Ein Tag in Malakka

Malakka, oder Melaka, wie der Ort auf malaysisch heisst, hat eine lange und interessante Geschichte. Und zu einem grossen Teil wurde diese bestimmt durch Europaer: sowohl Portugal, also auch die Niederlande und Grossbritannien, habe die Stadt ueber jeweils laengere Zeitraeume gehalten. Der Grund hierfuer liegt vor allem in der geografischen Lage Malakkas: fast genau zwischen Kuala Lumpur und Singapur, an der so genannten Straße von Malakka, liegt der Ort zwischen der malaiischen Halbinsel und Sumatra. Fuer den Handel, und insbesondere dem zwischen Indien und China, eine strategisch wichtige Station.

Die Spuren der langen Verbindung zu verschiedenen europaeischen Kolonialmaechten sind noch immer deutlich im Stadtbild erkennbar. Ueber der Stadt erhebt sich eine von den Portugiesen erbaute Kirche, deren erste Teile aus dem 16. Jahrhundert stammen. Ab 1641 stand Malakka dann aber unter der Herrschaft der Niederlande. Auf dem Dutch Square (auch Roter Platz) sieht man die architektonischen Einfluesse gut. Auch Briten und Chinesen haben Spuren hinterlassen. Unter anderem steht in Malakka zum Beispiel der aelteste chinesische Tempel in Malaysia, der 1645 erbaute Cheng-Hoon-Teng-Tempel.

Und so ist es durch diese geschichtstraechtigen Einfluesse kaum verwunderlich, dass Malakka zum Weltkulturerbe der UNESCO zaehlt. Einen Besuch ist die Stadt also auf jeden Fall wert! Ich muss allerdings sagen, dass vieles schon sehr touristisch aufgemacht ist – und sowas ist absolut nicht mein Ding. Bunt geschmueckte Tuk-Tuks (augenscheinlich besonders gerne mit Hello Kitty verziert), deren Radios ohrenbetaeubend die Massen beschallen – egal, ob dies es moechten, oder nicht.  Souvenirlaeden an jeder Ecke. Und dort gibts vor allem Kitsch, Kitsch, Kitsch. Ne, muss nicht sein.

Aber sobald man sich etwas von den viel betretenen Pfaden entfernt, sich durch eine der Seitenstrassen abseits der Jonker Street auf den Weg macht, kann man ihn noch entdecken: den Charme des alten Malakka. Enge Gassen mit chinesischen Tempeln, und nebenan gleich Moscheen. In Malaysia findet sich immer dieses beieinander verschiedener Kulturen. Und dazwischen Staende mit exotischen Fruechten – zum Beispiel Durian, die ich mich noch immer nicht getraut habe, zu probieren! Es richt auf einmal ganz wunderbar: ein Mann roestet Erdnuesse auf einem kleinen Wagen. Nur ein paar Meter weiter verkauft eine Frau in einem kleinen Laden lächelnd (leider wollte sie nicht in die Kamera schauen) getrocknete Fische und anderes Getier. Solche Eindruecke bleiben im Auge – und der Nase!- haften. Und all das umgeben von Haeusern aus dem 19. und fruehen 20. Jahrhundert. Diese Seite Malakkas zu entdecken war faszinierend!

 

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