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Dekadenblick … Lieblingsmuseen

_DSC0329Museen sind Orte, die unser Leben verändern können. Jeder Besuch bereichert uns, genau so wie uns bestimmte Bücher oder Filme bereichern. Im Museum entdecken wir eine Welt jenseits unseres Alltags und unserer Probleme. Kunst fokussiert unsere Aufmerksamkeit und beruhigt unsere kleinen, quengeligen Egos. Sie kann uns berühren, uns Orientierung bieten und uns helfen, herauszufinden, wer wir wirklich sind. Museen sind vielleicht die schönsten öffentlichen Orte. Sie sind jedem von uns zugänglich, mit allen Annehmlichkeiten ausgestattet, gehören uns allen und doch können wir in ihnen ganz private, intime Momente genießen. Oder uns an der oft herausragenden Architektur berauschen. So wie auf diesem Foto an der Fassade des Vorarlbergmuseums in Bregenz.

DSC04644 Wann immer ich in New York war, ging ich früher ins MoMA. Leider ist es inzwischen wie so viele öffentliche Museen zu einem Wirtschaftsbetrieb mit angeschlossener Shopping Meile verkümmert. Heute mag ich die kleinen, bescheidenen und dadurch um so kostbareren Museen. Die, deren Ausstellungen eigensinnig und speziell sind. Oftmals sind es Häuser, die sich in privater Hand befinden.

Besonders gern mag ich die Museen, die es schaffen, eine Synthese zwischen Drinnen und Draußen, zwischen Kunst, Architektur und Natur herzustellen. Perfekt gelungen ist das in der Langen Foundation auf der niederrheinischen Insel Hombroich. Auf der ehemaligen NATO-Raketenstation hat Tadao Ando ebenerdige Betonriegel zum Teil in der Erde versenkt. Ein anderes Beispiel ist das Kröller-Müller – Museum. Das elegante, eingeschossige Gebäude mit wandhohen Fenstern liegt in einem Heidewald bei Otterlo in den Niederlanden. Es besitzt herrliche van Goghs und Impressionisten und einen weitläufigen Skulpturengarten mit zeitgenössischen Objekten.

Mein Lieblingsmuseum ist die Fondation Maeght. Das kleine, expressive Gebäude des Katalanen Josep Lluis Sert liegt in einem Pinienwald oberhalb von St.Paul-de-Vence an der Cote d´Azur. Das Museum berührt mich, weil mich seine Geschichte berührt. Marguerite und Aimé Maeght sammelten in bescheidenem Maße Kunst. Aimé arbeitete als Drucker, er stellte Kunstdrucke her und hatte viele Künstlerfreunde. Als der jüngere Sohn des Paares an Leukämie gestorben war und die Eltern an ihrem Schmerz fast zerbrachen, gab ihnen Braque diesen Rat: Schafft etwas, das größer ist als euer Schmerz. Nur dann könnt ihr ihn bewältigen. Die Maeghts schufen das Museum. 1964 wurde es eröffnet und zeigt die kostbaren Arbeiten der Künstlerfreunde. Im Innenhof die Strichfiguren von Giacometti, Brunnen und Wasserläufe von Miro und Chagall, Mobiles von Calder.

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Als Historikerin sind mir Geschichtsmuseen sehr ans Herz gewachsen. Immer und ueberall einen Besuch wert! Manchmal sind sie auch mein Arbeitsplatz, denn etliche Museen haben ein eigenes Archiv mit Manuskripten und anderen Materialien. Kunstmuseen folgen auf schnellem Fusse, und haben ja auch oft einen historischen Einschlag. Meine Favoriten:

British Museum, London: Inmitten der Londoner Innenstadt gelegen beherbergt das British Museum eine Kollektion, die insgesamt ca 8 Millionen Objekte umfasst. Unglaublich! Das Museum wurde Mitte des 18. Jahrhunderts gegruendet, und bietet Einblicke in die Geschichte aller Kontinente in der World Cultures Ausstellung – von China bis Australien. Faszinierend. Und natuerlich gibt es noch viel mehr zu sehen: hier kann man Tage verweilen!

