Gut verpackt

P1000563Frauen und Handtaschen – eine reine Liebesbeziehung! Spurensuche im Bayerischen Nationalmuseum. Es präsentiert Taschen, die noch nie zuvor öffentlich ausgestellt worden sind. Die Sammlung umfasst Taschen aus 500 Jahren – ein halbes Jahrtausend Kulturgeschichte im Taschenformat. Das Repertoire reicht von Börsen und Beuteln über Jagdtaschen aus Wittelsbacher Besitz bis zu Beispielen aus neuen Kollektionen, die als extravagante Unikate für bekannte Handtaschenträgerinnen wie Grace Kelly, Marlene Dietrich und Gloria von Thurn und Taxis angefertigt wurden.

Ein besonders schönes Modell aus dem Besitz von Marlene Dietrich stammt vom Pariser Juwelier Cartier. Der Bügel der kleinen Abendtasche besteht aus 14 karätigem Gold, der Stoff mit seinem feinen Jugendstilmuster ist ebenfalls golddurchwirkt, oberhalb des Schlosses ist ein großer, geschliffener Turmalin angebracht.

Viele der alten Taschen geben heute Rätsel auf. Wer hat sie getragen? Was wurde darin aufbewahrt? Das älteste Modell in der Ausstellung ist ein sogenannter Stielbeutel. An einem Holzstiel sind 6 kleine Lederbeutel befestigt, in dem Männer und Frauen zu Anfang des 16. Jahrhunderts ihre Geldmünzen aufbewahrten, denn unpraktischerweise hatte im Heiligen Römischen Reich Deutscher Nation fast jede Stadt ihre eigene Währung.

Die Ausstellung bietet die Möglichkeit, Täschnern über die Schulter zu blicken und dabei mehr über traditionelle Techniken wie Perlieren, Anfertigung von Quasten und Bügeln oder das Zuschneiden und Verarbeiten von Leder zu erfahren.

Das Begleitprogramm zur Ausstellung umfasst neben dem Angebot, Taschen aus recycelten Materialien anzufertigen das Projekt „Taschen gegen Fernweh“, einer Auktion von Fund-Taschen, die am Münchner Flughafen vergessen oder verloren wurden.

Zu sehen im Bayerisches Nationalmuseum, Prinzregentenstraße 3, 80538 München, noch bis zum 25. August 2013.

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.