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Der perfekte Samstag in … Barcelona

P1070119Um Himmels willen kein Touristenprogramm! Wer will sich schließlich in meiner Dekade noch mit dem Stadtplan vor der Nase durchs Gedränge schieben? In Barcelona lasse ich es ruhig angehen. Für alle, die früh aus den Federn kommen, empfiehlt sich ein Frühstück zum Sonnenaufgang auf dem Berg Tibidabo, der über der Stadt thront. Der beste Platz ist das „Café Mirablau“, etwas altmodisch, aber von hier aus hat man den schönsten Blick auf die Stadt, das Meer und die Pyrenäen. Langschläfer nehmen „un cortado y un sandwich mixto“ in einer der vielen Bars der Stadt ein und ganz Faule (ich!) genießen das Bettfrühstück im Hotel.

Für den Vormittag schlage ich vor, durch Barcelonas ältestes Stadtviertel, El Born, zu flanieren. In den letzten Jahren hat es sich vom Schmuddelviertel zum Szenetreff gewandelt. In den verwinkelten Gassen entdeckt man die Studios junger spanischer Designer und sehr spezielle kleine Geschäfte für spezielle Dinge: Seidenstoffe, Angelbedarf, Pralinen, Bürsten, Kerzen oder Reisebücher. Immer wieder kommt man an kleine Plätze mit schmiedeeisernen Laternen, die zum Verweilen in Terrassencafés unter uralten Platanen einladen. Mitten im Viertel zwei architektonische Highlights: Santa Maria del Mar, die strenge, rein gotische Kirche – im 14. Jahrhundert in nur fünfzig Jahren erbaut. Und dann natürlich die Markthalle Santa Caterina, ein ehemaliges Kloster, das entkernt und mit einem riesigen, gewellten, bunten Dach versehen wurde. Dies ist der ideale Platz, um sich mittags zusammen mit den Einheimischen in einer der zahlreichen Tapas-Bars an den köstlichen, auf dem Tresen präsentierten Häppchen zu bedienen. Erst ein Tellerchen mit Fisch-Tapas, dann ein Tellerchen mit Schinken-Tapas, Käse-Tapas müssen natürlich auch noch sein. Und ach! Wie könnte man denn jetzt gehen, ohne die Crema Catalana probiert zu haben?

Beglückt und eventuell leicht angeschwipst schlendert man weiter zum Passeig de Gracia. Der breite Boulevard glänzt mit den geschwungenen Fassaden der Prachtbauten von Barcelonas Vorzeigearchitekt Antoni Gaudi. Aber auch der Blick in die Schaufenster lohnt sich, wenn man Prada/Gucci & Co. mit den üblichen Schlangen asiatischer und arabischer Käuferinnen links liegen lässt. Wirklich interessant sind die spanischen Designer. Custo und Desigual mit Kleidern, deren bunte, fröhliche Muster wie Tattoos sind, die auf den Körper projiziert werden und vor allem Adolfo Dominguez mit seiner klassischen Eleganz. Wem jetzt nach zeitgenössischer katalanischer Kunst ist – sie wird in den Galerien rechts des Passeig de Gracia in der Carrer del Consell de Cent präsentiert, in oft museumsreifen Ausstellungen. Nun ist aber Zeit für einen Espresso oder einen Apéritif, je nachdem wie weit der Nachmittag fortgeschritten ist. Die Dachterrasse des Hotels “Casa Fuster”, dem Eckhaus mit langgezogenen Erkern und Balkonen, das den Prachtboulevard beschließt, ist der ideale Ort für die wohlverdiente Pause. Das Fünf-Sterne-Haus hat einen besonderen, leicht angestaubten Charme und so kann man gut nachvollziehen, dass Woody Allen es zu seinem Quartier machte, als er „Vicky Cristina Barcelona“ drehte.

Für das Abendessen empfehle ich ein Restaurant in El Born, „Senyor Parellada“. Es befindet sich in einem wunderschönen, zweigeschossigen Atrium und verbindet Tradition und modernes Design. Unbedingt vorab reservieren, da es immer lange im Voraus ausgebucht ist. Die Küche ist bekannt für katalanische Spezialitäten. Muscheln aus Port Lligat, im gußeisernen Topf servierte, schwere Eintöpfe mit Huhn, Schweinefleisch und Fischund allerbeste Fischgerichte.

Den Absacker nehmen wir am nahen Stadtstrand von Barceloneta. In der Open Air Muckibude trainieren immer noch die Jungs ihre Sixpacks. Was für ein dämlicher Sport, denke ich, lehne mich gemütlich in meinen Liegestuhl zurück, schlürfe meinen Mojito, blicke in den Sternenhimmel und freue mich auf den nächsten Tag. In Barcelona, einer der schönsten Städte, die ich kenne.

Und hier mein Fototagebuch:

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