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Dekadenblick … Lieblingsbücher

lieblingsbuechercollageWarum lesen wir überhaupt noch Bücher? Es gibt doch so viele andere schöne Medien, mit denen wir uns vergnügen können. Doch nur Worte helfen, dem Denken Dauer zu verleihen. Geschriebene Worte, insbesondere Bücher, haben eine einzigartige Kraft. Mit einem Buch, das uns packt, ziehen wir uns über Stunden auf die Couch zurück. Nichts kann uns in einem solchen magischen Moment stören: kein Telefon, keine noch zu beantwortenden Mails, kein quengelndes Kind. Einzig das Buch zählt, die intime Kommunikation zwischen dem Autor und uns, die uns zeigt: Da ist jemand, der genau so denkt wie wir. Oder im besten Fall jemand, der uns eine ganz neue Welt eröffnet.

Ursel (60+) über Lieblingsbücher

Ich lese gern Biographien, was wahrscheinlich daran liegt, dass ich sehr neugierig auf andere Menschen bin. Sehr gefallen haben mir Peter Härtlings Schubert-Biografie oder das ganz wunderbare Buch des Autors und Schauspielers Michael Degen über die Familie von Thomas Mann. Zu den Büchern, die auf meinem Stapel immer ganz oben liegen und die ich gern verschenke, sind die der New Yorker Autorin Siri Huvstedt. Dazu Edmund de Waal: Der Hase mit den Bernsteinaugen. Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi (Wien 2012). Der Autor ist ein britischer Keramiker, das Buch ist sein Romandebut. Im Mittelpunkt steht eine Sammlung von 264 Netsuke, kleinen japanischen Holz- und Elfenbeinschnitzereien, die Charles Ephrussi, ein Großonkel des Autors, Ende des 19, Jahrhunderts für seinen Pariser Salon erstand. Mehr als 100 Jahre verfolgt der Autor den Weg der Netsuke, von Paris nach Wien und Tokio, bis sie schließlich in seinem eigenen Haus in London landen. Die Geschichte der Sammlung ist eng verwoben mit der Familie Ephrussi, jüdische Getreidehändler und Bankiers mit Wurzeln in Odessa.

Ein ganz wunderbares Buch ist Sarah Bakewells “Das Leben Montaignes in einer Frage und zwanzig Antworten” (München 2012). Die Autorin hat mir das Leben des französischen Essayisten Michel de Montaigne, der im 16. Jahrhundert lebte, mit einem Kunstgriff näher gebracht: Sie legt es als eine Art Glücks-Ratgeber für moderne Menschen an. Mit einer Frage („Wie soll ich leben?“) und zwanzig fiktiven und amüsanten Antworten Montaignes (z.B. “Sei faul”) zeichnet sie das ungewöhnliche Leben des Weinbauern, Politikers, Lebenskünstlers nach. Aktueller und fesselnder kann eine Biografie nicht sein.DSC00305

Cerstin (40+) über Lieblingsbücher

Die meisten Bücher lese ich genau ein Mal, dann langweilen sie mich. Einige wenige habe ich mehrfach gelesen und jedes Mal, haben sie mir etwas anderes bedeutet. Sie sind mir ans Herz gewachsen und haben sich einen festen Platz in meinem Leben und in meinem Bücherregal verdient.
Dazu zählen:

  • Paul Austers New York Trilogy
  • Gefährliche Geliebte von Haruki Murakami
  • E.E. Cummings Complete Poems
  • Betty Blue von Philippe Djian
  • Die Otherland Tetralogie von Tad Williams
  • Tolkiens Herr der Ringe Trilogie
  • Douglas R. Hofstadters GEB
  • Metaphors we live by von George Lakoff und Mark Johnson
  • A Mathematician Reads the Newspaper von John Allen Paulos
  • Illusions von Richard Bach
  • J.D. Salingers Catcher in the Rye
  • Selim Özdogans Es ist so einsam im Sattel seit das Pferd tot ist.
  • Neil Gaimans Stardust
  • The Chronicles of Narnia von C.S. Lewis
  • Robert M. Pirsigs Zen and the Art of Motorcycle Maintenance

