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Ja, ich will. – Die Hochzeit des Jahres.

Daniela und Frederike haben geheiratet. Die Hochzeit des Jahres! Wir waren dabei.

Sie wollten bei ihrer Hochzeitsfeier keine Kompromisse eingehen. Nicht beim Essen, nicht bei der Location und Gestaltung und nicht beim Dekor. Sie wollten durch ihr Fest zum Ausdruck bringen, wer sie sind und ihre Liebe zelebrieren. In ihrem Leben spielen Kochen und Essen eine wichtige Rolle. Ihre Gastfreundschaft, ihr hoher Anspruch ans Essen und ihre Freude am Genuss verbinden sie. Um die Feier ihres Happy Ends so persönlich wie möglich zu gestalten, sollte sie in ihrem Haus stattfinden. Vor allem aber wollten sie gemeinsam das Festmahl zubereiten. Nicht etwa, um zu sparen. Im Gegenteil! Sie wollten Opulenz. Die Idee war, voller Vorfreude auf die Hochzeit eine Woche lang gemeinsam ein Spitzenmenü zu kochen, aber am Festtag selbst alle Aufgaben an kompetentes Personal zu delegieren. Wir Gäste wussten, dass wir uns auf eine sehr besondere Feier freuen konnten. Denn kein Eventplaner und kein Koch der Welt würde es so gut machen wie die Beiden.

Die Hochzeitskarte
Daniela und Frederike ließen sich in der Kupferbar des Museums MARTa in Herford trauen. Kupfer wurde zu einem Leitmotiv ihrer Feier. Ihre Hochzeitskarte und alle Menükarten gestaltete ein befreundeter Künstler. Er zeichnete stilisierte Blüten in Türkis auf einen schweren, anthrazitfarbenen Karton. Ihr Inneres malte er mit einem Kupferstift aus. Die Karte wurde in anthrazitfarbenen Umschlägen verschickt. Die Adressen waren mit einem Kupferstift in Handschrift geschrieben.

Die Ringe
Ein echtes Statement! Breit, gold, schwer und von Daniela selbst gefertigt. Sie ist Goldschmiedin. (Hier haben wir sie im Blog vorgestellt.)

Die Outfits
Weiß kann jede! Erwachsene Frauen wie Daniela und Frederike finden eine weiße Hochzeit spießig. Frederike wollte gerne einen coolen Anzug tragen, Daniela ein unangestrengtes Hemdblusenkleid. Sie fanden Designer, die ihre Vorstellungen umsetzten und ihre Top Look-Outfits maßfertigten. Frederike trug einen lässigen Anzug aus dunkelblauem Cordblazer mit Stehkragen und tiefer sitzender Nadelstreifenhose der Designerin Kirsten Will sowie ein graues Seidenhemd und RetroSchuhe von Zeha Berlin. Daniela ein Hemdblusenkleid aus einem hocheleganten, schimmernden Stoff in Dunkelblau mit passender Hose und dunkelblauen Samtslippers. Durch den Stretch-Anteil des Stoffes sah das Kleid auch gegen Ende eines langen Tages noch gut aus. Es wird in der Taille durch einen breiten, japanischen Obi-Gürtel gebunden – einen Wendegürtel, außen Dunkelblau, innen kupferfarbige Seide.

Der Champagner-Empfang
Der Opener und die Visitenkarte jeder großen Feier. Hier werden Ton und Atmosphäre des Abends bestimmt. Hier wird dafür gesorgt, dass die Gäste sich untereinander kennenlernen und sich wohl fühlen. Steht und fällt mit einem wirklich guten Champagner. Da mussten wir uns bei unseren Gastgeberinnen nur wirklich keine Sorgen machen.

