Der perfekte Samstag in … Amsterdam

P1110688Der Stadtteil Oud-Zoud liegt westlich von den großen Museen und dem Concertgebow und direkt neben dem Vondelpark. Wenn ich in Amsterdam bin, wohne ich gerne hier. Das Viertel ist so etwas wie die Upper East Side Amsterdams. Viergeschossige, geklinkerte Townhäuser bilden Straßenquadrate, die verschwiegene Gärten einrahmen. Man sieht auffallend viele gutsituierte, junge Paare mit Kindern und sehr schöne Geschäfte. Es ist viel ruhiger als im Stadtzentrum, weil man sich hier abseits der Touristenpfade befindet.

Zu meiner Vorstellung eines perfekten Samstags gehören, egal ob ich zu Hause bin oder auf Reisen, Bettfrühstück, Markt und Café. So auch in Amsterdam. Ein schneller Milchkaffee, ein Croissant, dazu die Nachrichten auf BBC 1 im Fernsehen und danach geht’s in den Vondelpark. Früh am Morgen ist es hier noch leer und ruhig, nur wenige Radfahrer, Skater und Jogger drehen ihre Runden. Ein schöner Tagesbeginn! Danach gehe ich auf den kleinen Biobauern-Markt zwischen Johann Verhulststraat und Jacob Obrechtstraat. Er findet nur Samstags statt, ein echter Geheimtipp. Ich kaufe ein paar Dinge fürs Wochenende ein, und vielleicht gibts auch schon ein kleines Brötchen mit Matjeshering und Zwiebeln “auf die Faust”. Echt lekker!

Nur 500 Meter weiter und ich bin in der Cornelius Schuystraat. Sie ist meine Amsterdamer Lieblingsstraße, denn sie bietet den schönsten Mix aus originellen Cafés und Designershops. Beim Amsterdamer Topfloristen Menno Kroon bin ich im Blumenparadies. April ist in Amsterdam Tulpenmonat und man findet ausgefallene, langstielige Exemplare mit gezackten Blüten in den schönsten Farben. Gegenüber im “Boekhandel Mulder” kaufe ich meine Zeitungen fürs Wochenende. Jetzt noch schnell zu „Bakker Bertram“, der ein Rosinenbrot herstellt, in dem die Rosinen nicht nur durchgeschossen sind, sondern das fast PLATZT vor Rosinen.

Nachdem die Einkäufe zu Hause abgeliefert sind, gehe ich ins caféconcepts in der Jacob Obrechtstraat. Es liegt direkt am Vondelpark und ist eine Mischung aus Concept Store und Café auf 3 kleinen Etagen. Auf dem grauen Sofa sitze ich in der Sonne und lese in Ruhe Zeitungen und Magazine, trinke Tee und, weil es ihn nirgendwo auf der Welt so gut gibt wie hier, löffle einen Käsekuchen aus dem Glas (!). Gegen 14 Uhr, nach einem kleinen Mittagsschläfchen, gehe ich shoppen. Praktischerweise finde ich alles, was mich interessiert, in der Cornelius Schuystraat. Bei Shoebaloo füllt das Who´s who der Schuhdesigner die Regale, für meinen Geschmack mehr zum Gucken als zum Kaufen. Fündig werde ich eher beim holländischen Label Stills oder bei „ennu“. Dieser unauffällige Eckladen führt sie alle, die Japaner und die Belgier, die man so gerne hat und die man sich so gar nicht leisten kann. Was am späteren Samstagnachmittag passiert, mache ich vom Wetter abhängig. Ist es draußen ungemütlich, gehe ich ins Kino oder ins Museum. Rijksmuseum, Stedelijk und Van Gogh liegen gleich nebenan. Scheint die Sonne, fahre ich mit dem Fahrrad durch die Gegend und setze mich auf die Terrasse des Cafés „Van Dam“, esse Appelgebak mit Slagrom und beobachte das lässige Treiben.

Am Samstagabend gehe ich in Amsterdam auf jeden Fall Fisch essen. Die kleine Brasserie „Bark“ liegt neben dem Concertgebouw. Hier lautet das Motto „Eten tot na middernacht“. Die Bouillabaisse ist besonders gut, aber eigentlich möchte man immer ALLES kosten und niemals satt werden. Den Absacker nehme ich im „Wildschut“, der 20er Jahre Eckkneipe nebenan. Das Bett kann warten, schlafen kann man auch zu Hause, denn einen so bunten Gästemix wie in den Amsterdamer Kneipen findet man sonst nirgendwo. Hier treffen sich Alt und Jung, Schwul und Hetero und alle sozialen Schichten. Daher: Tot ziens in Amsterdam.
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