Mauve iknmlo BoJack BoCouture Clarins ü40 Blog ü50 Modeblog ü60 Fashionblog

Karl Lagerfeld. Modemethode.

20150501_173519
Als erstes sehe ich diesen Schreibtisch, der meinem sehr ähnelt und spüre eine gewisse Verbundenheit. Bücher – alles von Sachbüchern über Biographien bis hin zu den schönsten Bildbänden, daneben Skizzen, Notizen, alles irgendwie wild verstreut und doch spürt man – mehr als man sieht – eine Ordnung in dem Chaos.
Der Schreibtisch macht den legendären Karl Lagerfeld irgendwie nahbar, menschlich, er bietet einen Zugang zu dieser Kunstfigur mit der dunklen Brille, den schmalen Anzügen, dem silbernen Pferdeschwanz und der schrecklichen Katze.

Seinen Schöpfungen nähert man sich danach chronologisch. Beginnend mit der (schrecklichen) Pelzmode, die er für Fendi kreierte, kommen nach und nach weitere Modehäuser hinzu, deren Stil Lagerfeld maßgeblich geprägt hat, Chloe, Chanel, Karl Lagerfeld.
Doch alle Prêt-à-porter Stücke sind schnell vergessen, wenn man den letzten Raum betritt. (Achtung: Spoiler!)

Gmundpapier in Blütenform, das baldachinartig von der Decke hängt, verwandelt den schnöden Museumsraum in einen Palast, der die Besucher verzaubert und die Haute Couture noch feiner und filigraner erscheinen lässt, als sie es eh schon tut. Ein Traum aus Stoff und Papier, an dem ich mich kaum satt sehen kann.

Viel zu schnell ist der kleine Rundgang vorbei. Am Ende wieder der Schreibtisch. Harte Arbeit, viel Leidenschaft und eine immense Obsession für Details erkenne ich in Lagerfelds Werk. Und bei aller Inszenierung immer noch einen Künstler, der seine Kreationen wichtiger nimmt als sich selbst.

Meine Musthaves sind ein Chanelkostüm aus dem 1990ern mit weißem Tweedjacket und schwarzem, weit schwingenden aber nur knielangem Rock und ein schwarzes Haute Couture Kleid, das aussieht, als sei es von Engelflügeln bedeckt.

Modemethode kann ich uneingeschränkt empfehlen. Der Titel der Ausstellung soll Lagerfelds Prinzip der umfassenden Modeproduktion beschreiben, von der Idee über den Entwurf, die Realisierung bis hin zur Inszenierung auf dem Laufsteg. Für mich zeigt sie Lagerfelds Besessenheit gepaart mit präzisem methodischen Vorgehen, oder wie schon Shakespeare sagte ‘Though this be madness yet there is method in it’ (Hamlet).

[flagallery gid=117 w=670 h=500]

Http://www.bundeskunsthalle.de/austellungen/karl-lagerfeld.html
Film zur Ausstellung

Noch bis 13. September 2015 in der Bundeskunsthalle in Bonn.

Sie möchten diesen Artikel teilen?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .