Der perfekte Samstag in … Berlin-Kreuzberg

DSC_2590Ganz klar. Ich bin eher der Charlottenburg-Typ, aber so langsam war ich doch neugierig geworden. Kreuzberg hat sich in den letzten Jahren zur Heimat des berlinischen Cool entwickelt. Die Hipster, die Kunstszene, das Feiervolk, Szene und Chic – sie kommen in Scharen. Nirgendwo in der Stadt wird so nach Herzenslust geraucht und getrunken, die Nacht durchgegravt, der Vormittag verschlafen. Bei mir fängt der frühe Vogel den Wurm und so mache ich mich am Samstagmorgen auf die Suche, was denn so los ist im Kreuzberger Kiez.

ORA: Berlin überrascht immer wieder mit ungewöhnlichen Orten. Alles verdient eine Chance auf ein zweites Leben, sei es ein ehemaliges Schwimmbad, eine frühere jüdische Mädchenschule oder ein Ex-Postamt. Die alte Apotheke am Oranienplatz stand lange leer. Der wunderschöne Ort mit seinem alten Holztresen, den Regalen, all den Porzellangefäßen und Gläsern musste einfach neu erfunden werden. Er wurde zum Café und Bistro ORA, dem mit Abstand schönsten Café in Kreuzberg. Statt Salben und Pillen werden hier nun Kaffee, Liquöre, Kuchen und kleine Gerichte verkauft. Exzellente Frühstückslocation, die einen hervorragenden Start in den Tag garantiert.P1150275

Chamissoplatz: Seit ich Rolf Thomes Film „Berlin Chamissoplatz“ das erste Mal gesehen habe, bin ich in diesen Platz verliebt. Er bietet Kopfsteinpflaster, Laternen, Stuckfassaden, Hinterhöfe und ein Gebäudeensemble, das unter Denkmalschutz steht. Jeden Samstag findet hier ganztägig ein gemütlicher Ökomarkt mit Produkten aus Berlin-Brandenburg statt.

Prinzessinnengärten: Eingebettet zwischen den hohen Gebäuden am Moritzplatz liegt dieses urban gardening Projekt mit Biergarten. Ein ruhiger Ort im pulsierenden Kiez, an dem die Bewohner ihre Kräuter, Blumen und Gemüse züchten und verkaufen. Wirkte auf mich leicht angeschmuddelt. Lebensmittel hätte ich hier eher nicht gekauft.

Bergmannstraße/Oranienstraße: Wenngleich schon Spuren der Gentrifizierung sichtbar sind: hier zeigt sich die Kreuzberger Subkultur in ihrer ganzen Vielfalt und Vitalität. Hinter wild bemalten Haustüren und verklebten Fensterscheiben befinden sich die Absturzkneipen der jungen Nachtschwärmer. Wer sich tagsüber durch die wuselige Atmosphäre nicht abschrecken lässt, kann zu günstigen Preisen Entdeckungen machen: Schräges und Originelles, verstaubte Buch- und Plattenläden, Second Hand-Klamottenläden wie “Collect” und den interessanten Voo-Conceptstore. Er befindet sich im Hinterhof und zeichnet sich durch ein exzellentes Sortiment an exklusiven Marken aus.P1150298

Markthalle Neun: Schlendern, schauen, schlemmen und shoppen. Hier tummelt sich die Independent Food Szene. In kleinen Büdchen bieten „The Saussage Man that never sleeps“ oder „Mr. Susan“ Leckeres und Geschmackvolles aus Eigenproduktion an. Dazu gehören Neuseeländische Pie mit Ale oder veganes Kürbiskern-Vanille-Eis. Wir aßen etwas gesetzter und super-köstlich direkt nebenan im Auster-Club.P1150281

3 Schwestern: Im idyllischen Biergarten kann man unter alten Linden im Schatten sitzen und lesen, seinen Sundowner trinken, im angeschlossenem Super-Restaurant speisen und anschließend ins im Garten liegenden Open Air–Kino gehen. Im Künstlerhaus Bethanien, einem imposanten Klinkerbau, der früher einmal eine Diakonissenanstalt war, am Marienplatz. Die allerschönste Sommer-Location und ganz klar mein Lieblingsort!P1150318

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.