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Kein Gewissen, aber ‘ne Tasche von Primark…

20140502_1752222. Mai, Brueckentag, Ausnahmezustand in der Domstadt. Die ersten stehen schon ab 6 Uhr in der Schlange, um pünktlich um 10 Uhr die insgesamt 3 Etagen der irischen Textilkette in der Kölner Neumarktgalerie zu stürmen. Primark feiert die Neueröffnung der bislang größten Filiale in Deutschland.

Über eine halbe Stunde beträgt auch nachmittags noch die Wartezeit. Und noch immer werden die Warteschlangen [ja, es gibt mehrere] von Menschen gesaeumt, die kritische Fragen zu den Produktionsbedingungen der Kleidung stellen. Berechtigte Fragen, wenn man sich das Angebot von Kleidern, Pullovern und Jacken unter 15 Euro ansieht.
Wie immer sind die Antworten nicht so leicht.

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Primark Nord-Europa Chef Krogmann betont, dass sie sich an klare Grundsaetze halten, die faire Arbeitsbedingungen und Loehne garantieren, und dass die guenstigen Preise in den hohen Abnahmemengen begruendet liegen. Einen Grossteil der Produktionsstaetten teilen sie sich mit anderen Textilriesen.
Und doch bleibt die Frage, wer den Preis fuer diese Billigmode zahlt, die in Bruchteilen von Sekunden von kreischenden Maedchen von den Staendern und aus den Regalen gerissen und dann achtlos zu Boden geworfen wird.

Das gilt fuer das Angebot von Primark genau so wie fuer das vieler anderer Bekleidungshersteller, die auf Wegwerfmode mit fragwuerdiger Qualitaet setzen.

Und ja, mit dem Taschengeld einer 16-jaehrigen Schuelerin sind 9 Euro H+M T-shirts schneller gekauft als die fuer 39,90 von Armed Angels. Aber davon reicht ja vielleicht eines und das ist seinen Preis und die Investition dann wert. Doch auch hochpreisige Designerkleidung ist nicht immer ein Garant fuer ein ruhiges Gewissen.
Mode ist nur selten fair, titelte die Zeit vor ein paar Jahren und kuerzlich auch die Wiwo, und ein Primark-Boycott vielleicht ein Anfang aber noch lange keine Garantie, die Fairness der Produktionsbedingungen und Umweltfreundlichkeit der eigenen Kleidung zu erhoehen.
Denn wirklich faire, oekologische Textilien [z.B. solche, die dem sogenannten Global Organic Textile Standard entsprechen] sind rar.

Kleidung ist immer auch Ausdruck von Persoenlichkeit. Dazu gehoert meiner Meinung nach auch die Frage, was wir mit unserem Kauf ausdruecken moechten.
Ich betrachte die Demonstrantinnen und Demonstraten, die nicht muede werden, kritische Fragen zu stellen.
Ich gehe im Kopf die Labels, Produktionsorte und Produktionsbedingungen meiner Kleidung durch. Nicht immer weiss ich die Antworten und nehme mir vor, demnaechst noch ein wenig genauer hinzusehen und nachzufragen. Damit ich weiss, was ich trage. Nicht nur, wie ich darin aussehe.

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