Empfehlen kann ich diese Bücher nicht, auch wenn sie mich – jedes auf seine Art – restlos begeistert und sicherlich auch geprägt haben. Sie waren einfach zur rechten Zeit am rechten Ort und schlossen eine Lücke, gaben ein Echo, erweiterten einen Blick, boten Ablenkung vom Leben oder brachten mich zum Lachen. Listen von Lieblingsbüchern sind wie kleine Biografien, finde ich. Je älter man wird, desto schwieriger ist es, weitere zu finden, die den Ansprüchen genügen, die zum Bestand passen, die mehrfach gelesen werden wollen. Es braucht ein wenig Glück. Aber die Suche nach ihnen ist es wert. Um den Blick zu öffnen, Perspektiven zu wechseln, sich selbst zu finden. Oder, um es mit Murakami zu sagen: “If you only read the books that everyone else is reading, you can only think what everyone else is thinking.”
― Haruki Murakami, Norwegian Wood
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Tanja (30+) über Lieblingsbücher

Ich habe viele Lieblingsbücher, die ich immer wieder lesen könnte. Zum Beispiel die Herr der Ringe Triologie, und dass, obwohl ich eigentlich gar kein besonderer Fan des Fantasy-Genres bin. Aber man verliert sich so schön in den Welten von Tolkien. Kriminalromane lesen ich auch gerne, zum Beispiel habe ich alle Wallander Romane von Henning Mankell verschlungen. Meine neuste Leidenschaft sind jedoch biografische Werke, und zwar solche, die sich mit Reisen und Entdeckungen beschäftigen. Besonders empfehle ich:

 

Fuchsia Dunlop, Shark’s Fin & Sichuan Pepper: A Sweet-sour Memoir of Eating in China

Dunlop ist eigentlich Kochbuchautorin – und zu Beginn des Buches auf der Suche nach der traditionellen Küche der Provinz Sichuan. Dort ist Dunlop gerade in der Hauptstadt Chengdu angekommen, um an einer berühmten Kochschule zu studieren. Dort lernt sie die unzähligen Arten, auf die man Gemüse schneiden kann. Und das grundlegende Verständnis von Chinesen, dass vielen Europärn aufstossen wird: “buy it live, kill it, then cook it – and certainly don’t worry about its feelings, it has none”. Letzterem kann man nicht zustimmen, aber Dunlop schafft es, sie dem Leser durch ihre Einstellung, alles zu probieren, was ihr serviert wird, verständlicher zu machen. So ist all das Essen, über das Dunlop schreibt, vor allem eins: ein Prisma auf die Kultur Chinas.

 

Rob Lilwall, Cycling home from Siberia

Und genau darum geht es auch: zurück von Siberien nach England mit dem Fahrrad. Kling verrückt? Ist es auch! Und vor allem dann, wenn man sich die Route von Lilwall anschaut: diese führt nämlich nicht direkt von Sibirien zurück gen Europa. Nein. Da geht es zunächst nach Japan, dann nach Papua Neuguinea, Asien und Australien. Und auf dem Rückweg durch Afghanistan. Oft habe ich mich gefragt, wie Lilwall es geschafft hat. Mit -40 Grad in Siberien hatte er zu kämpfen. Gefährliche Situationen gabe es so manche. Und sein Fahrrad wollte auch nicht immer alles mitmachen. Man lernt, dass arme Menschen in entlegenen Gebieten gastfreundlicher sind als wohlhabende in der städtischen Zivilisation. Und bekommt einen aussergewöhnlichen Einblick in viele Kulturen. Eine unglaubliche Tour!

 

Cheryl Strayed, Wild: A Journey from Lost to Found

Nach dem Tod ihrer Mutter weiss Cheryl nicht so recht, was sie mit sich selbst anfangen soll. Viele Jobs, One-Night-Stands, Drogen, Scheidung – keine guten Aussichten für die Zukunft. Etwas muss sich ändern, dass war Cheryl klar. Und dazu bedarf es wohl einer richtigen Zäsur im Leben. Und diese, so hat Cheryl sich überlegt, soll eine Wanderung des Pacific Crest Trail bringen. Alleine und ohne besondere Kenntnisse macht Cheryl sich auf den Weg. Ihr Rucksack wird schnell getauft – Monster – denn er ist viel zu schwer. Die Wanderschuhe erweisen sich als zu klein und kosten somit etlichen Zehennägeln das Leben. Viele Blasen und einige Bären später hat Cheryl noch immer nicht aufgegeben. Wandern als Erlösung. Darum geht es hier. Und um eine Frau, die ihre Leben auf die richtige Bahn bringen will. Wild, ja. Mutig auch. Mittlerweile auch verfilmt.

 

Und PS: etwas Egoismus finde ich hier auch gut – meine eigenen Bücher, ja, die gehören auch dazu!

 

Tanja-Lieblingsbuecher

ern

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