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Herzkosmos – Buchtipp in eigener Sache

Auf iknmlo schreiben wir über Dinge, über die wir mit einem Augenzwinkern sagen, dass wir ohne sie nicht mehr leben können.

Bei diesem Buch ist es anders. Bei diesem Buch ist es so, dass ich mir nichts so sehr wünsche wie die Tatsache, dass es nicht hätte geschrieben werden können, dass die Ereignisse, die es beschreibt, nie geschehen wären. Ich könnte sehr gut ohne leben. Aber so ist das Leben nun mal. Nicht alle Wünsche gehen in Erfüllung.
Und weil das Leben so ist wie es ist und vor allem weil das Leben so war wie es war, musste dieses Buch auch geschrieben werden und genau deshalb sollte es auch gelesen werden.

Das Buch besteht zum größten Teil aus dem Blog, den meine Schwester geschrieben hat, während mein damals 6 Jahre alter kleiner Neffe im Kinderherzzentrum in Bad Oeynhausen lag. Ein Großteil der Zeit war er an eine große Maschine namens Berlin heart angeschlossen und wartete auf ein Spenderherz. Es kam, aber es kam letztendlich zu spät.

In ihrer ganz eigenen, wunderbar ehrlichen Art beschreibt Claudia das Hoffen und Bangen, die kleinen Highlights, genau so wie die schlimmen Rückschläge dieser Zeit. Wie ist das eigentlich, tagein tagaus im Krankenhaus sein zu müssen? Seinen Geburtstag und Weihnachten dort zu feiern? Wie schafft man es, nicht die Hoffnung zu verlieren? Wie überlebt man, wenn alles Hoffen nichts gebracht hat und man nur noch Abschied nehmen kann? Und wie nimmt man überhaupt Abschied, wenn man alles will, nur nicht Abschied nehmen.
Das Buch gibt einen ganz persönlichen Einblick in diese ganz eigene Welt rund um das Kinderherzzentrum und das Ronald McDonald Haus, in dem meine Schwester und ihre Familie in der Zeit gewohnt haben. Es gibt einen Einblick in diesen „Herzkosmos“.

„Herzkosmos“ bietet aber noch mehr als nur einen Einblick. Wer es liest, sieht die Welt aus Eltern- und Patientensicht. Eine Sicht, die wertvoll sein kann für andere Eltern von Herzkindern, die sich damit vielleicht dann nicht mehr so alleine fühlen, die wertvoll sein kann für Angehörige oder enge Freunde, die vielleicht nicht wissen, wie sie sich am besten „richtig“ verhalten im Umgang mit den Betroffenen, aber meiner Meinung nach vor allem auch wertvoll für Ärztinnen bzw. Ärzte und das Pflegepersonal, für die ein solcher Perspektivwechsel vielleicht gute Erkenntnisse für die eigenen Tätigkeit bringen kann.

Man muss dieses Buch schon lesen wollen, sonst hält man es, glaube ich, nicht aus.
Aber ich würde es meiner Schwester und vor allem Luca und allen Kindern in seiner Situation wünschen, dass sich viele Leserinnen und Leser finden, die das tun.

Weil es wichtig ist.

Weil es Menschen gibt, die wirklich etwas haben, ohne dass sie nicht mehr leben können.

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