Dekadenblick … Tattoos

tattoocollTa moko, das traditionelle Tattoo der Maori. Es wird nicht, wie uns bekannt, mit mit Stichen aufgetragen, sondern mit Kratz- und Schabwerkzeugen. So fremd diese Art der Taetowierung uns vorkommen mag, sie hat eine lange Tradition. Und ueberhaupt: Hinweise ueber Tattoos gibt aus aus allen Erteilen und weit zurueckliegenden Zeiten. Eine modische Neuheit, auch wenn es uns so vorkommen mag, sind Tattoos absoult nicht. Vor Jahrhunderten dienten sie als Mitgliedszeichen und rituelles Symbol. Auch haben Tattoos oft etwas mit Selbstdarstellung zu tun.  Sie sind aber auch immer wieder ein kontroverses Gespraechsthema. Was also ist zu halten von der “Kunst auf der Haut”?
Ursel (60+) über Tattoos…

Vivienne Westwood, Angelina Jolie und David Beckham tun es. Hedgefonds-Jungs, Vorstandsmanager, Politiker – anscheinend liegen sie alle nackt in Tattoo-Studios herum. Man hat ja keine Ahnung, wer sich heutzutage alles heimlich Bildbotschaften auf Schulterblätter und Steiße ritzen lässt. Popeye, Spongebob, die Koordinaten der Geburtsorte der Kinder und die Vornamen der aktuellen Spielerfrau sind feste Bestandteile der Bildbotschaften. Das teuerste Tattoo der Welt trägt Kate Moss: zwei Schwalben über ihrem Gesäß von Lucian Freud, dem verstorbenen Künstler, der mal als Tätowierer angefangen hat. Ob teuer oder die günstige Variante wie hier in dieser Kaschemme in Amsterdam – nichts für mich.
P1130790

Ute (50+) über Tattoos…

Noch nie konnte ich verstehen, weshalb man sich freiwillig Schmerzen zufügt, um für immer und ewig häßliche Bilder auf unmöglichen Hautstellen zur Schau zu stellen. Für manche scheint es noch immer ein wirklicher Beweis wahrer Männlichkeit oder auch weiblicher Coolness zu sein! “Ich schenke mir zum 40., 50. oder zur Goldenen Hochzeit ein Tatoo! …an gaaaanz geheimer Stelle!”

Ich finde, nur den jungen, schönen Männern kann man es verzeihen solche Dummheiten zu begehen! Vielleicht glauben sie fest daran, dass es mit Selbstverwirklichung und wahrer Freiheit zu tun hat. Kann ja sein.
Tatoo1

Cerstin (40+) über Tattoos…

Es gibt sehr wenige Ewigkeitsversprechen, die ich in meinem Leben schon gebrochen habe. Das liegt vor allem daran, dass ich bisher sehr wenige Ewigkeiten versprochen habe. Und das wiederum liegt daran, dass ich zwar an die Möglichkeit der Ewigkeit glaube, aber dabei auch Mathematikerin bin. Man könnte sagen, ich kenne mich mit Wahrscheinlichkeiten aus.

Die Wahrscheinlichkeit, ein Tattoo oder eine andere Form der permanenten Veränderung nicht zu bereuen, ist verschwindend gering. Für mich selbst schließe ich sie aus.
Deshalb habe ich keine Tattoos und noch nicht einmal Löcher in den Ohren.
Hab ich noch nie bereut.
DSC02296
Henna Tattoo, hielt genau 3 Wochen.

Tanja (30+) über Tattoos…

Eigentlich haette ich ganz gerne ein Tattoo. Auf dem Ruecken. Nicht besonders gross, nein. Nur ein kleines kurz unter dem Hals. Es waere ein Tattoo inspiriert von den Designs traditioneller Maroi Tattoos, denn die finde ich wunderbar. In Neuseeland hat sich viel in meinem Leben veraendert, und ein Tattoo nach Maoridesign wuerde dies eigentlich wunderbar festhalten. Warum ich es nicht endlich mache, weiss ich gar nicht genau. Angst vor einer allergischen Reaktion, das ist glaube ich der Hauptgrund. Denn Allergien, davon habe ich so einige.

Aber es ist auch eine grundlegende Skepsis gegenueber Tattoos. Denn obwohl ich selbst auch zumindst ein wenig interessiert bin kann ich nicht verstehen, warum manche Leute sich von oben bis unten zutaetowieren muessen. Dass meine ich ueberhaupt nicht wertend: wenn sie es schoen finden, dann ist das toll, und ich habe kein Problem damit. Huebsch finde ich es trotzdem nicht.

Besonders unverstaendlich finde ich, ja, wie soll man es nennen … “eklektische Tattooansammlungen”. David Beckham zum Beispiel hat so eine zu bieten. Und auch mein Teenagertraum. Ja, der hats eigentlich auch so gar nicht raus. Loewenkopf meets Schwalben und franzoesische Worte. Wo liegt denn da der Sinn?
Was ich auch gar nicht mag sind farbige Tattoos. Wenn schon, dann bitte alles in schwarz.
Und, wird es das Maori Tattoo jemals auf meinem Ruecken geben? Tja, ehrlich: keine Ahnung!

TanjaTattooCollage

Faszinierend taettowierte Menschen in der Tattoo-Ausstellung im Museum fuer Kunst und Gewerbe in Hamburg

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.