Die Tafel
Eine lange Tafel für 43 Personen. Mein erster Eindruck: Überbordende Opulenz bei maximaler Lässigkeit. Die Tische waren mit anthrazitfarbenen Tischdecken aus Leinen bedeckt. Aufgedeckt wurde das eigens für den Anlass angeschaffte Hochzeitsgeschirr in Türkis, Hellgrün, Rosa und Hellblau. Zu jedem Gedeck gehörten zwei Teller sowie altes Silberbesteck und Vintage Gläser aus Kristall. Die Menükarte war auf türkisfarbiges, durchsichtiges Papier gedruckt. Eine anthrazitfarbige Posamentenkordel aus Seide verband sie mit dem darunter gelegten anthrazitfarbigem Karton. Das Tisch-Dekor bildeten mehrarmige, hohe Lüster aus Kupfer. Um sie herum ergossen sich Blumenbuketts aus hellblauen Hortensien, dunkelroten Dahlien und pinkfarbigen Landrosen in schicken Kupfertöpfen. Die Gastgeberinnen hatten sich gegen ein Placement entschieden. Wir nahmen auf bunt zusammengewürfelten Stühlen Platz. Alles war schön! So schön! Ich bat meinen Tischherrn, mich in den Arm zu kneifen. Traumkontrolle. Sicher ist sicher.

Das Menü
Da war sie dann. Die Magie eines überbordenden Festmahls, gepaart mit dem Tröstlichen, Leckeren, Nährenden, Sinnlichen der von den Gastgeberinnen gekochten Schlemmereien. Märchenhafte orientalische Genüsse, inspiriert von ihrem Lieblingskoch Yotam Ottolenghi. Sie wurden in großen Kupfertöpfen und -Pfannen serviert.
Die Vorspeisen: Salate aus gebackenem Kürbis, Maronen, Ziegenkäse; Blumenkohl, Granatapfel, Walnüssen; Spinatblättern, Burrata, Tomaten, geröstetem Koriander; eine Yufka mit Mangold und Feta; die Falafel Adel Agwa mit Joghurt; Lammfrikadellen Kofta B´Siniyah; überbackene Scampis mit Tomatensoße; Humus, ein Mus aus geräucherten Auberginen, ein Rote Beete Püree mit Joghurt und Za átar.
Zum Hauptgang wurden Kalbsbäckchen á la Ottolenghi und Brathähnchen mit Arak, Fenchel und Kumquat serviert. Als Beilagen wurden gereicht: gebackener Sellerie mit Trüffel, Auberginen mit Mejadra, mit Quinoa und Räucherkäse gefüllte Artischockenböden, bunte Möhren mit Kreuzkümmel und Honig, orientalischer Reis und Polenta-Stäbchen. (Die Rezepte der meisten Speisen finden Sie in den Ottolenghi –Kochbüchern.)
Getränke: Weißweine La vie est belle und Riesling von Marcus Molitor. Rotweine von Syrah Paladin und Barbara Marci Bonfante.

Annas Auswahl zum Dessert
Anna ist Danielas Tochter. Sie kocht gern, aber noch viel lieber backt sie, und mit ihren 13 Jahren ist sie schon eine Meisterin der Confiserie. Ihr Hochzeitsgeschenk war ein Dessertbufett, an dem sie, parallel zum Brautpaar, eine Woche mit unglaublicher Hingabe gearbeitet hat. Ich sage nur: 5 Sorten Pralinen (mit Blattgold verziert), 3 Trüffel-Variationen und 8 verschieden Macarons-Variationen. Möchten Sie wissen, welche Variante mein Favorit war? Außen allerliebst hellrosa, gefüllt mit Kapern, Spinat, Mascarpone und rotem Pfeffer. Unglaublich, oder? Minze/Dattel/Walnuss war auch sehr gut. Aber Ziegenkäse/Veilchen/Honig erst recht. Und die Hochzeitstorte? Kupferfarbig und sehr köstlich! (7 Sachen Manufaktur Steinhagen)

Alle Regler auf rechts
Gute Lightshow, guter DJ oder gute Playlist und ab geht die Post! Dazu Drinks und noch mehr Drinks. Die Bar bot eine Gin Tonic-Auswahl mit Quitte, Rosmarin und klassisch, dazu Wermut. Das Sahnehäupchen auf jedem Fest: Die schönen, schicken, schwulen Jungs. Wenn sie den Dancefloor stürmen, können sich die Hetero-Männer aber mal warm anziehen! Wenn die smarten Eintänzer dann noch Smoking, Lackschuhe (ohne Socken) und Smokinghemd mit Kummerbund von Haider Ackermann tragen…

Das Gastgeschenk
Eine Tüte mit ovalen Keksen mit Kupferrand, gebacken von der Confiserie-Künstlerin Anna. Sie hatte sie mit Frauenporträts in Gemmenform geziert. Weil sich ja schließlich zwei Frauen getraut hatten.

Danke, Ihr Lieben, für diesen magischen Abend.

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