis ich dieses Rezept fand:
900 Gramm Pflaumen waschen, entkernen und in Viertel schneiden. In einem Topf mit 100 Gramm Rosinen, 175 ml Balsamico, 150 ml Rotwein, Abrieb von 1 Zitrone, 1 Teelöffel Zimt, 1 Messerspitze Piment d´Espelette, Salz und Pfeffer vermischen, unter Rühren zum Kochen bringen und 3 Minuten sprudelnd kochen lassen. Abschmecken, evtl. nachwürzen, in vorbereitete Gläser füllen, verschließen und für 5 Minuten auf den Kopf stellen.Zwetschgen-Chutney

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.