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Mehr Auto wagen!

Frauen und ihre Autos! Die kleine, zarte, aber in Wahrheit große Joan Didion, die schon mit Anfang Zwanzig für die Vogue schrieb, mit ihrem Thunderbird durch Kalifornien cruiste und jede Party mitnahm. Francoise Sagan mit 150 Sachen im offenen Aston Martin auf dem Weg von Paris nach Saint Tropez oder in das Landhaus, das der Modeschöpfer Christian Dior ihr vermietet hatte. Und natürlich Erika Mann (1905-1969)! In den Feuilletons verschiedener Zeitungen erzählte sie von ihren Reisen und der Liebe zu ihrem Automobil. Die hatte sie von ihrem Vater geerbt, dem Großschriftsteller Thomas Mann, der sich 1925 ein Fiat Cabriolet mit 6 Sitzen anschaffte. Allerdings fuhr er nicht selbst, er hatte einen Chauffeur und ließ fahren. 1929 brach Erika Mann gemeinsam mit ihrem Bruder Klaus in ihrem Opel zu einer Reise kreuz und quer durch Europa auf. Literarisches Ergebnis war der Reiseführer „Das Buch von der Riviera“. Die fernwehgeplagten Geschwister rieten darin ihren Leserinnen, am besten erkunde man „die Coast of Pleasure … wenn man einen Wagen bei sich hat, sollte es auch noch so ein hässlicher Zwergwagen sein, man genießt ihn nirgends so wie hier.“

Schön ist es, sich an diese großen Automobilistinnen zu erinnern und davon zu träumen, man verfügte über den gleichen Pioniergeist und den Mut wie sie. Und so träumte ich denn hier vor einem Opel Typ 4/16, Baujahr 1928. Das erste Model rollte 1924 vom Band, ein grün lackierter Kleinwagen anstatt einer großen, schwarzen Limousine, wie sie der „Herrenfahrer“ jener Jahre gewohnt war. Dieses Auto wurde nicht mehr aufwändig von Hand angefertigt, sondern auf dem Fließband. Die Karosserie nicht mehr aus Stahl, sondern aus dem Leichtmetall Aluminium. Dank dieser Fertigung konnte die Adam Opel AG den Wagen zu einem vergleichsweise günstigen Preis von 4500 Reichsmark anbieten – immerhin noch so viel wie für ein Eigenheim. Die Käuferschicht, die sich so etwas leisten konnte, war überschaubar. Landärzte, Architekten, Viehhändler, Handelsreisende – und ein paar Damen.

Wie es um das Fahrvergnügens des hier abgebildeten Automobils bestellt ist, konnte ich leider nicht ausprobieren. Seine Optik war schon mal überzeugend. Die technischen Daten: 16 PS, Höchstgeschwindigkeit 70 km. Vromm vromm!

Der Oldtimer ist Teil der sehenswerten Ausstellung „nützlich&schön“ Produktdesign von 1920 bis 1940 im LVR-Industriemuseum Peter-Behrens-Bau in Oberhausen. Noch bis zum 23.02. 2020.

Ich sah die Ausstellung auf Einladung von Tourismus NRW im Rahmen der Pressereise „#bauhauswow“.

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