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LADY LIKE

Liebe Ute,

heute flatterte mir die Einladung zu einem  Ladies Lunch ins Haus. Erwartet werden 100 Frauen aus Wirtschaft, Medien und Kultur.  Mein erster Gedanke war: Große Freude und eine willkommene Gelegenheit, interessante Frauen kennen zu lernen. Mein zweiter: Ach Du Schande! Nichts anzuziehen!

Mein erster Ladies Lunch vor Jahren kam mir vor wie eine Party bei den Desperate Housewives mit einem Schuss Karneval. Ladies who lunch können der lebende Beweis für die Studie sein, die nachweist, dass Frauen sich keineswegs für sich selbst anziehen. Überraschenderweise auch nicht für einen Mann, sondern für andere Frauen, denen sie zeigen wollen, wo der Hammer hängt. Ich sah damals jede Menge gut situierte, sonnengetrocknete Krokodile, die ihre Yogamatten verlassen und sich Tigerprints übergeworfen hatten. Auch ich war verkleidet, und zwar als Trümmerfrau. Ich trug ein neues Wickelkleid von Diane von Fürstenberg. Erst als ich mich darin auf einem Fotos sah, merkte ich, dass es an mir wie der Kittel wirkte, den meine Mutter in der Nachkriegszeit am Waschtag trug. Dazu baumelte eine kleine, rote Plastiktasche aus dem 1 Euro-Shop an meinem Arm. Auf der einen Seite stand „Hand“ und auf der anderen „Bag“ . Sie sollte sagen: Weil ich schlauer bin als ihr, habe ich es nicht nötig, mir einen 1000 Euro-Tasche vor den Bauch zu klemmen. In Wirklichkeit sagte sie: Ich bin  gerade 5 Jahre alt und habe Schwitzflecken unter den Armen. Wozu auch die Schuhe mit abenteuerlich hohen Absätzen beitrugen. Auf einem Barhocker hätte ich darin eine prima Figur gemacht. Aber leider hatte ich das Kopfsteinpflaster zwischen Parkplatz und Restaurant nicht einkalkuliert, auf dem ich mir fast das Genick gebrochen hätte.

Inzwischen sind Dekaden ins Land gegangen. Auf die neue Einladung zum Ladies Lunch freue ich mich und sehe darin eine gute Gelegenheit, mein Netzwerk zu pflegen und zu erweitern und eine schöne Modenschau zu sehen. Nach wie vor hätte ich es für mich gerne nicht so aufgedonnert, sondern unangestrengt. Und auf keinen Fall ein Blumen-Sommerkleid à la Mittagessen beim Landadel, das kleine Schwarze wäre mir auch zu trist. Und welcher Schmuck, welche Schuhe, welche Tasche? Fragen über Fragen.

Ursel

P.S. Die kleine, rote Handtasche finde ich übrigens immer noch schön.

 

Liebe Ursel,

in Zeiten wie diesen, wo du locker wählen kannst zwischen unterschiedlichen, angeblich auch ausgehtauglichen Jogginghosenmodellen (vgl. Diane von Fürstenberg „Kamaris gewebte Jogginghose € 308“ in weiß und Tibi „Spectator Jogginghose aus Crêpe de Chine
€394“ in grün!) könntest du ein modebewusstes Statement setzen! Dazu gehört die Bluse aus bedrucktem Seiden-Crepe kombiniert mit Pumps aus PVC und Leder! Ein kleiner Minirucksack aus grünem Straußenleder rundet den Auftritt ab und ist ein zuverlässiges Behältnis für den unentbehrlichen Lippenstift und unsere Blog-Visitenkarten, die es unablässig zu verteilen gilt! Bis auf den schlichten Einkaräter verzichtest du gänzlich auf Schmuck und achtest auf eine aufrechte und dennoch entspannte, den anderen Damen zugeneigte Haltung!
Eigentlich hast du jetzt alles richtig gemacht, denn du handelst entsprechend der ersten beiden Gebote des LLDCs (Ladies Lunch Dress Code):
1. “Lässig, aber mit Haltung!“
2. “Bequem, jedoch gut angezogen!“
Aber noch war nicht die Rede vom 3. Gebot „Finde die richtige Tagesmischung zwischen gewagt und gediegen!“. Und leider, liebe Ursel, zeichnet sich hier die feine, kaum sichtbare Linie ab, die das Land des Modediktats von der Freiheit des individuellen Auftritts trennt! Es bleibt nur die Sichtung deines Kleiderschrankinhalts;ladylike die Entscheidung vielleicht doch ein neues Kleid (Kleid ist gut!) zu kaufen und, ganz wichtig, das Hineinhorchen in dich selbst und das Erkennen deiner jeweiligen Tagesform. Jedes Mal auf`s Neue bewundere ich meine Freundin L. ,die sich am Abend ihre Kleidung für den kommenden Tag bereit legt und sie an diesem auch tatsächlich anzieht!
Schlendre doch einfach in der Woche vor dem großen Ereignis, am besten an einem Nachmittag, durch dein sonnendurchflutetes Schlafzimmer, wähle drei mögliche Outfits aus und entscheide einfach am Tag selbst:
Willst du die “Meisterin der Muster” sein, die “Helle Freude in Weiß” mit silbernen Accessoires (Metallic-Outfit!) oder doch lieber auf Signalwirkung durch dunkles Rot und leuchtendes Orange setzen!?
Vielleicht könnte sogar das legendäre Quastencollier a la Daisy Buchanan („Der große Gatsby“) zu allen Resultaten als Schmuckstück eingesetzt werden, du kannst es entspannt kreisen lassen und jede Dame weiß, wo der Hammer wirklich hängt!
Die kleine rote HAND-BAG muss leider draußen bleiben.

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