Ikonen: Ingeborg Bachmann

Ingeborg Bachmann (1926-1973) erregte als junge Autorin in der Literaturszene der 50er Jahre Aufsehen. „Viel blondes Haar, sanftbraune Augen“, urteilte „Der Spiegel“ kennerisch, als er der 28Jährigen 1954 eine Titelgeschichte widmete. In der grauen Nachkriegszeit war sie mit ihren dreireihigen Perlenketten, elegant gebundenen Halstüchern und schmalen, ärmellosen Sommerkleidern eine glanzvolle Erscheinung. Sie inszenierte ihren Glamour sorgfältig. Bei ihrem literarischen Debut vor der Gruppe 47 sank sie während ihrer Lesung ohnmächtig vom Stuhl. Die 1000 DMark Preisgeld investierte sie in „1 graues Kostüm 300 Schilling, 1 schwarzes Kleid+ 1 Seidentücherl 100 Sch., 3 Paar Schuhe 200 Sch.“ Ihr Äußeres war eine Inszenierung. Bachmann trug eine Rüstung, hinter der sie ihre hochkomplizierte Persönlichkeit zu verbergen versuchte, und die Rolle der weltgewandten, glanzvollen Dichterin spielte. Ihr bewegtes Leben endete durch einen selbst verschuldeten Zimmerbrand.

1 Kommentar

  1. 27. September 2017 / 21:29

    Ingeborg Bachmann war wirklich eine schillernde Frau und eine wunderbare Literatin. Auch ihre Beziehung zu Max Frisch war spektakulär. Ich lese ihre Bücher immer mal wieder.

    Viele Grüße

  2. 28. September 2017 / 22:24

    Liebe Herbstbeauty, vielen Dank, das freut mich! Ich finde auch, dass sie eine tolle Autorin und eine glamouröse Frau war. Leider viel zu früh verstorben.
    Herzliche Grüße und weiterhin viel Freude mit Ihrem interessanten Blog.

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