Fashion-Alarm: Jeff Koons und Louis Vuitton

(Fotos: links: Weekender-Tasche Mona Lisa, rechts: Jeff Koons und seine Frau Justine Wheeler bei der Taschenpräsentation in Paris)

Jeff Koons, 62, ist ein amerikanischer Künstler, der zu großem Reichtum gekommen ist, obwohl sich seine Kreativität in Grenzen hält. Bekannt wurde er vor allem durch seine blankpolierten, goldenen, alle Preisrekorde brechenden Pudel. Außer Hündchen hat er noch drollige Äffchen und Herzchen im Angebot. Jetzt ist er eine Kooperation mit der Luxusmarke Louis Vuitton eingegangen. Sie verdient ihr Geld weniger mit Kleidung als Handtaschen, die tausendfach kopiert in den Fußgängerzonen herumhängen, was bei vielen Fashionistas dazu führt, dass sie hinter jedem Original ein Fake vermuten. In echt werden sie gerne von Damen aus Odessa spazieren geführt, die sich bei jedem Schritt darauf konzentrieren müssen, dass ihre Gesichtsnähte nicht platzen.

Zurück zu Jeff Koons und Louis Vuitton. Das Ergebnis ihrer Kooperation ist die Kollektion „Masters“. 40 Produkte vom Rucksack bis zur Geldbörse, auf die Ausschnitte aus populären Meisterwerken von Tizian, Rubens, Fragonard, van Gogh und da Vinci gedruckt wurden. Verteilt über die restlichen Behältnisse prunken die üblichen Louis Vuitton-Beschläge und das Logo des Designerlabels. Rechts unten in der Ecke sieht die Betrachterin schließlich etwas, das sie zum Studium des verfehlten Geschmacks und der überzogenen Selbstvermarktung einlädt. Es handelt sich um die dort angebrachten Initialen von Jeff Koons. Natürlich goldfarben. Wenige Künstler würden es wagen, den Namen eines Alten Meisters in ihr Werk zu integrieren, ganz zu schweigen davon, ihm die eigenen Initialen aufzudrücken. Wenig zurückhaltend sind auch die Preise der Taschen: 3000 Euro kostet ein Weekender mit Mona Lisa-Aufdruck, bei dessen Anblick man sich verwundert die Augen reibt, weil er doch letztendlich aussieht wie eine Plastiktüte aus dem Museumsshop. Zur Entschädigung bekommt die Käuferschaft didaktische Unterstützung für den Fall, dass das Kunstverständnis nicht besonders ausgeprägt sein sollte. Im Inneren jeder Tasche befinden sich eine Information zum Kunstwerk und eine kurze Biographie des Künstlers. Nein, nicht van Gogh oder Rubens. Jeff Koons natürlich. In goldenen Buchstaben.

Fotos: FAZ

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