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Ikonen: Edith Sitwell

Edith Sitwell (1887-1964), Mitglied des englischen Adels und Dichterin der Avantgarde, entsprach nicht dem weiblichen Schönheitsideal ihrer Zeit – zu groß, zu flach. Sie sah darin jedoch im Gegensatz zu ihren entsetzten Eltern keinen Nachteil, den es zu verbergen galt, sondern eine Chance zur „höchstmöglichen Stilisierung“ der eigenen Person. In einem Selbstporträt, 1936 erschienen unter dem Titel „That English Eccentric Edith Sitwell“, heißt es dazu: „Wozu sollte man versuchen, wie ein Pekinese auszusehen, wenn man ein Windhund ist?“ In den Dreißiger Jahren schrieb sie ihre amüsanten Portraits über englische Exzentriker. Man erfährt in dieser „Galerie höchst bemerkenswerter Damen und Herren“ auch Genaueres über „einige Modeliebhaber“, die bei Kleidung, Kaleschen oder sonstigen Herren-Vorlieben weder Kosten noch Mühen scheuten. Berichtet wird etwa von Lord Petersham, der, als jemand ein besonderes Stück seiner Schnupftabaksdosen-Kollektion bewunderte, erwiderte, dies sei „eine nette Sommer-Dose, aber zur Winterkleidung passt sie nicht.“ Die Dichterin verblüffte ihr Publikum mit ausgefallenen Auftritten, bei denen sie Ihre Gedichte in ihrem Londoner Haus, hinter einem Brokatvorhang stehend, zur Musik von Stravinsky vortrug. Mit ihrem überdimensionierten Schmuck, ihren dramatischen Frisuren und Gewändern, die ein homosexueller russischer Maler für sie entwarf, inspirierte sie u.a. Marc Jacobs.

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