Der perfekte Samstag in … Peking

IMG_1649Peking! Bei meinem ersten Besuch gab es schlimmen Smog – sicher ein Grund, warum ich mit der Stadt nie so richtig warm wurde. Nicht einen Ort hätte ich benennen können, der mir gut gefiel. Natürlich lag das auch direkt am Smog: draussen die Stadt zu erkunden stand sehr weit unten auf meine Wunschliste. Ich hatte immer gehofft, dass es bei meinem Aufenthalt nun anders sein würde. Und der zumeist guten Luftqualität sei Dank war das auch so.

Bereits vor ein paar Monaten entdeckte ich in Asien meine neue Leidenschaft, regelrecht süchtig bin ich danach: den Green Tea Latte. Und auch bei Caffe Bene in der Nähe von Beixinquia  gibt es davon eine wunderbare Version. So kann der perfekte Samstag losgehen.

Etwas weiter die Strasse hoch befindet sich der Yonghe Lama Tempel, mein erstes Sightseeing-Ziel heute. Der Tempel ist einer der größten lamaistischen Tempel außerhalb Tibets. Es gibt einen Ziergarten, mehreren Innenhöfen und verschiedenen Tempelhallen – besonder beeindruckend ist die Halle des Unendlichen Glücks mit ihrem fast 20m hohem Buddah.

Vom Lama Tempel laufe ich durch baumbewachsene Strassen – ein wenig wie in der French Conscession in Shanghai, die ich so sehr mag, ist es hier. Kleine Restaurants und Geschäfte reihen sich aneinander, das Leben spielt sich hier auf der Strasse ab. Alles wuselt durcheinander, Menschen gehen ihrer Arbeit nach, finden aber auch Zeit für einen Plausch mit dem Nachbarn. Fast alle der Menschen, die mir hier begegnen, leben in einem Hutong – raditionellen Wohnhöfen, die es in Peking früher überall gab. Die Hutongs gehen ab von der Hauptstrasse und sind laut Reiseführer ein Muss. Sehe ich überhaupt nicht so: klar, ich würde auch gerne einmal einen Hutong genauer unter die Lupe nehmen. Das wäre dann aber so, als ob ich ins Wohnzimmer einer mir unbekannten Person liefe. Die Wohnhöfe sind echter Wohnraum. Darum finde ich, dass der Reiseführer falsch liegt: ohne Einladung oder Grund – in manchen Hutongs sind zum Beispiel Restaurants – hat man da als Tourist nichts verloren. Und sowieso: auch von aussen gewinnt man interessante Einblicke. Zum Beispiel, dass Hutongs zumeist noch immer nicht an die Kanalisation angeschlossen sind. So gibt es in den Häusern keine Toiletten, sondern nur öffentliche am Strassenende. Man sieht aber auch, dass hier eine starker Gemeinschaftssinn herrscht, dass Nachbarn sich füreinander interessieren, und einander helfen. Miteinander lachen und scherzen. Davon könnten wir uns in Europa eine Scheibe abschneiden.

Nach ein paar Kilomatern Fussweg gelangt man zum Bell Tower und Drum Tower – beeindruckende Bauten aus längst vergangenen Zeiten. Von hier aus ist es nur ein kurzer Sprung bis zum Houhai Lake. Wenn man die chinesische Architektur ausblendet, könnte man auch irgendwo in Europa sein. Am Bodensee vielleicht, oder an der Alster in Hamburg. Die Menschen flanieren um den See, es gibt Restaurants und Cafes. An der bekannten Yindingqiao Brücke macht ein Pärchen Hochzeitsfotos – immer ein grosses Unterfangen in Asien, und fast wichtiger als die eigentliche Hochzeit. Nicht weit entfernt vom See befindet sich die Residenz von Prinz Gong mit seinen Häusern, langen Gängen, Steingärten und geheimen Ecken – ein magischer Ort.

Der Rückweg führt mich durch den Beihai Park, zurück Richtung Stadtmitte und der Verbotenen Stadt. Es ist Zeit zum Abendessen für den schönen kulinarischen Abschluss des Tages.

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