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Kleider oder Hosen?

Liebe Ute, der Blick in meinen Kleiderschrank zeigt, dass mein Stil in den letzten Jahren ziemlich eingefahren ist. Im Sommer trage ich leichte Girbaud-Hosen mit Tod´s oder Chucks und im Winter Jeans mit Stiefeletten. p11109152p11109244 Irgendwie habe ich das Kleid aus meinem Leben verbannt. Ist doch eigentlich schade, zumal, wie Du siehst, einige schöne Exemplare in meinem Schrank hängen. p11109277 Ob ich mich im Frühjahr mal wieder in eins hineinwage?

Liebe Ursel, seit meine Eltern mir als kleinem Mädchen ein rot- grünes Dirndl mit weißer Spitzenschürze aus Südtirol mitgebracht haben und ich das erste Erstaunen über die scheinbar viel zu kurze Bluse überwunden hatte, fasziniert mich dieses erstaunliche Kleidungsstück! Auch andere Ostwestfälinnen in Bielefeld( !) geraten im Oktober oder schon lange vorher in den Almrausch und nutzen die vielen Pseudo-Oktoberfeste jenseits von München, nur um (noch) einmal ein Dirndl tragen zu können!

Wenn man das rheinische Karnevalstreiben mit hoch gezogenen Augenbrauen betrachtet und sich trotzdem so verkleidet, muss doch dieses Kleidungsstück eine ungewöhnliche Anziehungskraft ausüben! Es ist ja auch sooo praktisch: Das Dekolleté der Damen jedes Alters wird betont, andere Problemzonen treten in den Hintergrund. Die Dirndlschürze signalisiert den anwesenden Männern den Beziehungsstatus der Frau: Schleife rechts – Trägerin ist vergeben! Schleife links – Trägerin ist Single! Schleife vorn in der Mitte gebunden – Trägerin ist noch Jungfrau! Hier bleibt natürlich offen, inwieweit die Männerwelt jenseits des Weißwurstäquators diese Sprache versteht? Muss ja vielleicht auch nicht sein…

Auch wenn ich weiß, dass du es hin und wieder gerne krachen lässt, zweifle ich doch, dass die alpine Tracht dich überzeugt. Hier müssen also schwer wiegendere Argumente für mein Lieblingsstück, das Kleid, aufgefahren werden: Was nutzt das Lamentieren über den viel zu eng geschnittenen Hosenbund und das leichte Kneifen an den Oberschenkeln (Verkäuferin: „Freuen Sie sich, Sie haben eben eine sehr weibliche Figur!“), wenn doch der Griff zum Kleid viele Problemzonen quasi auflöst! Warum sollte ich mit „small-fit“ und den scheinbar nicht um zu bringenden, elenden Röhrenhosen, jetzt noch mit großen, bunten Blütenmustern betont, meine Hüftpartie ins Blickfeld rücken, wenn mein Wickelkleid die bewundernden Blicke für meine schmale Taille gradezu heraus fordert? Gott sei Dank, passen Chucks (Turnschuhe!) nur in sehr wenigen Ausnahmefällen zum Kleid, so dass auch der Gang nicht an die Watschelente erinnert!

Du hast recht, manches wunderschöne Kleid, fristet jahrelang ein einsames Singleleben, verbannt in die hinterste Kleider-(!)schrankecke. Hol´es raus! Mach´ es zum Star! Zugegeben, viele Kleider wollen unbeirrt ihre Einzigkeit betonen, aber grade das hält uns oft davon ab, sie zum wiederholten Male zu tragen. Hier scheint Wiedersehen keine Freude zu bereiten… Leider zeigt sich aber auch, dass das Kleid doch immer etwas Diva bleibt, denn es ist natürlich viel einfacher zu Jeans und Pullover/T-Shirt zu greifen, als überlegt, Wind und Wetter beachtend, zu kombinieren. Aber Denken lohnt sich, auch wenn Angela Merkel uns die ewig gleichen, lediglich leicht in ihren farblichen Nuancen voneinander abweichenden Hosenanzüge ewig-murmeltier-grüßend unbeirrt präsentiert.

Auch wir haben Wichtigeres zu tun, als uns mit modischem Schnickschnack zu beschäftigen, aber, liebe vielbeschäftigte und weltgewandte Freundin, mache die Probe auf´s Exempel: Greif zum Kleid (hier sind alle Exemplare ausprobierenswert!), meinetwegen dem dünnen Wickelkleid mit Strickjacke (darf aus Cashmere sein) oder Grobstrickpullover (je nach Wetterlage fein oder dick!), schlüpfe wahlweise in die Ballerinas oder die bequemen Kittenheels und besuch mich! Du darfst auch mit dem Auto fahren… Als erstes zeigst du mir die lange Kette, die Ulli dir mitgebracht hat und die das neue I-Tüpfelchen zu deinem Outfit bildet und dann steigst du die große, weiße Treppe herab. Danach packst du deine praktische Hose-Pullover-Kombi aus der mitgebrachten Plastiktüte aus und wiederholst den Treppenabstieg. Beides geht, aber das erste ist schöner! Nun müssen Detailfragen geklärt werden: Das Kleid darf auf keinen Fall zu lang sein, aber auch nicht zu kurz; wenige Zentimeter mehr oder weniger beeinflussen Eindruck und Auftreten entscheidend! Frag mich oder dein Spiegelbild!

Beim Gehen hast du schon bemerkt, dass die Schuhfrage, wie immer für uns Frauen; keine unwesentliche ist. Im Winter ist das kein Problem, endlich kommen deine schneematschtauglichen Stiefel, egal ob mit höheren Absätzen oder niedrigeren, zur Geltung! Und du musst auch keine Hosenbeine in enge Stiefel quetschen! Also, Stiefel und Kleid mögen sich! Am unkompliziertesten sind flache Stiefel mit einem graden Schaft! Frühling und Sommer bieten andere Herausforderungen: Auch hier hat Herr Kretschmer wieder so recht, wenn er sagt, „Mädels (Ja, Ursel, wir fühlen uns angesprochen!), macht eure Füße!“ Weit ausgeschnittene Ballerinas oder Sandalen mit kleinem Absatz (Ich bin eine große Freundin von haut- – schöner ausgedrückt – nudefarbenen Schuhen! Die passen zu Vielem, machen einen schlanken Fuß und auch das Bein kommt nicht zu kurz!) bringen uns so richtig vorwärts!

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