Kaffeesieren und shoppen mal anders (#Kunstpilgern)

PicMonkey Collage6Eine Kunstpilgerfahrt ist in dreierlei Hinsicht genussreich. Es geht um Kunst und Natur, aber auch um die profanen, aber nicht zu verachtenden Freuden danach. Um Kaffee und Kuchen im Museumscafé und das Stöbern im Museumsshop. Ich bin ein großer Freund von Museumsshops und Museumscafés. Ich plädiere ganz ausdrücklich dafür, sie aufzusuchen.

Museumscafés sind ganz großes Kino. In ihnen findet auch ein Mensch, der im sicheren Hafen einer bürgerlichen Existenz dahindümpelt und sich gerne der Kunst nahe fühlt, seine Bühne. Er kann sich der Illusion hingeben, er sei der Kunst nahe, ohne das Mindeste mit der Kunst zu tun zu haben. Das Ungewöhnliche an der Cafeteria im Museum Insel Hombroich ist, dass es sich gegen dieses Konzept sperrt. Hier sind die Möblierung und das gastronomische Angebot karg. Der Gast stellt sich seine Mahlzeit an einem Buffet zusammen, das man „übersichtlich“ nennen kann. Es gibt Pellkartoffeln, Schmand, geschnittene Kräuter, Apfelmus, Brot, Butter, Mineralwasser – und fertig. Man sitzt auf eher unbequemen Thonet-Stühlen ohne Armlehnen und isst mit dünnem Wegwerf-Holzbesteck vom weißen Pappteller. Allerdings sitzt man in einem unglaublich schönen Gebäude von Erwin Heerich, das wie eine Orangerie wirkt, nach Süden hin komplett verglast ist und den Blick frei gibt auf den Landschaftspark mit seinem historischen Baum- und Pflanzenbestand, der Lebensraum für viele Tierarten bietet. Natürlich gibt es keine Zeitungen und nicht mal WLan, denn nichts soll den Besucher ablenken in seiner Konzentration auf den Ort, die Kunst und sich selbst.

PicMonkey Collage8Ein anderes außergewöhnliches Café ist das Refektorium des Klosters Kamp. Es ist als Spendencafé und „Ort der Gastfreundschaft“ konzipiert. Eine Speisekarte, feste Preise oder eine Bedienung gibt es auch hier nicht. Ehrenamtliche Helferinnen bieten Getränke, kleine Speisen und Kuchen an, der, das muss hier mal gesagt werden, eine Offenbarung ist. Große Stücke, saftig und üppig, die irgendwie katholisch schmecken, jedenfalls nach pfundweise „Guter Butter“ und zehn Eiern.

(Tausend Dank an Herrn Dr. Hahnen! Kloster Kamp, Abteiplatz 13, 47475 Kamp-Lintfort, www.kloster-kamp.eu)

Das Besondere an Museumsshops ist ihr gutes, weil kitschfreies Angebot. In der Regel gilt: je kleiner, desto individueller, wie zum Beispiel in Schloss Moyland. Dort fand ich schön eingebundene Bücher aus handgeschöpftem Papier in ungewöhnlichen Formaten und gefilzte Kasperlepuppen als witziges und robustes Kinderspielzeug. Dazu schöne Kunstpostkarten und Bücher über Joseph Beuys. Auch Klosterläden wie der von Kloster Kamp sind immer eine Fundgrube, insbesondere für Kerzen, Honig, besondere Marmeladen, Säfte, Schnäpse und Obst.

 

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