Victoria & Albert Museum, London: Das beste Kunst- und Designmuseum der Welt. So sagt meine Freundin Sally-Anne, und sie muss es wissen, denn sie ist Kunsthistorikerin. Das Museum liegt in einem meiner liebsten Stadtteile Londons, in Kensington, und ich schaue immer gerne vorbei. Nicht nur fuer die Ausstellungen, sondern auch den Museumsladen: hier kann man oft schoene Schmuckstuecke finden.

National Museum of Scotland, Edinburgh: Hier kann nicht viel schiefgehen: als Historikerin fuer schottische Geschichte liebe ich das Museum sehr. Es besteht aus zwei Gebaeudeteilen, die durch die Renovierung des alten Royal Museum nun wunderbar zusammengebracht wurden. Auch architektonisch ein Augenschmauss!  Vom Dach hat man einen tollen Ausblick ueber Edinburgh.

Metropolitan Museum of Art, New York: Eines der groessten Kunstmuseen der Welt. Ein rundweg tolles Museum mit wunderbaren Gemaelden von Kuenstlern aus aller Welt, aber auch Skuplturen und anderen faszinierenden Gegenstaenden. Unebdingt auf die Dachterasse: fantastischer Ausblick ueber den Central Park. In New York gibt es natuerlich auch noch das MoMA. Moderne Kunst ist fuer mich so eine Sache: vieles mag ich – oder mag es absolut nicht. Aber solange ich mir nichts von Damien Hirst ansehen muss, ist meistens alles klar.

Und fuer die Zukunft? Da freue ich mich sehr auf M+ das Museumprojekt fuer den West Kowloon Cultural District. Ein faszinierendes Projekt, das Hong Kong sehr bereichern wird.

DSC04646Die Entscheidung fiel mir schwer und doch – gezwungen mich für eines zu entscheiden – wieder sehr klar. Mein liebstes Museum auf der Welt ist das Modemuseum in Antwerpen. Es gibt zwei Themenausstellungen pro Jahr und keine Dauerausstellung und gerade das macht es so besonders. Jedesmal entführt mich dieses Museum in eine neue Welt. Wände werden eingezogen, verschlungene Pfade führen durch ein Labyrinth voller Modehighlights der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und viele Räume laden zum Mitmachen, Anfassen, Entdecken ein.
Zu meinen persönlichen Highlights zählen die Schnittmuster Ausstellung 2003, die Yamamoto Ausstellung 2006, die Paper Fashion Ausstellung 2009 und die BLACK. Masters of Black in Fashion & Costume im Jahre 2010. Dieses Jahr freue ich mich auf die Birds of Paradise Ausstellung über Federn und Daunen in der Mode, die im März eröffnet wird.

Das Museum befindet sich im Herzen der Antwerpener Modemeile, in einem Gebäudekomplex, der sich ModeNatie nennt (was so ungefähr mit “Modewarenhaus” übersetzt werden kann) und der neben besagtem Museum (MoMu) und seiner Bibliothek auch das Flandrische Fashion Institut (FFI), die Modeabteilung der Royal Academy of Fine Arts, Artesis Hogeschool Antwerp, und den einmaligen Buchladen Copyright mit einem Schwerpunkt auf Kunst, Design, Architektur und Mode beherbergt, in dem ich alleine jedes Mal ein paar Stunden verbringe und den ich nur schwer bepackt verlassen kann.
Als sei das nicht genug, gibt Modenatie auch noch eine der tollsten Modezeitschriften heraus. “A Magazine Curated By” wird jeweils von einem Gastkurator zusammen gestellt: internationale Modedesigner oder Modehäuser bekommen dort die Chance, ihre Modevisionen darzustellen und – nur dem eigenen visuellen Anspruch verpflichtet – in Wort und Bild kreativ umzusetzen.

Profilbild (Mittel)Manchmal ist es ja auch schön, einfach davor zu stehen und zu entscheiden “Ich will draußen bleiben!” Manchmal möchte ich mich keiner Führung zuordnen und ich will kein Headset aufsetzen und draußen scheint die Sonne. Manchmal führt zielloses Schlendern an fremden Orten zu den schönsten Sehenswürdigkeiten. Nächstes Mal werde ich es machen wie Maike Winnemuth es auch gut findet:  in einer unbekannten Stadt einfach los gehen und immer rechts bzw. links abbiegen.

Für all´die anderen Tage werde ich mir diese Seite ausdrucken.

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