Mauve iknmlo BoJack BoCouture Clarins ü40 Blog ü50 Modeblog ü60 Fashionblog

Gio Ponti in Paris – leicht und elegant!

Ü60 Bloggerin Ursel vom IKNMLO Fashionblog über Gio Ponti  in ParisTutto Ponti. Nur selten bringen Ausstellungstitel die gezeigten Exponate zu präzise auf den Punkt. Denn das Musée des Arts Décoratifs in Paris zeigt nicht viel weniger als „Alles“ in seiner Retrospektive der Arbeiten von Gio Ponti. Alles, was der 1891 geborene Mailänder Architekt, Designer, Maler und Gründer der Zeitschrift „domus“ gestaltete, war leicht und schön und wirkt bis heute ausgesprochen modern, ja geradezu erfrischend.

Der keine zwei Kilo wiegende Strohstuhl mit dem Namen „Superleggera“, den er für Cassina entwarf, verwandelt das Sitzen in eine Art Schwebezustand. Die geschwungenen Ausgusshähne seiner Kaffeemaschine „La Cornuta“ aus dem Jahr 1948 sehen aus wie die Kamine eines Ozeandampfers. Das Pirelli-Hochhaus neben dem Mailänder Hauptbahnhof ähnelt einer eleganten Stele. Und dann erst das Hotel! Das 1962 in Sorrent eröffnete „Parco dei Principi“ gilt als eine Ikone der Architektur. Gio Ponti verantwortete den Bau bis ins kleinste Detail. Der Architekt mit dem Faible für Keramik – sein Œuvre reicht von der Vase bis zum Waschbecken – entwarf für das Gebäude allein 30 verschiedene Bodenfliesen in den Farben Blau und Weiß.

Die Pariser Exponate werden in der zentralen Halle des Museums in einer spektakulären Ausstellungsarchitektur präsentiert. Das riesige Eingangstor bildet die Nachbildung der Scherenschnitt- Fassade der 1970 von Ponti gebauten Kathedrale von Tarento.

Neben der zentralen Halle, in der Möbelentwürfe präsentiert werden, gibt es sechs Kabinette, die jeweils einer Dekade der 60 Jahre währenden Schaffenszeit Gio Pontis gewidmet sind. Die Sitzgruppen, Wandlichter und Einzelmöbel aus seinen Villen, Hotels und Luxusdampfern werden in eleganten Farblandschaften vor großformatigen Fotos der Häuser, für die sie entworfen worden sind, präsentiert. Auf angenehme Weise wird so Architektur sinnlich erfahrbar gemacht und gleichzeitig mit der Wahrnehmung der Betrachter gespielt. Man fragt sich: Was ist drinnen? Was ist draußen? Aber vor allem fragt man sich: Wie kann Architektur nur so viel Lebensfreude ausstrahlen?

Tutto Ponti – Gio Ponti, Archi-Designer. Musée des Arts Decoratifs, Paris. Noch bis zum 10. Februar 2019.

Sie möchten diesen Artikel teilen?

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden .