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Ich bin dann mal weg

2014-06-01 11.21.02Mode? Lifestyle? Bloggen? – Das ist hier alles ganz weit weg. Ich bin in Südwestfrankreich und mache Ferien auf dem Land. Was man hier so macht? Ich gehe nach dem Aufstehen zu Valérie in den kleinen Supermarché und kaufe ein frisches Baguette und die Lokalzeitung, Le Sudouest. Ich zupfe hier und da im Garten herum, schaukle je nach Sonnenstand in der bunten Hängematte unter dem Nussbaum oder in der weißen Hängematte unter dem Pflaumenbaum. Am Nachmittag gibts ein Picknick unterm Kirschbaum mit Mirabellentarte von der schönen Bäckerin aus dem Nachbardorf. Gegen Abend schaut meist einer der Nachbarn auf einen Apéritif vorbei.

Unsere Lieblingsnachbarn sind Pierre und Monique. Pierre ist 64, Monique 68. Sie haben ihren Bauernhof in Nordfrankreich verkauft und sind hierher in den Süden gezogen. Die Sch´tis haben einen großen Bauerngarten, Esel, Hühner und 2 Hunde. Der kleinere heißt Hercule. Monique hat noch 3 Zähne unten, Pierre noch 3 oben. Was ihnen an Zahngebein fehlt, machen ihre Herzlichkeit und Gastfreundschaft wett. Wir fühlen uns hier ungemein gut aufgenommen, was auch an der kleinen Batterie von Schnapsflaschen liegen mag, die wir als Gastgeschenke mitbrachten und die hier sehr willkommen sind. Mümmelmann von Delikatessen Aldi.

In den Dörfern ringsum haben sich viele Briten niedergelassen. So kann man jeden Morgen in der Bar Tabac den „Guardian“ und „The New York Times“ kaufen. Im Übrigen bleiben die Briten unter sich. Sie tragen Khakishorts und Trapperhüte und sehen aus, als hätten sie noch persönlich die Kolonien des Commonwealth erobert. Sie treffen sich zum Polo und Tennis und knattern bei Autorennen mit ihren kleinen Oldtimern in der schönen Farbe „racing green“ durchs Dorf. Die Dorfbewohner schütteln dazu milde lächelnd den Kopf. Mir gefällt diese Gelassenheit. So wie neulich bei dem Monsieur, der neben uns in der Bar Central saß und seine Plat du Jour verspeiste. Nachdem eine hochhackige, dralle Blondine in schwarzem Lack und Leder vorbei stolziert war und er ihr ausgiebig hinterher gesehen hatte, sagte er augenzwinkernd zu uns: “C´est comme ca. C´est la vie.” Genau aus diesem Grund liebe ich Frankreich.

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